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Uff! Mit James, Müller und Boateng zum IPO: Siemens Healthineers

Copyright: FC Bayern München / Getty Images

Normalerweise sehe ich die strategischen Maßnahmen von Siemens (WKN:723610) ziemlich positiv. Der Fokus auf die Digitalisierung und Elektrifizierung bei gleichzeitigem Hinzuziehen von starken Joint Venture-Partnern, das passt einfach. Aber wie die Ausgliederung von Healthineers läuft, überzeugt mich noch nicht so richtig.

Das ist der Status Quo

Die Gesundheitssparte soll bis Mitte 2018 auf eigenen Beinen stehen. Bis dahin legt man nun alles in die Waagschale, um die Tochter hübsch zu machen. Dazu gehört, dass Randbereiche abgestoßen und Kernbereiche gestärkt werden. So wurde im Juli die ELISA Immundiagnostik an die italienische DiaSorin verkauft, während fast gleichzeitig Epocal Inc. übernommen wurde, eine Tochter von Alere, welche portable Blutgasanalysesysteme entwickelt.

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Auch bei einer dritten aktuellen Meldung geht es um die Diagnostik: Gemeinsam mit dem Bau- und Ingenieursdienstleister Jacobs Engineering feierte man kürzlich den Spatenstich für eine signifikante Erweiterung der Forschungs- und Fertigungskapazitäten in Walpole (Massachusetts). Rund 300 Mio. US-Dollar sollen so in den nächsten drei Jahren investiert werden. Dabei geht es vor allem um Tests für die Laboranalyse. Auch die Blutgasanalyse spielt hier eine Rolle, was also strategisch mit der Epocal-Übernahme zusammenpasst.

Zudem wird in Schanghai der Bereich Diagnostik ausgebaut, um bei den Tests nicht von Importen abhängig zu sein und günstig liefern zu können. Aber nicht nur in China und den USA, sondern auch zuhause wird investiert: Im fränkischen Forchheim wurden knapp 100 Mio. Euro in ein vor wenigen Wochen eröffnetes Büro- und Entwicklungsgebäude gesteckt. Zudem wurde mit starken Partnern der Region im Juni das Netzwerk d.hip („Digital Health Innovation Platform“) ins Leben gerufen, um die Digitalisierung im Gesundheitswesen voranzutreiben.

Passend dazu wurde im Februar eine Cloud-Plattform präsentiert, auf der sich bereits eine Vielfalt von führenden Anbietern mit ihren digitalen Lösungen angedockt hat. Sie soll unter anderem dabei helfen, Ärzten bessere Entscheidungsgrundlagen zu liefern und die Effizienz im Krankenhaus zu erhöhen. Das ambitionierte Angebot läuft in der Microsoft (WKN:870747)-Cloud und soll im Herbst live gehen.

Zu guter Letzt wird über die Integration der kognitiven Watson-Technologie von IBM (WKN:851399) ein neues Geschäftsfeld namens „Population Health Management“ aufgebaut, bei dem es etwa darum geht, kostenintensive Chroniker koordiniert und effizient zu versorgen.

Was davon zu halten ist

Ich muss sagen, es ist schon beeindruckend, wie viele große Initiativen Siemens in den letzten Quartalen gestartet hat, um die Gesundheitssparte fit für die Zukunft zu machen. Die strategischen Maßnahmen sind für sich betrachtet auch alle irgendwie sinnvoll.

Insgesamt wirkt es für mich aber auch etwas zu gewollt. Anscheinend will man den Investoren unbedingt zeigen, dass man es erstens mit der Digitalisierung ernst meint, dass man zweitens nicht nur in Europa, sondern auch in Amerika und Asien stark aufgestellt ist sowie drittens, dass man in allen Geschäftsfeldern zu den besten und größten der Branche zählt.

Jetzt hat man sich auch noch beim FC Bayern teuer eingekauft, um das Label „offizieller Medizintechnik-Partner“ tragen zu dürfen. Der neue Publikumsliebling James sowie Thomas Müller und der verletzte Jérôme Boateng lachen jetzt also bestimmt bald aus dem Magnetspintomographen, um Kunden in aller Welt von der überlegenen Technik zu überzeugen. Ein geschickter Schachzug? Wer weiß … Arjen Robben bevorzugt wahrscheinlich eher die Geräte der niederländischen Philips (WKN:940602), Sponsor seines Ex-Vereins Philips Sport Vereniging (PSV) Eindhoven.

Sauer aufgestoßen ist mir jedenfalls die Überlegung des Managements, eventuell in den USA an die Börse gehen zu wollen, weil die dortigen Investoren mehr vom Medizintechnikgeschäft verstünden. Zum einen erscheint es mir fragwürdig, ob in New York wirklich mehr erlöst werden könnte als in Frankfurt.

Zum anderen würde das derzeit unkalkulierbare USA-Risiko damit noch zusätzlich erhöht. Sammelklagen im Medizinbereich sind kein Spaß und auch die dortige Börsenaufsicht schlägt gerne mal empfindlich dazwischen. Außerdem würde man die Identität als fränkisches Unternehmen verleugnen, was bestimmt nicht zur Mitarbeitermotivation beitrüge.

Und was machen wir daraus?

Ich denke, anstatt noch monatelang auf den Börsengang zu warten, kann man sich auch überlegen, ob man nicht besser beim Konkurrenten Philips einsteigt, der sich bereits seit Längerem auf das Thema Gesundheit konzentriert. Auf mich wirkt die Gesamtstrategie der Holländer harmonischer und was die Digitalisierung angeht, haben diese ebenfalls bereits große Fortschritte gemacht.

Wenn Healthineers dann endlich an die Börse geht, wäre ich anfangs noch etwas vorsichtig. Da will ich zunächst sehen, ob die vielfältigen Initiativen greifen und vor allem, ob das Digitalgeschäft wirklich Früchte trägt.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. Teresa Kersten arbeitet für LinkedIn und sitzt im Vorstand von The Motley Fool. LinkedIn gehört zu Microsoft.

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