The Motley Fool

Der große Schock für Daimler, BMW und Volkswagen

Und wieder machen die großen deutschen Autohersteller Schlagzeilen.

Und wieder einmal ist der Grund nichts Positives.

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Du wirst jetzt vielleicht glauben, dass ich auf den massiven Rückruf von Daimler (WKN:710000) anspreche, um die Emissionen von Millionen von ihren Autos „zu richten“. Könnte sein.

Vielleicht denkst du jetzt auch, dass ich auf den Rückruf von 850.000 Autos von Audi (WKN:675700) (das ja zu Volkswagen (WKN:766400) gehört) anspiele, um „die Emissionssoftware zu reparieren“. Ja, das könnte auch sein.

Du denkst jetzt vielleicht, dass ich auf die Anschuldigungen der geheimen Preisabsprachen zwischen Daimler, Volkswagen und BMW (WKN:519000) anspiele, die Hunderte von Angestellten betraf und mehrere Jahrzehnte dauerte … ja, darüber könnte ich jetzt auch sprechen.

Wie man es auch dreht und wendet, es war keine gute Woche für die deutschen Autobauer.

Einen Moment. Die letzten paar Jahre waren nicht besonders gut für die deutschen Autobauer.

Damals im Jahr 2015, am 18. September 2015, um genau zu sein, lief die Sache aus dem Ruder. Seither ist die Sache etwas verfahren (das ist doch der richtige Zeitpunkt für so ein Wortspiel, oder?) Damals wurde gemeldet, dass VW eine „Schummelsoftware“ in seine Autos eingebaut habe, um bei Emissionstests zu betrügen.

Daraufhin brach der Kurs der VW-Aktie ein. Zwischen dem 17. September 2015 und dem 22. September verlor die Aktie fast 40 % ihres Wertes.

Aber hier kommt eine Information, die dich aufhorchen lassen sollte.

Zwischen dem 17. September 2015 und dem 21. Juli 2017 fiel die Daimler-Aktie fast genauso weit wie die von Volkswagen. In den Nachwehen des Skandals gab es bei VW eine Erholung und jetzt ist die Aktie „nur“ um 17,9 % gefallen. Daimler hat 17,1 % verloren. BMW hat nicht so viel verloren, die Aktie musste im selben Zeitraum trotzdem 5,3 % abgeben.

Quelle: S&P Global Market Intelligence.

Wenn dir das jetzt verrückt vorkommt, dann bist du nicht der einzige. Ich vertraue normalerweise den Daten von Standard & Poor’s, aber trotzdem habe ich mehrere Quellen überprüft, um sicherzugehen.

Wie kann es sein, dass Daimler jetzt einen derartigen Rückruf veranlasst hat, es aber keine strafrechtlichen Konsequenzen gibt und die Aktie genauso viel wie Volkswagen verloren hat, das Milliarden von Euro Strafe zahlen muss?

Was ist mit BMW? Warum hat sich die Aktie im selben Zeitraum so schlecht entwickelt? Seit Ende 2015 stieg der Gewinn pro Aktie bei BMW um mehr als 15 %, während die Kursentwicklung dafür gesorgt hat, dass die Aktie nur mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 7,4 gehandelt wird.

Daher stelle ich die Frage noch mal: Wie geht das?

Die einfache Wahrheit ist, dass es vielleicht keinen Grund dafür gibt.

Lange Zeit wollten die Akademiker den Finanzmärkten Rationalität nachweisen. Der Gedanke war, dass obwohl ein Einzelinvestor nicht immer rational ist, viele Investoren auf dem Markt im Durchschnitt zu einem rationalen Ergebnis führen sollten. Oder so ähnlich.

Natürlich ist es schwer zu glauben, dass die Märkte rational sind, wenn wir uns eine Ära wie die Dotcom-Blase und die Blase am amerikanischen Immobilienmarkt ansehen. Die Märkte kamen im Jahr 2000 nicht zur Rettung, als die Einzelinvestoren sich entschieden, dass ein Unternehmen ohne Umsatz Milliarden von Dollar wert sein sollte.

