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Milliardenmarkt Krebstherapie: Die aussichtsreichsten Aktien im Check

Bild: Getty Images

Statt Pillen bald Zellen gegen Krebs? Wie soll das funktionieren, welche Technologien sind derzeit am aussichtsreichsten und welche Unternehmen werden die wahren Gewinner sein? Wenn man in Wachstumsaktien investieren möchte und den Zug bei der Immuntherapie nicht verpassen will, dann gibt es schon heute Unternehmen, die man unbedingt auf dem Kurszettel haben sollte.

Revolutionäre Entwicklungen beim Kampf gegen Krebs

Wir befinden uns gerade in einer revolutionären Phase bei der Bekämpfung von Krebs. Zum aktuellen Trend der Personalisierten Medizin setzt sich mehr und mehr die Erkenntnis durch, dass Krebserkrankungen holistisch betrachtet werden müssen. Die Möglichkeit, unser eigenes Immunsystem bei der Zerstörung der Krebszellen umzuprogrammieren und zu unterstützen, hat die Erwartungen an diese neue Behandlungsform in die Höhe katapultiert.

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Heute kennen wir natürlich die Strahlen- und Chemotherapie sowie aus jüngster Zeit Antikörper gegen Krebs, die gezielter wirken als traditionelle Verfahren. Aber was kommt als nächstes?

Unser Körper selbst zeigt uns, wie es geht

Immunzellen gehen in unserem Körper Streife und unterscheiden zwischen „fremd“ und „selbst“ und suchen nach kranken oder geschädigten Zellen. Damit wehren sie Infektionen ab, zerstören spontan auftretende Krebszellen, beenden die Immunantwort, um eigenes Gewebe nicht zu schädigen und behalten ein immunologisches Gedächtnis, um das Fremde nächstes Mal schneller abzuwehren.

Jede Zelle hat normalerweise auf ihrer Oberfläche sehr typische Proteine oder Stücke davon, wie eine Art Personalausweis. Die präsentierten Proteinstücke stellen ein Abbild oder eine Art Muster der in der Zelle hergestellten Proteine dar.

Funktioniert eine Zelle so, wie sie soll, lässt sich dies am Ausweis ablesen. Ist eine Zelle von einem Virus befallen oder krebsartig, werden auch die fremden Proteine vorgezeigt. Diese lösen eine Immunreaktion aus, durch die letztendlich die gesamte Zelle getötet und abgebaut wird.

Die freigesetzten fremden Proteine werden von Antikörpern erkannt und geben damit das Start-Signal für weitere Immunreaktionen. Und das Beste ist, dass sich unser Körper diese fremden Proteine merkt und beim nächsten Auftreten dann schneller erkennen und abbauen kann.

Das Problem: Krebszellen können Ausweichstrategien gegen eine Immunantwort entwickeln. Zum Beispiel indem sie sich „unsichtbar“ für das Immunsystem machen oder indem sie die Immunreaktion hemmen. Clever, oder?

Tumorzellen können auf ihrer Oberfläche Merkmale tragen, die die Aktivität von Immunzellen abschwächen. Oder sie bilden Botenstoffe, die die Aktivität von Immunzellen hemmen. Oder sie mobilisieren regulatorische Immunzellen, die normalerweise dafür zuständig sind, unerwünschte Immunreaktionen gegen eigenes Gewebe zu unterdrücken. Durch ihre Aktivierung wird aber auch die Immunantwort gegen Krebszellen unterdrückt. Das ist alles wirklich kompliziert.

Neue Erfolge in der Immuntherapie

Im Moment erobern sogenannte „Checkpoint-Inhibitoren“ den Markt im Sturm. Das sind Antikörper, die extra dafür entwickelt wurden, das Immunsystem zu aktivieren, indem sie sich gegen körpereigene „Bremsen“ im Immunsystem richten und so eine Unterdrückung der Immunantwort verhindern. Die Erfolge sind oft sehr gut, erreichen aber bei weitem nicht alle Patienten und Krebsarten.

Gerade jetzt kommt eine neue revolutionäre Welle von Entwicklungen auf uns zu, die auf lebenden Zellen basieren:

Chimäre Antigenrezeptor-T-Zell (CAR-T)-Therapien sind Zelltherapie, Gentherapie und Immuntherapie zugleich. Es handelt sich hier um Immunzellen (T-Zellen) aus dem Patienten, die gentechnisch so verändert werden, dass sie Patienten-spezifische Tumorantigene erkennen und so die Krebszellen zerstören.

Jetzt gerade spannend ist , dass eine solche Therapie kurz vor der ersten Zulassung überhaupt steht. Am weitesten fortgeschritten sind hier Novartis (WKN:904278) und Kite Pharma (WKN:A116CA), die sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern. Das Oncologic Drugs Advisory Committee hat erst kürzlich eine positive Empfehlung für die CAR-T Zelltherapie von Novartis ausgesprochen. Die amerikanische Zulassungsbehörde FDA folgt einer solchen Empfehlung im Allgemeinen, so dass Novartis wohl als Sieger hervorgehen wird.

Des Weiteren sind die deutsche Medigene (WKN:A1X3W0), bluebird bio (WKN:A1W025) sowie Juno Therapeutics (WKN:A12GMP) dabei, neue CAR-T-Zelltherapien durch die klinischen Studien zu bringen.

