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Gute Nachrichten aus den USA für Vestas, GE Alstom, Siemens Gamesa und Senvion

Bildquelle: www.siemens.com/presse

Trotz der geradezu klimafeindlichen Politik auf Bundesebene, tut sich bei vielen US-Staaten derzeit einiges. Offenbar entsteht dort gerade ein riesiger Markt für Offshore-Windparks. Das verspricht mittelfristig gute Geschäfte für die vier dominanten Turbinen-Hersteller.

Wind vor den Küsten überzeugt

Der Amerikaner an sich ist sehr zahlenorientiert. Das kann man beispielsweise daran sehen, dass dort gerade diejenigen Sportarten am beliebtesten sind, welche die detailliertesten Statistiken produzieren. Ansonsten wären Baseball und American Football wohl außerordentlich langweilig (meine persönliche Meinung). Jetzt, wo auch der Fußball immer umfassender quantifiziert wird, gewinnt auch die Kickerei immer mehr Anhänger auf der anderen Atlantikseite.

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Warum erzähle ich dir das? Nun, es ist so, dass auch die Erneuerbaren Energien jenseits von Kalifornien lange Zeit nur wenig Freunde in den USA hatten. Vielmehr wurde dort regelmäßig nur müde gelächelt über den Hang zur Romantik der Mittel- und Nordeuropäer. Solarenergie? Das rechnet sich doch nur mit einer gehörigen Portion Idealismus (und Subventionen)! Aber dann purzelten die Preise und irgendwann kam der Zeitpunkt, an dem klar wurde, dass sich das verrückte Zeug zumindest im sonnenreichen Süden doch rechnet. Plötzlich wurden Milliardenbeträge lockergemacht.

Ein ähnliches Spiel ist bei der Offshore-Windkraft zu beobachten. Nur halbherzig und praktisch ohne vorzeigbaren Erfolg wurde versucht, eine eigene Industrie aufzubauen (erinnert sich noch jemand an Clipper Windpower?), während die romantischen Nord- und Ostsee-Anrainer unbeirrt die Technik weiterentwickelten. Der entscheidende Wendepunkt war wohl, als vor einigen Monaten in Holland und Dänemark erstmals subventionsfreie Projekte gestartet wurden. Das sind Fakten und Daten, die auch zahlenfixierte Businessprofis und Technokraten überzeugen.

Jetzt kommt Schwung in den Markt

Mit der Block Island Wind Farm nahe New York wurde vor wenigen Monaten das erste Projekt eingeweiht. Das Offshore-Wind-Gemeinschaftsunternehmen von General Electric (WKN:851144) und Alstom (WKN:A0F7BK) errichtete 66 Turbinen mit jeweils 6 Megawatt — und das war nur der Anfang. Aktuell befinden sich 28 Projekte mit zusammen 24 Gigawatt Kapazität zumindest in der Planungsphase, was etwa 3.000 Windkraftanlagen entspricht.

Mit solch einer gut gefüllten Pipeline kommt die Industrialisierung vor Ort sicherlich zügig voran. Auch der Industrieverband AWEA und die lokale Fachpresse sieht mittlerweile eine Menge Momentum beim Thema Offshore. Für nächstes Jahr wird gerade eine große Konferenz vorbereitet, an der alles was Rang und Namen hat teilnehmen wird, darunter die starke einheimische (Erdöl-)Offshore-Industrie und die großen europäischen Projektentwickler wie E.ON (WKN:ENAG99), Dong Energy (WKN:A0NBLH) und Innogy (WKN:A2AADD).

Während sich für letztere neue Betätigungsfelder eröffnen, profitieren die Hersteller besonders stark. Sie alle investieren gerade in die Entwicklung von Riesenturbinen. Vestas (WKN:913769) hat mit dem Partner MHI bereits ein 9-MW-Modell im Programm und Siemens Gamesa (WKN:A0B5Z8) zwei 8-MW-Varianten, wobei eine Weiterentwicklung mit über 10 MW Nennleistung Berichten zufolge bereits läuft. Senvion (WKN:A2AFKW) hat offiziell bestätigt, dass man in wenigen Jahren in diese Größenordnung vorstoßen will.

Da es zudem große Fortschritte bei schwimmenden Plattformen gibt, können mittel- bis langfristig auch steiler abfallende Küsten als Standorte in Betracht kommen. Davon gibt es in den USA viele. Aktuell laufen weltweit mehrere kleinere Pilotprojekte, aber schon in rund fünf Jahren soll die Kommerzialisierung losgehen.

Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist auch die mächtige amerikanische Erdölindustrie, welche auf hoher See große Erfahrung hat. Wenn Big Oil erst mal Blut geleckt hat, dann könnten die investierten Mittel eine neue Größenordnung erreichen. Europäische Spieler wie Shell (WKN:A0D94M) und Eni (WKN:897791) sind bereits auf den Zug aufgesprungen und auch ihre US-Pendants werden sich dem Thema nicht ewig verschließen können.

Die Beratung Wood Mackenzie gab kürzlich die Einschätzung, dass die voraussichtlich bald sinkende Öl-Nachfrage zunehmend durch Investitionen in Erneuerbare Energien kompensiert werden könnte. Alleine schon die amerikanischen Konzerne müssten bis 2035 rund 350 Mrd. US-Dollar in Wind und Solar investieren, wenn sie ihren Anteil am Energiemarkt in Höhe von 12 % halten wollten.

Da braut sich was zusammen

Natürlich muss man damit rechnen, dass die amerikanische und asiatische Offshore-Industrie den Europäern nicht den gesamten Kuchen überlässt. Trotzdem spricht vieles dafür, dass die scharf kalkulierenden Amerikaner überwiegend auf erprobte Technologie setzen. Dass die großen europäischen Offshore-Projektentwickler ebenfalls den Sprung über den Großen Teich wagen, ist ebenfalls ein wichtiger Faktor.

GE Alstom Offshore hat als halbamerikanisches Unternehmen einen leichten Heimvorteil. Wenn es um die Erfahrung geht, haben hingegen die anderen drei Großen die Nase vorn. Onshore sind diese sowieso bereits seit Jahren stark in Amerika präsent.

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Ralf Anders besitzt Aktien von Senvion. The Motley Fool besitzt Aktien von General Electric.

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