Wenn wir uns ansehen, wie der Markt Volkswagen behandelt hat, dann ergibt das alles auch keinen Sinn. Das Unternehmen meldete gerade erst eine weitere Strafzahlung von 154 Millionen US-Dollar, die das Unternehmen in Kalifornien bezahlen muss. The Financial Times merkte an, dass der Autobauer in Nordamerika allein schon ein hübsches Sümmchen an Strafzahlungen angehäuft habe:

Die Gesamtkosten des Skandals für den Autobauer belaufen sich in Nordamerika auf 24 Milliarden US-Dollar inklusive Strafzahlungen, Bußgelder, Entschädigungen für die Kunden und die Kosten für den Rückkauf der eigenen Fahrzeuge.

Es scheint seltsam, dass der Marktwert des Unternehmens nur um etwa 18 % oder 13 Milliarden Euro gesunken ist. Strafzahlungen in anderen Teilen der Welt oder der Schaden für das langfristige Geschäft und den Ruf des Unternehmens kommen ja auch noch dazu.

Was sollen wir glauben?

Das wird dich jetzt vielleicht nerven, aber ein Teil der Antwort ist Folgendes: Du kannst glauben, was du willst.

Nein, im Ernst.

Ich will darauf hinaus, dass „der Markt“ weit davon entfernt ist, ein allwissendes Orakel zu sein. Oft weiß der Markt selbst nicht, was gerade los ist oder was die Dinge wert sind, egal wie viele Investoren mitmachen.

Die Auto-Aktien sahen vor dem VW-Skandal günstig aus. Im Juni 2015 wurden die Aktien von BMW und Daimler mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 11 bewertet. Diese Bewertungen sind seither derart gesunken, da die Marktteilnehmer einfach nicht wissen, was sie mit diesen Skandalen anfangen sollen. Zusätzlich besteht jetzt noch die Unsicherheit über das, was als Nächstes kommt.

Anstatt einfach nur die Aktie von VW günstiger zu machen, liegt jetzt eine dunkle Wolke über allen Autoherstellern und, offen gestanden, sind die Bewertungen der Zulieferer jetzt auch niedriger. Das könnte noch durch die Tatsache verschlimmert werden, dass ihre ETFs gerade sehr beliebt sind und die behandeln alle Aktien eines Sektors gleich. Du magst also VW nicht besonders? Dann verkaufe den ganzen Sektor durch einen entsprechenden ETF.

Es geht nicht um heute, es geht um morgen

Es ist weiterhin eine fundamentale Wahrheit der Börse, dass „der Markt“ sich nicht darum schert, was heute passiert ist, oder vor sechs Wochen. Der Markt versucht permanent ein Gespür dafür zu bekommen, was morgen passieren wird.

Das bedeutet, dass die aktuellen Bewertungen der Autounternehmen nicht das widerspiegeln, was passiert ist. Sie spiegeln das wider, was die Investoren glauben, was passieren wird.

Jetzt fragst du vielleicht, ob das bedeutet, dass wir diese Aktien kaufen sollten?

Im Moment möchte ich es so ausdrücken: In Situationen wie diesen mit viel Angst und jeder Menge Unsicherheit gibt es das Potenzial der Irrationalität, das großartige Investitionsgelegenheiten schafft.

Nee … es ist nicht so kompliziert wie du denkst, wie ein Profi zu investieren

Jaja, ich weiß … die Profis lassen es so unglaublich kompliziert erscheinen. "Finanzmodelle" zu erstellen klingt so raffiniert. Und schwer. Es ist aber alles andere als schwer. Die Mathematik ist einfach. Der Prozess ist klar. Und jetzt kannst du es von The Motley Fool lernen. Klick hier, um unseren neuen Sonderbericht "Wie man ein Unternehmen bewertet: Eine Einführung" kostenlos herunterzuladen.

Matt besitzt Aktien von Daimler und BMW. The Motley Fool empfiehlt Daimler und BMW.

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