Bei Novartis, Kite und Juno gab es allerdings während der klinischen Studien Todesfälle zu beklagen, die auf sogenannte „Zytokinstürme“ zurückgehen. Durch die Behandlung mit CAR-T geriet das Immunsystem betroffener Patienten außer Kontrolle, so dass es zu einer sich selbst verstärkenden Rückkoppelung zwischen Zytokinen und Immunzellen kam.

Die ausgezeichnete Wirkung der CAR-T-Therapien wurde mehrfach nachgewiesen, aber neben den Todesfällen gibt es zwei weitere Probleme: erstens ist die individuelle Herstellung aus patienteneigenen T-Zellen eine infrastrukturelle und logistische Herausforderung und zweitens könnte solch eine Therapie leicht 500.000 US-Dollar oder mehr kosten.

Was sind die (besseren) Alternativen?

Ich persönlich glaube fest daran, dass gentechnisch veränderten Zellen die Zukunft im Kampf gegen Krebs gehört. Einen technologischen Schritt weiter ist Cellectis (WKN:A14QZE) mit einen molekularen Schalter, der die CAR-T-Zellen ein- und ausschalten kann.

Bellicum Pharmaceuticals (WKN:A12GT1) hat eine ähnliche Technologie. Beide Unternehmen haben damit den unschätzbaren Vorteil, bei Zytokinstürmen die T-Zellen zu inaktivieren und damit den Patienten nicht weiter zu gefährden.

Was aber ist noch entscheidend? Brauchen wir nicht Therapieformen, die auch bezahlbar sind? Aus diesem Grund wäre eine „Zelltherapie ab Lager“ wünschenswert, bei der man eben nicht Patienten-eigene Zellen braucht, sondern Spenderzellen oder noch besser Zelllinien (Zelllinien sind Zellen einer Gewebeart, die sich in einer Zellkultur unbegrenzt fortpflanzen können).

Cellectis und Celyad (WKN:A1W7Q9) setzen beide auf Spenderzellen als Ausgangsmaterial, und bei beiden Unternehmen ist daher mit geringeren Therapiekosten als bei den zuvor erwähnten zu rechnen, was ich als klaren Wettbewerbsvorteil sehe.

Wirklich interessant an Celyad ist ihre NKR-2-Therapie. Dabei handelt es sich um T-Zellen, die gentechnisch so verändert werden, dass sie den sogenannten natürlichen NKG2D-Rezeptor tragen. Dieser Rezeptor bindet an gleich acht verschiedene Liganden, die bei 80 % aller Krebsarten auftreten.

Erstaunlich ist zudem, dass auch den Tumor ernährende Blutgefäße zerstört werden sowie inhibierende Zellen, die den Tumor vor dem Immunsystem beschützt haben. Und Antikörper gegen den Tumor verbleiben ebenfalls im Körper und unterbinden das erneute Ausbrechen.

Ist das nicht eine Waffe gegen fast jede Krebsart? Erste klinische Studien wecken Optimismus, doch müssen die Zeit und weitere klinische Studien zeigen, wie effektiv eine solche Therapie im Vergleich wirklich sein wird.

Celyad’s CEO Christian Homsy selbst äußerte sich kürzlich kritisch, ob Spenderzellen schon der optimale Weg für eine „Zelltherapie ab Lager“ wären:

„I doubt that allogeneic CAR-T can be a real off-the-shelf therapy. There are still some significant scientific challenges with regards to immunology, as well as manufacturing, transportation, traceability and banking solutions necessary to reach the scale needed for widespread patient treatment.”

Sind „Living Drugs in a Bag“ das nächste große Ding?

Die amerikanische Nantkwest (WKN:A14XC6) mit ihrem erfolgreichen Multi-Milliardär und CEO Dr. Patrick Soon-Shiong setzt hingegen auf eine Zelllinie natürlicher Killerzellen, die beliebig vermehrt werden kann. Damit ist man völlig unabhängig von Spendern, kann die Zellen einfrieren und bei Bedarf direkt beim Hausarzt einsetzen.

Und das Beste: die Zelllinie hat keine inhibierenden Rezeptoren, so dass sie vom Immunsystem nicht abgeschaltet werden kann. Diese Zellen können Krebszellen direkt abtöten. Zudem können sie gentechnisch mit Rezeptoren für spezifische Antikörper versehen werden, welche die Krebszellen gezielt noch stärker abtöten. Auch mit chimären Antigenrezeptoren (CAR) kann man sie ausstatten – je nach zu behandelndem Krebs.

Nantkwest hat kürzlich angekündigt, seine klinischen Studien zu Krebs im Pankreas um Lunge, Brust, Darm, Melanom, Eierstock und einige weitere auszudehnen, so dass man gespannt sein darf auf die ersten Ergebnisse.

Wer an dieser revolutionären Entwicklung mit Aktien teilhaben möchte, sollte einen Fuß in die Tür der genannten Unternehmen stellen. Einen Favoriten zu nennen ist Geschmacksache, und alle haben definitiv viel Potenzial.

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Stefan Graupner besitzt Aktien von Nantkwest. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Bluebird Bio. The Motley Fool empfiehlt Juno Therapeutics.

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