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Siemens-Aktie: 10 Dinge, die im 2. Halbjahr wichtig werden

Quelle: www.siemens.com/presse

Bei kaum einem anderen Konzern ist ständig so viel auf einmal los wie bei Siemens (WKN:723610). Gar nicht so leicht für Aktionäre, bei all den Portfoliomaßnahmen, Mega-Deals und Innovationen den Überblick zu behalten. Hier ist meine Liste der wichtigsten Punkte, auf die wir jetzt achten sollten.

1. Gamesa: Nach Konsolidierung weiter auf Erfolgskurs?

Nach langwierigen Verhandlungen hat es nun endlich geklappt, das Windkraftgeschäft bei Gamesa (WKN:A0B5Z8) unterzubringen. Da Siemens nun Mehrheitsaktionär der fusionierten Einheit ist, wird Gamesa bereits im aktuellen Geschäftsjahr konsolidiert. Diese Woche findet die erste gemeinsame Aktionärsversammlung statt und der Deutsche Markus Tacke übernimmt das Ruder.

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Die Aktie legte in fünf Jahren um sagenhafte 1.300 % zu. Zuletzt wurde ein wichtiger Auftrag aus Russland gemeldet. Allerdings erwartet Siemens auch, dass aufgrund der Restrukturierungsanstrengungen zunächst Belastungen anfallen. So soll das Werk der ebenfalls erworbenen Marke Adwen in Bremerhaven-Luneort geschlossen oder umgewidmet werden. Wichtig wird also sein, dass jetzt nicht zu viel Sand ins Getriebe kommt, damit die Erfolgsstory weitergeht.

2. Mentor Graphics: Digitaltreiber oder Ergebnisbremse?

Die zweite große Transaktion bestand aus der Übernahme von Mentor Graphics. Diese stellt Software her, um die Komplexität bei der Entwicklung von integrierten elektronischen Systemen drastisch zu senken und vervollständigt somit Siemens bereits umfangreiches digitales Portfolio für Ingenieure.

4,5 Mrd. US-Dollar mussten dafür aufgebracht werden. Für ein Unternehmen mit zuletzt 155 Mio. US-Dollar Gewinn ein durchaus stolzer Preis. Sollten sich die hohen Erwartungen nicht ganz so erfüllen wie erhofft, dann wäre mit erheblichen Firmenwertabschreibungen zu rechnen. Erste Erfolge sollten deshalb am besten schon vor Jahresende sichtbar werden.

3. MindSphere: Dominanz oder einer von vielen?

Ein weiteres wichtiges Digitalthema hört auf den Namen MindSphere. Die Cloud-Plattform will das Betriebssystem der Industrie 4.0 sein und könnte ein echter Goldesel für den Konzern werden. Aber weitere mächtige Spieler wie Bosch, die Deutsche Telekom (WKN:555750) oder SAP (WKN:716460) sowie die internationalen IT-Riesen greifen ebenfalls nach Marktanteilen.

Aufgrund ihrer führenden industriellen Position befindet sich Siemens allerdings in einer einmalig guten Ausgangsposition, die eigentlich nur von General Electric (WKN:851144) angefochten werden kann. Es kommt jetzt also darauf an, dass das Partnernetzwerk weiterhin wächst und es gelingt, sich vom Wettbewerb abzusetzen.

4. Mobility: Steht die nächste Ausgliederung an?

Seit Monaten wird diskutiert, ob es in der europäischen Schienenverkehrsbranche zu einem weiteren Konsolidierungsschritt kommt. Siemens, Alstom (WKN:A0F7BK) und Bombardier (WKN:866672) haben in den letzten Jahren bereits alle Optionen durchgespielt, um dem Vordringen des chinesischen Marktführers CRRC etwas entgegensetzen zu können.

Konkretisiert hat sich bisher allerdings noch nichts. Alstom-Siemens dürfte an den Kartellwächtern scheitern und die familiendominierte Bombardier gilt als äußerst schwieriger Verhandlungspartner. Man darf aber davon ausgehen, dass Joe Kaeser aus der Mobilitätssparte liebend gern eine schlagkräftigere Einheit mit einem passenden Partner formen würde.

