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7 Dinge, die man heute über autonome Fahrzeuge wissen muss

Unter Investoren, Zukunftsexperten und Experten der Automobilbranche wurde viel über autonome Fahrzeuge spekuliert.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass das erste vollautonome Fahrzeug in ein paar Jahren auf den Markt kommt, vielleicht sogar eher. Das musst du wissen, um zu verstehen, was auf uns zukommt und wann:

Das selbstfahrende Auto von Googles Autoprojekt “Panda” wurde zu seiner Marke. Heute heißt sie Waymo. Das Projekt hat die Panda-Fahrzeuge in den Ruhestand geschickt und durch handfestere Straßenfahrzeuge ersetzt. Foto Alphabet

Was sind autonome Fahrzeuge?

Ein autonomes Fahrzeug ist ein Fahrzeug, welches die Aufgabe zu fahren automatisiert. Es benötigt also keinen menschlichen Fahrer, um von A nach B zu gelangen. Dabei ist es egal, ob es sich um ein Elektrofahrzeug oder eine Lkw-Zugmaschine handelt. Autonome Fahrzeuge werden manchmal als „fahrerlose“ oder „selbstfahrende“ Fahrzeuge bezeichnet. Alle drei Namen haben die gleiche Bedeutung.

Waymo testet selbstfahrende Autos mit einer Flotte speziell angepasster Chrysler Pacifica Hybrid Minivans. Foto: Waymo LLC.

Wie funktionieren selbstfahrende Autos?

Die Selbstfahrsysteme, die gegenwärtig entwickelt werden, nutzen mehrere Sensoren. Diese umfassen Kameras, Radar, GPS und Lidar (eine radarähnliche Technologie, die unsichtbare Laser verwendet), um zu jeder Zeit ein Bild von der Umgebung zu bekommen. Diese Informationen werden in einem komplizierten Rechner verarbeitet, der genau bestimmt, wo sich das Fahrzeug befindet (häufig auf ein paar Zentimeter genau), und wie man sicher um Hindernisse navigieren kann.

Viele der gegenwärtig entwickelten Systeme nutzen hochdetaillierte 3 D-Karten, die dem Computer helfen zu navigieren oder im Rahmen einer Sicherheitsprüfung sicherzustellen, dass der Computer wirklich exakt weiß, wo er sich befindet. Die Grenzen: Fahrzeuge mit diesem System benötigen häufig einen menschlichen Fahrer, der die Kontrolle übernimmt, wenn sie sich nicht mehr in ihrer Karte befinden.

(Hier ist ein Artikel auf Englisch, der dir detaillierter erklärt, welche verschiedenen Arten von selbstfahrenden Autos es gibt.)

Die Technologie selbstfahrender Autos geht über Pkws hinaus. Der Automobilriese Daimler ist ein Unternehmen, welches an selbstfahrenden Lkws arbeitet. Foto: Daimler AG.

Selbstfahrsysteme müssen große Herausforderungen meistern

Selbstfahrsysteme bestehen aus Hardware (z. B. Sensoren) und Software. Die Hardware ist bereits zum größten Teil einsatzbereit. Winzige Kameras, Radargeräte, GPS-Empfänger und Computerprozessoren sind alle verfügbar. Lidarsysteme gibt es ebenfalls, müssen aber noch weiter verbessert werden, bevor sie kostengünstig in die Massenproduktion gehen können. (Das passiert gegenwärtig)

Die Herausforderung liegt jedoch darin, die Software so weit zu entwickeln, dass sie sicher in vielfältigen Situationen genutzt werden kann. Dafür sind teure Tests notwendig. Darum nutzen Automobilhersteller und Softwareunternehmen Testflotten, die auf öffentlichen Straßen unterwegs sind. Es sollen dabei besonders Situationen getestet werden, die eine Herausforderung darstellen (bei starkem Verkehrsaufkommen in Städten oder bei Schnee und Eis beispielsweise).

Diese Testfahrzeuge haben menschliche Ingenieure an Bord, die bei Bedarf das Lenkrad übernehmen und ansonsten das Fahrzeug beobachten, um das System zu verfeinern. Die meisten Experten (innerhalb und außerhalb der Branche) denken, dass es noch mehrere Jahre dauern wird, bis das erste System für den Straßeneinsatz tauglich ist. Natürlich ist es auch schwer, vorherzusagen, wann der Gesetzgeber zustimmt.

