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Kann IBM dieses Jahr wieder wachsen?

Foto: IBM.

Seit fünf Jahren konnte IBM (WKN:851399) seine vierteljährlichen Umsätze nicht mehr erhöhen. Die Rückgänge waren teilweise schockierend groß, besonders im Jahr 2015, als die Jahresumsätze um 12 % einbrachen. Das lag allerdings größtenteils an den Veräußerungen und ungünstigen Währungseffekten. Daher sagen uns diese Zahlen nicht die ganze Wahrheit. Aber selbst auf bereinigter Basis fielen die Umsätze von IBM langsam aber sicher seit 2012 immer weiter.

Das erste Quartal dieses Jahres machte den Investoren daher erneut Sorgen, dass eine Rückkehr zum Umsatzwachstum wieder nicht im Bereich des Möglichen wäre. Die Aktie brach ein, nachdem IBM die Umsatzerwartungen nicht erreichen konnte. Hinzu kamen noch Verzögerungen bei der Abwicklung einiger größerer Service-Verträge. Zumindest einer dieser Verträge, ein Cloud-Vertrag im Wert von 1,7 Milliarden US-Dollar mit einer größeren britischen Bank konnte seither abgeschlossen werden. Die Aktie hat sich trotzdem noch nicht erholt.

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Für IBM bedeutet das, dass die sogenannten strategischen Imperative, die Unternehmensteile, die Wachstum versprechen, endlich groß genug werden müssen, um die Verluste aus den älteren Sparten auszugleichen. Die strategischen Imperative machten in den letzten 12 Monaten 42 % der Gesamtumsätze aus und sorgten für ein Wachstum um 12 % im Jahresvergleich. Das reichte aber nicht aus.

Es besteht auch die Chance, dass IBM dieses Jahr wieder wachsen kann. Das Unternehmen soll ein neues Mainframe-System in der zweiten Jahreshälfte auf den Markt bringen, was zu einem Upgrade-Zyklus bei den bestehenden Mainframe-Kunden führen könnte. Diese erhöhten Einnahmen könnten genug sein, damit IBM das erste Quartal mit Umsatzwachstum in 5 Jahren meldet.

Die Sache mit den Mainframes

Die letzte Neuheit im Bereich Mainframes kam im Januar 2015 auf den Markt, als IBM den z13 auf den Markt brachte. Das Unternehmen investierte eine Milliarde US-Dollar in die Entwicklung des Systems, dass 2,5 Milliarden Transaktionen pro Tag abwickeln kann. Zusätzlich liefert das System Verschlüsselung in Echtzeit und Analysewerkzeuge. IBM behauptet, der z13 würde 49 % geringere Kosten als eine private Cloud bieten.

Die Markteinführung des z13 sorgte zu einem starken Anstieg bei den Mainframe-Umsätzen. Das ist ein typisches Muster im Geschäft mit Mainframes von IBM. Die Umsätze stiegen um 130 % im Jahresvergleich während des ersten Quartals 2015 und sorgten für eine Erhöhung der Umsätze um 400 Millionen US-Dollar in diesem Hardware-Segment. Drei weitere Quartale mit geringerem Umsatzwachstum bei den Mainframes folgten, bis es im ersten Quartal 2016 zu einem bedeutenden Rückgang kam.

Die neuen Mainframes kommen Ende des Jahres laut CFO Martin Schroeter. Abhängig vom Timing sollte es im dritten oder vierten Quartal zu einem starken Anstieg bei den Mainframe-Umsätzen kommen. Die Markteinführung des z13 war damals aber nicht genug, um bei IBM für steigende Umsätze zu sorgen. Sie kam aber zu einem Zeitpunkt, als die Umsätze aufgrund von Währungsschwankungen noch weiter abstürzten. Die bereinigten Umsätze waren im ersten Quartal 2015 dank erhöhter Mainframe-Umsätze tatsächlich flach.

IBM befindet sich heute in einer stärkeren Position als noch vor zwei Jahren. Die Wachstumssparten sind größer und sie sollen einen kleinen Anstieg bei den bereinigten Gewinnen dieses Jahr erreichen. Die neuen Mainframes könnten gerade so ausreichen, um die Rückgänge aus den anderen Sparten auszugleichen.

Langfristiges Wachstum

Die Markteinführung der neuen Mainframes wird nicht ausreichen, damit IBM zu nachhaltigem Wachstum zurückkehrt, da die schnellen Umsatzanstiege nicht auf Dauer halten werden. Damit die Umsätze wieder nachhaltig steigen, müssen die Wachstumssparten von IBM mehr leisten. Das Cloud-Geschäft ist eine große Wachstumsmöglichkeit für das Unternehmen, das allerdings von großen Unternehmen mit komplizierten IT-Infrastrukturen abhängt. Die Cloud-Umsätze erreichten in den letzten 12 Monaten 14,6 Milliarden US-Dollar. Die Cloud als Dienstleistung soll dieses Jahr fast 60 % wachsen.

Das langfristige Ziel des Unternehmens besteht darin, ein niedriges einstelliges Umsatzwachstum, ein Einnahmenswachstum vor Steuern im mittleren einstelligen Bereich und ein Wachstum beim Gewinn pro Aktie im hohen einstelligen Bereich jedes Jahr zu erzielen. Wenn wir uns die Performance des Unternehmens in den letzten Jahren ansehen, dann scheinen diese Ziele etwas optimistisch zu sein. Ich würde nicht erwarten, dass IBM diese bald erreichen wird. Aber selbst die Rückkehr zu mäßigem Wachstum zusammen mit starker Nachfrage bei den Mainframes würde der Aktie zumindest gut tun.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Timothy Green auf Englisch verfasst und am 30.06.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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