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Glück, Pech und Emotionen pur: Mein erster Aktienkauf!

Quelle: Thomas Brantl

Erinnerst du dich noch an deinen ersten Aktienkauf? Oder stehst du vielleicht gerade selbst vor der Entscheidung, welche Aktie als erste in dein Depot aufgenommen werden soll? In beiden Fällen könnte es dich interessieren, welche Aktien drei unserer Foolishen Autoren als erstes gekauft haben und ob diese Investitionen ein Erfolg waren.

Vielleicht kannst du aus unseren Fehlern lernen, vielleicht amüsierst du dich aber auch einfach nur über aberwitzige Auswahlkriterien und Entscheidungsfindungen. Bist du gespannt, welche Aktie unsere erste war?

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Impulsives Handeln nach reiflicher Überlegung

Vincent Uhr: Mein erster Aktienkauf lief wirklich chaotisch ab. Aber eigentlich war alles ganz anders geplant. Fast ein Jahr lang beschäftigte ich mich intensiv mit dem Thema Investieren. Ich las im Vorfeld mehrere Bücher und alles an News, was mir in die Quere kam, bevor meine Bestrebungen ernst wurden. Letztlich kam ich nach vier Tagen der tiefergehenden Analyse zu dem Entschluss, BASF (WKN: BASF11) zu kaufen. Ich ließ mir Zeit, wollte schließlich keinen Fehler begehen.

Und dann setzte das Chaos ein. Denn ich sah, dass BMW (WKN: 519000) momentan eine etwas höhere Dividendenrendite bot als mein ausgewähltes Exemplar BASF. Oh. Mein. Gott. Ich war erstaunt. Und entschied mich kurzerhand um und kaufte anstatt BASF-Aktien (die ich wirklich bis zum Erbrechen analysiert hatte!) nun diejenigen von BMW, ohne jegliche Analyse, ohne jeglichen Verstand.

Doch zum Glück weiß ich es heute besser. Ich war damals, wieso auch immer, echt aufgeregt und anfällig für Kurzschlussreaktionen. Dadurch habe ich aber gelernt, dass impulsive Gedanken keinen Platz in der Investmentwelt verdient haben, sondern man immer der vorangegangenen Analyse trauen sollte, auch wenn in anderen Branchen möglicherweise Unternehmen mit höheren Renditen warten. Die haben in der Regel noch Zeit.

Ein Quäntchen Glück hatte ich aber trotzdem. Denn BMW schlug sich im Weiteren gar nicht so verkehrt, auch wenn BASF angesichts der letzten Monate die deutlich bessere Wahl gewesen wäre.

Geduld, Geduld und Geduld

Marlon Bonazzi: Meine allerersten Wertpapierkäufe waren weder besonders interessant, noch lehrreich. Am Anfang hatte ich nur ein paar ETFs im Portfolio, habe dann aber nach einer Weile doch noch gemerkt, dass ich mehr Interesse daran habe, wie ein Fool zu investieren und mir meine ersten Aktien selbst ausgesucht.

Darunter war auch das chinesische Unternehmen Tencent (WKN:A1138D). Es war schon damals ein interessantes und rasant wachsendes Internetunternehmen. Ich habe im Herbst 2014 knapp über 11 Euro pro Aktie gezahlt und wurde gleich in den Wochen nach dem Kauf mit einem Kursanstieg belohnt.

Genau dann habe ich mich aber nicht wie ein waschechter Fool verhalten, sondern habe meine Anteile verkauft. Der Gewinn war schön, aber nicht immens, und nach Tradingkosten und Steuern blieb auch nicht mehr allzu viel davon übrig. Ich wollte damals einfach meine ersten Gewinne realisieren und hatte auch wenig Angst vor dem so oft prophezeiten Crash. Sorgen um das Unternehmen habe ich mir damals eigentlich keine gemacht.

Dass sich eine solche Ungeduld nicht auszahlt, musste ich in den letzten Jahren schmerzhaft feststellen. Die Aktie notiert mittlerweile bei über 30 Euro und hat sogar schon ein paar, wenn auch ziemlich kleine, Dividenden ausgeschüttet. Seitdem habe ich mir geschworen, nie wieder ungeduldig zu sein.

Ohne Ziel und ohne Sinn kauf ich einfach vor mich hin

Thomas Brantl: Als ich meine ersten Aktien gekauft habe war ich gerade einmal 18 oder 19 Jahre alt und hatte ein paar hundert Euro von meinem Ausbildungsgehalt zur Seite gelegt. Nachdem ich bei der ortsansässigen Bank ein Depot angelegt habe (was mein erster Fehler bereits vor dem Aktienkauf war, die Gebühren waren schauerhaft hoch) war ich wild entschlossen, es mit der ersten Aktie zu befüllen.

Mit Feuereifer, aber leider mit wenig Wissen über das Thema Aktien und Unternehmen, habe ich mich also auf die Suche begeben. Und weil mir weder KGV, EBIT noch Marktkapitalisierung etwas gesagt haben, habe ich einfach nach namhaften Titeln mit niedrigen Kursen gesucht.

Fündig geworden bin ich schließlich bei TUI (WKN:TUAG00). Die Aktie kostete damals um die 15 Euro und war damit eine der günstigsten im gesamten DAX. Heute weiß ich selbstverständlich, dass der Nennwert einer Aktie relativ unbedeutend ist. Den wahren Wert eines Unternehmens verrät nämlich die Marktkapitalisierung, also der Preis je Aktie multipliziert mit der Anzahl aller sich im Umlauf befindlichen Anteile.

Die Aktie dümpelte ein paar Monate vor sich hin, bevor ich sie für annähernd den Einkaufspreis wieder verkaufte. Wirklich Sinn hat das Ganze damals natürlich nicht gemacht. Heute besitze ich übrigens wieder Aktien von TUI. Diesmal allerdings, weil ich glaube, dass TUI über eine bekannte und renommierte Marke verfügt. Und da Urlaub Vertrauenssache ist, stellt diese Tatsache in meinen Augen einen wunderbaren Wettbewerbsvorteil dar.

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Vincent besitzt Aktien von BMW. Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. Thomas Brantl besitzt Aktien von TUI. The Motley Fool empfiehlt BMW.

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