Eis und Schnee stellen noch besondere Herausforderungen für die Sensoren selbstfahrender Autos dar. Ford ist eines von vielen Unternehmen, das seine Tests auch im Winter durchführt. Foto: Ford Motor Company.

Autonome Fahrzeuge werfen ethische Fragen auf

Die Entwickler selbstfahrender Autos müssten sich ständig über “Was wenn”-Fälle Gedanken machen und die Frage, wie sich das Fahrzeug in einer Notsituation verhalten soll, beantworten. Menschen treffen diese Entscheidung in einem Bruchteil einer Sekunde – und das ständig. Aber es ist schwierig, einem Computer die Feinheiten der menschlichen Erfahrung beizubringen, die ihn die richtigen Entscheidungen treffen lässt. Und dann haben wir uns noch gar nicht darauf geeinigt, was die richtigen Entscheidungen sind.

Es ist wahrscheinlich, dass die Antworten in vielen gängigen Szenarien standardisiert (und vielleicht durch Gesetze vorgeben) sind. Aber dorthin zu gelangen, ist eine Herausforderung für selbstfahrende Systeme.

Der Fahrdienstanbieter Uber Technologies arbeitet an seinen eigenen proprietären, selbstfahrenden Autos. Seine Flotte umfasst Volvo SUVs und Ford Fusion Sedans. Foto: Über Technologies.

Die ersten autonomen Fahrzeuge lassen noch ein paar Jahre auf sich warten

Automobilhersteller wie General Motors (WKN:A1C9CM), Softwareriesen wie Alphabets (WKN:A14Y6F) Waymo, Unternehmen, die notwendige Technologien für die Automobilhersteller liefern, wie Delphi Automotive (WKN:A1JPLB) und NVIDIA (WKN:918422), und andere Neulinge wie Uber Technologies haben entweder eigene selbstfahrende Autos auf der Straße oder liefern Schlüsselkomponenten für die Unternehmen, die eine Testflotte betreiben.

Die meisten denken, dass die autonomen Systeme, die  von den 3 D-Karten abhängen, nur noch wenige Jahre brauchen, um auf den Markt zu kommen. Vollständig fahrerlose Autos, die überall ohne menschliches Eingreifen überall hinkommen, brauchen noch etwas länger.

Als einer der ersten Hersteller baute GM mehr als 100 selbstfahrende Chevrolet Bolt Testfahrzeuge in einer seiner normalen Fabriken. Foto: General Motors.

Zu Beginn kann es sein, dass du autonome Autos nicht kaufen kannst

Obwohl mehrere Unternehmen – wie Tesla (WKN:A1CX3T) – planen, selbstfahrende Autos an Endkunden zu verkaufen, gehen viele davon aus, dass zunächst Flottenkunden (wie Uber oder Lyft) die ersten sind, die die Autos erhalten. So kann man die Schwächen der Karten am besten ausgleichen. Lyfts selbstfahrende Fahrzeuge könnten so programmiert werden, dass sie sich nur in einem bestimmten Gebiet bewegen. Es könnte noch ein paar Jahre dauern, bis die Unternehmen diese Technologien an Endkunden anbieten.

Aber irgendwann wird es so weit sein. Im Moment sieht es so aus, als ob die autonomen Systeme Schritt für Schritt in den kommenden Jahrzehnten auf den Markt kommen.

CEO von GM Mary Barra deutete an, dass die ersten selbstfahrenden Autos ihres Unternehmens in einer Flotte fahren sollen. Ein wahrscheinlicher Kunde ist Lyft. GM hält 9 % des Fahrdienstanbieters. Foto: General Motors.

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Dieser Artikel wurde von John Rosevear auf Englisch verfasst und am 27.6.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Suzanne Frey ist Managerin bei Alphabet und Mitglied des Vorstandes von The Motley Fool. The Motley Fool hält und empfiehlt Aktien von Alphabet (A-Aktien), Alphabet (C-Aktien), Ford, Nvidia, und Tesla. The Motley Fool empfiehlt  Intel.