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Warum schließen sich Lyft und nuTonomy beim autonomen Fahren zusammen?

Quelle: Presse nuTonomy

Die Fahr-Service-Betreiber von Lyft haben einen neuen Partner im Bereich autonomem Fahren: nuTonomy. Die beiden Unternehmen haben am 6. Juni verkündet, dass sie zusammenarbeiten werden. Und zwar mit Lyfts Flotte in Boston.

Hier nun alles, was wir darüber wissen.

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Was ist überhaupt nuTonomy?

Bei nuTonomy handelt es sich um ein Startup aus Massachusetts, das Software für selbstfahrende Fahrzeuge entwickelt. Das Unternehmen wurde 2013 gegründet, also Teil einer Forschungseinheit des Massachusetts Institute of Technology. Das Unternehmen hat schon im August 2016 einen eigenen Taxiservice mit autonomen Fahrzeugen in Singapur eingeführt.

Anfang dieses Jahres hat nuTonomy begonnen, in manchen Stadtteilen von Boston mit ihrer Software ausgestattete Fahrzeuge zu testen.

Worum geht es bei diesen Tests?

Um Lernen. In einer von beiden Unternehmen verfassten Pressemitteilung nannten die Partner es einen „strategischen Zusammenschluss zur Entwicklung und Forschung, die die End-to-end-Erfahrung von Nutzern autonomer Fahrzeuge besser verstehen und optimieren soll.“

Was das alles heißt? Nun, hier ist noch ein Auszug:

“Mit dieser Partnerschaft können Lyft und nuTonomy ihre Tech-Plattformen zusammenlegen, forschen und entwickeln und somit dafür sorgen, dass unsere Passagiere ein optimal angenehmes Fahrerlebnis haben. Von der Buchung des Fahrzeugs über die Performance des autonomen Fahrzeugs bis hin zur Interaktion mit dem Fahrgast.”

Die Unternehmen ließen verlauten, dass die Tests in Boston durchgeführt werden, nicht weit von nuTonomys Hauptquartier in Cambridge, Massachusetts.

Arbeitet Lyft nicht bereits an einem ähnlichen Projekt?

Im Gegensatz zum großen Konkurrenten Uber arbeitet Lyft derzeit nicht mit einem eigenen Team an autonomen Fahrzeugen. Allerdings hat man abgesehen von nuTonomy noch zwei Partner, die beide fortgeschrittene Projekte zum autonomen Fahren haben: General Motors (WKN:A1C9CM) und Alphabets (WKN:A14Y6F) Tochterunternehmen Waymo, das zuvor als Google Self-Driving Car Project bekannt war.

GM hat im letzten Jahr 9 % Anteile von Lyft gekauft. Beide haben immer wieder durchblicken lassen, dass man in verschiedenen Städten selbstfahrende Prototypen des Chevrolet Bolt testen werde (wahrscheinlich Anfang nächsten Jahres). Der Bolt wurde mit dem Gedanken an autonomes Fahren designt.

Im May haben Lyft und Waymo dann verkündet, dass man zusammen an “neuen selbstfahrenden Produkten” arbeite, allerdings sind da noch keine Details veröffentlich worden.

Warum also noch eine Partnerschaft für Lyft?

Ähnlich Uber ist sich auch Lyft im Klaren darüber, dass Taxi- und Fahrservices letztlich autonome Fahrzeuge brauchen, um langfristig profitabel zu sein. (Man geht davon aus, dass Uber wie auch Lyft derzeit Geld verbrennen.) Ohne ein eigenes, solides Tech-Programm in der Hinterhand benötigt man einen Partner, der dieses zu stemmen vermag.

Darum macht es für Lyft sicherlich Sinn, eine Zusammenarbeit mit so vielen Partnern wie möglich zumindest auszuprobieren.

Welchen Nutzen zieht nuTonomy daraus?

Die Mitteilung von nuTonomys CEO Karl Iagnemma am 6.6. lautete: “Indem wir in den USA mit Lyft kooperieren, sind wir in der Lage, die beste Nutzererfahrung im Bereich städtischem Verkehr zu bieten und die Zukunft der Städte zu prägen. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Lyft,  während wir weiter an der Software für autonome Fahrzeuge arbeiten.”

Fertigt nuTonomy eigene Fahrzeuge?

Nein, es gibt auch keinerlei solche Pläne. Man konzentriert sich darauf, eine Art “Gehirn” aus Software für eine ganze Flotte selbstfahrender Autos zu schaffen. Das Unternehmen hat in den verschiedenen Stadien bislang auf unterschiedliche Fahrzeuge gesetzt.

Automotive News berichtete, dass das Pilotprogramm mit Lyft E-Limousinen des französischen Autoherstellers Renault (WKN:893113) nutzen würde.

Wie wirkt sich die Partnerschaft mit nuTonomy auf Lyfts Deal mit GM aus?

Wahrscheinlich gar nicht. GMs Deal mit Lyft ist nicht exklusiver Natur, und Lyfts CEO Logan Green hat klargestellt, dass Lyfts verschiedene Kooperationen nicht direkt in Konkurrenz stehen.

GMs Vorsitzender Dan Ammann sitzt bei Lyft im Aufsichtsrat. Es ist anzunehmen, dass GM schon im Vorfeld von dem Deal in Kenntnis gesetzt wurde. Auch ist es wahrscheinlich, dass Lyft Einwände seitens GM ernst genommen und abgewägt hätte.

Was ist für Lyft und nuTonomy zukünftig zu erwarten?

Die Unternehmen haben noch keine Timeline für die Tests in Boston publik gemacht. Allerdings bezeichnen sie den Test dort als “Initialphase” ihrer Partnerschaft und deuteten an, dass sich eine weitere Partnerschaft (evtl. in weiteren Städten) eventuell daraus ergeben könnte.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet. Dieser Artikel von John Rosevear erschein am 6.6.2017 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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