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Snap gegen S&P Global – 3 Gründe, warum ich auf der Seite von Snap bin

Quelle: Media Kit Snap Inc.

S&P Global (WKN:A2AHZ7) sorgte für Schlagzeilen, als es entschieden, dass man Aktien mit mehreren Klassen nicht in die wichtigsten Indexe aufnehmen würde. Das ist eine Entscheidung, die darauf abzuzielen scheint, ein Exempel an Snap (WKN:A2DLMS) zu statuieren, das zwar eine Struktur mit mehreren Aktienklassen aufweist, die Stimmrechte jedoch bei den Insidern verbleiben. Ich selbst bin dafür, dass die Aktionäre zu ihrem Recht kommen sollten und dass gute Unternehmensführung Standard sein sollte. Doch ich habe das Gefühl, dass die Entscheidung von S&P Global etwas willkürlich und inkonsequent im Bezug auf die Veränderungen der Indexe ist. Hier sind drei Gründe, warum ich auf der Seite von Snap bin, obwohl das Unternehmen eine Zwei-Klassen-Struktur hat.

1. Aktien mit mehreren Klassen sind weder neu noch selten

S&P Global ist nun dabei, ein Exempel an Snap zu statuieren, doch die Zwei-Klassen-Struktur ist bei öffentlich gehandelten Unternehmen nichts Neues. Etwa 10 % der öffentlich gehandelten Unternehmen verfügen über eine solche Struktur, wobei eine Aktienklasse mehr Stimmrechte hat als die andere.

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Die Liste dieser Aktien beinhaltet illustre Unternehmen wie Berkshire Hathaway, Nike, Workday, Facebook und viele andere. Dazu gehören auch einige Verlierer wie Snap und Blue Apron, die sich seit ihrem Börsengang nicht besonders gut entwickelt haben.

Realistisch gesehen sollen ein Index und die Fonds, die einen Index abbilden, nicht zwischen Gewinnern und Verlierern unterscheiden. Sie sollen einfach nur ein breites Aktienpaket aufweisen.

2. Inkonsequent

Das Verhalten gegenüber Snap scheint willkürlich zu sein. Wenn eine solche Zwei-Klassen-Struktur etwas Schlechtes ist, dann sollten Unternehmen, die über eine solche Struktur verfügen, auch gleich aus dem Index ausgeschlossen werden, anstatt diese Regeln nur bei neuen Unternehmen anzuwenden. Vorherige Änderungen bei den Indexen von S&P folgen nicht derselben Politik.

Als S&P Global die Entscheidung traf, im Jahr 2014 Business-Development-Unternehmen aus den führenden Indexen auszuschließen, wurden Unternehmen, die sich schon im Index befanden, nicht verschont. Sie wurden sofort entfernt und dürfen auch nicht mehr aufgenommen werden.

Die Entscheidung wurde meiner Meinung nach von der Marketingabteilung getroffen. Eine obskure Regel der Börsenaufsicht erfordert es, dass die Kosten von BD-Unternehmen bei der Kostenquote eines Indexfonds gemeldet werden, was die gemeldeten Gebühren natürlich erhöht und diese weniger attraktiv für die Investoren macht, die nur wenig recherchieren. Unternehmen mit Zwei-Klassen-Struktur zu schützen hat – wenn es um die gemeldeten Kostenquoten geht – keine solchen Nachteile, daher ist es für S&P Global leichter, Unternehmen, die sich bereits im Index befinden, auch dort zu lassen … selbst wenn es inkonsequent ist.

Wenn Snap und Facebook sich entscheiden sollten, eine Zwei-Klassen-Struktur umzusetzen, bevor S&P Global sich dazu entschließt, diese aus den bekannten Indexen auszuschließen, dann ist klar, warum nur ein Unternehmen aufgenommen wird.

3. Indexfonds stimmen nur selten gegen das Management

Es ist nicht undenkbar, dass Indexfonds an einem bestimmten Punkt in der Zukunft die Hälfte aller Aktien unter Management besitzen werden. Die drei großen Indexfonds-Unternehmen BlackRock, Vanguard und State Street besitzen mehr als 13 % aller Aktien im S&P 500 und verfügen damit über 13 % der Stimmrechte bei den meisten Unternehmen.

Da immer weitere Vermögenswerte in Indexfonds fließen, ist es möglich, dass die drei größten Indexfondsmanager am Ende die Kontrolle über viele Unternehmen bekommen werden. Da sie jetzt schon über 13 % der Stimmrechte bei vielen Unternehmen im S&P 500 verfügen, sind sie jetzt schon der größte Einflussfaktor bei der Auswahl von Vorstandsmitgliedern bis hin zur Ratifizierung von Unternehmensprüfern.

Wenn S&P Global sich um Corporate Governance bemühen möchte, dann sollte sich das Unternehmen die Fondsmanager, die Millionen Dollar an Gebühren jedes Jahr bezahlen, um die Indexe abzubilden, einmal genauer ansehen. Eine Studie aus dem Jahr 2017 enthüllte, dass die großen drei Fondsmanagement-Unternehmen bei mehr als 90 % der Abstimmungen der Aktionäre mitstimmen. Sie werden wohl noch öfters stimmen, wenn aktivistische Investoren im Spiel sind.

Eine erste interessante Beobachtung ist, dass bei Vorschlägen, bei denen das Management empfiehlt, dagegen zu stimmen (BlackRock 6 %, Vanguard 2 %, State Street 5 %), nur ein kleiner Teil der Opposition der Großen Drei gegen das Management auftritt. Eben jene Vorschläge, bei denen das Management empfiehlt, dagegen zu stimmen, sind üblicherweise Dinge, die aktivistische Aktionäre vorschlagen. Das legt nahe, dass sich die Großen Drei auf die Seite des Managements schlagen, um nicht willkommene Aktivisten abzuwehren. Das könnte ein wichtiger Einflussfaktor der Großen Drei auf das Management sein.

Es ist wahrscheinlich, dass einmal der Tag kommen wird, an der Unternehmen vor der schwierigen Wahl stehen werden: Eine Mehrklassen-Struktur anzuwenden, um 100 % der Stimmrechte bei den Insidern zu belassen oder eine Aktie mit einer einzigen Klasse zu listen und den Großen Drei de facto die Stimmrechte zu überlassen.

Ein paar Insidern die komplette Kontrolle über ein Unternehmen zu geben, ist vielleicht nicht unbedingt etwas Gutes, ich bin mir aber auch nicht sicher, ob es besser ist, die Kontrolle den Großen Drei zu überlassen.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Berkshire Hathaway (B-Aktien), Facebook, Nike und Workday.

Dieser Artikel wurde von Jordan Wathen auf Englisch verfasst und am 03.08.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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