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Sind deutsche Aktien nun teuer oder nicht? Die überraschende Antwort

Foto: Getty Images

Die Amerikaner sagen, man soll europäische Aktien kaufen.

Und das macht oberflächlich auch Sinn.

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Schaut man sich die gängigen Bewertungskennzahlen an, ist der deutsche Aktienmarkt im Vergleich zum amerikanischen um bis zur Hälfte unterbewertet. Ich habe im Zuge meiner Recherchen für Stock Advisor Deutschland einen genaueren Blick auf die Bewertung geworfen – was mir teilweise Überraschendes offenbarte.

Die Aktienmärkte in Deutschland und USA im Vergleich

USA Deutschland Unterschied
Kurs-Gewinn Verhältnis (KGV) 27,5 19,8 -28,0%
Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) 2,0 0,9 -55,0%
Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) 3,1 1,8 -41,9%
CAPE* 22,7 19,6 -13,7%

Datenquelle: starcapital.de, Stock Market Valuations
*CAPE = Cyclically Adjusted Price to Earnings Ration, entspricht dem KGV auf Basis der durchschnittlichen, inflationsbereinigten Gewinne der letzten 10 Jahre

Je nachdem welche Bewertungskennzahl man anschaut, kommt man auf eine mehr oder weniger starke vermeintliche Unterbewertung.

Natürlich sollte man sich nicht nur von der Bewertung leiten lassen. Die amerikanischen Aktienmärkte verdienen meiner Ansicht nach ein Premium, denn dort dominieren vor allem die Tech-Unternehmen, während in unserem Aktienmarkt vor allem die Autobranche stark mitmischt – Erstere haben aus meiner Sicht ein höheres Wachstumspotential, weshalb es sich auch lohnt, einen höheren Preis für diese zu zahlen.

Jetzt also blind in Deutschland zu investieren, kann sich lohnen, muss es aber nicht unbedingt. Aber schauen wir doch mal genauer nach.

Warum noch ist der deutsche Aktienmarkt so günstig?

Um eine Antwort dafür zu finden habe ich mir die Bewertungen – auf Basis der Zahlen der letzten 12 Monate – aller 160 Unternehmen angeschaut, die wir in den Hauptindizes DAX, MDAX, SDAX und TecDAX finden. Das hat mir zum Teil weniger Überraschendes, zum Teil aber doch Überraschendes offenbart.

Weniger überraschend sind die Unternehmen, die die niedrige Bewertung größtenteils verschulden. Das sind die Folgenden.

Unternehmen aus der Autobranche

Die niedrigen KGVs von zum Beispiel BMW (WKN:519000) oder Daimler (WKN:710000) (von 7,4 bzw. 7,1) sind ja praktisch in aller Munde. Auf der anderen Seite finden wir in dieser Branche auch Unternehmen wie Paragon (WKN:555869) (KGV von 78,5 und KUV von 2,3 ) oder das erst kürzlich an der Börse gestartete Aumann (WKN:A2DAM0) (KGV von 60,1 und KUV von 5,2) mit überdurchschnittlichen Bewertungen.

Letztere sind vermeintliche Profiteure der E-Mobilität, der wohl auch nach Meinung des Markts – schaut man sich die Bewertung von Tesla Motors (WKN:A1CX3T) an – die Zukunft gehört. Die Geschäftsmodelle der Unternehmen in der Branche, die in der Vergangenheit ihr Geld mit dem Verbrennungsmotor verdient haben, scheint der Markt hingegen mehr auf dem Prüfstand zu sehen.

Ob die Diskrepanz in den Bewertungen deswegen gerechtfertigt ist, ist Material für einen separaten Artikel. Fakt ist, dass die Autobranche insgesamt einen großen Teil zur relativen Unterbewertung des deutschen Aktienmarktes beiträgt.

Banken und Versicherungen

Über die düsteren Aussichten der Deutschen Bank (WKN:514000) hat mein Kollege Matt Koppenheffer bereits vor längerer Zeit geschrieben. Aber auch allgemein haben es Banken und Versicherungen aufgrund des Niedrigzinsumfelds relativ schwer, weshalb man die niedrigen Bewertungen in der Branche nachvollziehen kann.

Immobilienunternehmen

Auch Vonovia (WKN:A1ML7J) (KGV von 7,2), Deutsche Wohnen (WKN:A0HN5C) (KGV von 8,2) und andere Unternehmen aus der Immobilienbranche weisen ein vergleichsweise niedriges KGV auf. Dies würde ich dadurch erklären, dass die Nachhaltigkeit der Gewinne dieser Unternehmen in den letzten Jahren durchaus kritisch gesehen werden kann. Denn diese stammen zu (teilweise großen) Teilen aus Wertsteigerungen von gehaltenen Immobilien, was aus meiner Sicht zwei Nachteile hat:

  • Wertsteigerungen wirken sich nicht direkt auf den Cashflow aus. So hat Vonovia zum Beispiel zwischen 2013 und 2016 einen operativen Cashflow ausgewiesen, der im Durchschnitt nur rund zwei Drittel des Gewinns betrug. Bei der Deutsche Wohnen beträgt der Wert nicht einmal ein Fünftel.
  • Mieten und Immobilienpreise sind in den letzten Jahren überdurchschnittlich gestiegen. Es ist aus meiner Sicht alles andere gesagt, dass das noch sehr lange so weitergehen kann.

Die Teuren und die Billigen

Wie du siehst, kann man Erklärungen für die vergleichsweise niedrigen Bewertungen von Unternehmen in den genannten Branchen finden. Was mich dann trotzdem überrascht, ist die durchschnittliche Bewertung in den vier Indizes, rechnet man diese vier Branchen heraus. Hier ist der Überblick:

KGV
Gesamtbewertung 23,0
Nur Unternehmen aus den Branchen Auto, Finanzen, Versicherungen, Immobilien 9,5
Nur Unternehmen aus den anderen Branchen 41,1

Datenquelle: S&P Global Market Intelligence und eigene Berechnungen; Berechnung auf Basis der Unternehmen in DAX, MDAX, SDAX und TecDAX

Und jetzt können wir auch die Frage in der Schlagzeile dieses Artikels etwas differenzierter beantworten. Und zwar mit, es kommt darauf an:

Ja, schaut man in den gebeutelten Branchen – bzw. in denjenigen, in denen offensichtlich größere Unsicherheiten bestehen.

Nein, schaut man in den anderen Ecken des Marktes.

In jedem Fall würde ich sagen, dass man auf keinen Fall blind investieren sollte. Und selbst wenn man in den günstigeren Branchen schaut, sind vermeintlich bereits für die Zukunft gerüstete Unternehmen vergleichsweise teuer, wie wir im Falle der Automobilindustrie gesehen haben.

Es ist trotzdem nicht unmöglich großartige Unternehmen zu finden, in die man auch heute investieren und attraktive Renditen erwarten kann. Man muss sich nur mehr Mühe machen, als was die vermeintlich geringe Bewertung des deutschen Aktienmarktes suggeriert. Und genau das tun wir, um dich bei Stock Advisor Deutschland auch weiterhin mit den besten Anlageideen zu versorgen.

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Bernd besitzt Aktien von Tesla Motors. The Motley Fool besitzt Aktien von Tesla Motors und empfiehlt BMW, Daimler und Tesla Motors.

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