5. Pensionsverpflichtungen: Ein Fass ohne Boden?

Im letzten Geschäftsjahr haben hohe Bilanzanpassungen im Zusammenhang mit der so genannten Pensionslücke trotz hohem Nettogewinn das Eigenkapital reduziert (vergleiche Artikel vom 30.03.). Für Anleger, die auch auf das Kurs-Buchwert-Verhältnis achten, war das nicht schön anzusehen. Deshalb bin ich gespannt, ob dieser negative Trend beendet werden kann, wenn Ende November der Geschäftsbericht vorgelegt wird.

6. Die Lage im Nahen Osten: Endlich wieder Licht?

Für Siemens ist der arabisch-persische Raum seit Jahrzehnten eine Goldgrube. 2015 rettete ein Großauftrag aus Ägypten das Ergebnis im Kraftwerksgeschäft. Auch als letztes Jahr die Sanktionen von Iran fielen, füllte sich gleich das Auftragsbuch und mit dem Gegenspieler Saudi-Arabien ist man sowieso schon immer gut im Geschäft.

Wenn sich jetzt aber die Konflikte und Feindseligkeiten wieder verstärken, dann ist auch Siemens davon stark betroffen, zumal auch der wichtige Standort Türkei derzeit ein schwieriges Terrain darstellt.

7. Trump-Effekt: Was springt für Siemens heraus?

Siemens ist heute eigentlich ein deutsch-amerikanisches Unternehmen. Milliarden wurden dort in Standorte investiert sowie für Übernahmen ausgegeben. Wenn die USA jetzt vorhaben, ihre Infrastruktur-Ausgaben zu erhöhen und viele neue Fabriken entstehen zu lassen, dann sollte auch für die Münchner einiges abfallen.

Andererseits ist auch nicht auszuschließen, dass Siemens als rein deutscher Konzern klassifiziert wird und gewissen Abschottungsmaßnahmen zum Opfer fällt. Im Verlauf des zweiten Halbjahrs sollten wir klarer sehen, wohin die Reise im Amerikageschäft geht.

8. Elektromobilität: Kann Siemens wieder ein Big Player im Automobilgeschäft werden?

Seit die Automobilaktivitäten in ein Joint Venture mit der französischen Valeo (WKN:854052) eingebracht wurden, kann Siemens wieder einen Platz unter den großen Zulieferern beanspruchen. Als Erfinder des Generators und führender Hersteller von elektrischen Antrieben will man bei der Elektrifizierung von Kraftfahrzeugen eine wichtige Rolle spielen.

Im ersten Quartal des Kalenderjahres wurden bereits Aufträge in Höhe von 1,6 Mrd. Euro gemeldet. Ich gehe davon aus, dass das noch nicht die letzte Erfolgsmeldung war, aber bis in einigen Monaten sind wir bestimmt schlauer.

9. Smart-Grid: Kommen jetzt die Mega-Aufträge?

Je schneller die Elektromobilität sich entwickelt, desto mehr gibt es auch auf Seiten der elektrischen Infrastruktur zu tun. Da zudem Erneuerbare Energien immer mehr Schwankungen in den Stromnetzen verursachen, werden dringend schlaue Speicherungs- und Steuerungstechnik sowie stärkere Stromtrassen benötigt.

Siemens gilt hier als einer der führenden Hersteller und kann auf große Umsätze hoffen. Laut einer aktuellen Studie der Northeast Group sollen bis 2027 allein in Westeuropa über 130 Mrd. US-Dollar investiert werden. Zuletzt wurde eine Ausschreibung der Stadt Rotterdam gewonnen und im Allgäu wird investiert, um ambitionierte Pilotprojekte in den kommerziellen Betrieb zu überführen.

10. Und sonst?

Als Investor kann man noch auf eine Reihe weiterer Punkte achten. So leiden beispielsweise die Bereiche Process Industries and Drives und Power & Gas unter der schwachen Nachfrage aus Sektoren wie Bergbau und Ölförderung. Würden die Rohstoffpreise steigen, hellte sich die Lage wahrscheinlich schnell wieder auf. Außerdem steht der Börsengang der Gesundheitssparte Healthineers an, was je nach Ausgestaltung einen merklichen Einfluss auf den Nettogewinn haben könnte.

Für das Geschäftsjahr wurde im letzten Ausblick eine Bandbreite von 7,20 bis 7,70 Euro Gewinn je Aktie angegeben nachdem im ersten Halbjahr zum 31.03. bereits gut 4 Euro verdient wurden. Wenn Aktionäre nicht überrascht werden wollen, sollten sie die vielfältige Nachrichtenlage im Blick behalten.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt Aktien von General Electric.

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