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3 Gründe, warum das Internet der Dinge überschätzt wird

Quelle: Getty Images.

Das Internet der Dinge (Internet of Things, kurz IoT) wird im Allgemeinen dadurch charakterisiert, dass Alles mit Allem verbunden ist. Der Zustand von Milliarden vernetzter Geräte wird dabei erfasst und auf Grundlage dieser Daten treffen Maschinen Entscheidungen, um Menschen zu unterstützen (Selbstfahrende Autos, Smart Home, Wearables) oder auch um Produktionsprozesse zu optimieren (Industrie 4.0).

Obwohl der grundsätzliche Trend zur immer weitergehenden Digitalisierung natürlich nicht zu leugnen ist, halte ich diese Vision einer allumfassenden Vernetzung jedoch für problematisch und in letzter Konsequenz kaum umsetzbar. Warum?

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Standardisierung ist ein mühsames Geschäft

Wenn die unterschiedlichsten Geräte der unterschiedlichsten Hersteller miteinander kommunizieren sollen, müssen die Schnittstellen kompatibel sein. Damit befinden wir uns im Bereich der Standardisierung. Ein Standard ist aber nur dann effektiv, wenn er von einem Großteil der führenden Hersteller unterstützt wird. Eine Einigung ist umso schwieriger, je mehr Parteien involviert sind. Im Bereich IoT gibt es derzeit mehr als zwanzig verschiedene Gremien, die sich mit Standardisierung beschäftigen. Ein heilloses Durcheinander!

Eine weitere Komplikation sind die zahlreichen Patente und die daraus entstehenden kommerziellen Konflikte. Jeder Hersteller möchte natürlich seine eigenen Patente in die Standardisierung einbringen, aber die Zahlung von Lizenzgebühren an Konkurrenten möglichst vermeiden.

Viele, für das IoT relevante Standards sind auch schon heute hochgradig mit Patenten behaftet. So hat die Firma IPlytics eine Plattform entwickelt, die es z. B. den Herstellern von vernetzten Fahrzeugen ermöglicht, über 2 Millionen Standards auf Patente zu überprüfen. Auch wenn dabei vielleicht nicht immer alle Standards für jedes Entwicklungsprojekt relevant sind, zeigt diese Zahl doch sehr eindrucksvoll, in welchem Minenfeld sich die um Standardisierung bemühten Hersteller bewegen.

Absolute Sicherheit gibt es nicht

Ein System, in dem Alles mit Allem verbunden ist, ist offensichtlich für jedermann frei zugänglich, von unkontrollierbarer Komplexität und damit anfällig für Sicherheitslücken.

An einem Vormittag im Oktober 2016 waren bekannte Online-Dienste wie Spotify, Twitter, Netflix und viele andere vor allem an der Ostküste der USA weitgehend unerreichbar. Der Grund dafür war ein sogenannter DDoS (Distributed Denial of Service) Angriff. Dabei werden kritische Server so heftig mit Anfragen bombardiert, dass sie einfach überlastet sind.

Dieses Konzept ist nicht neu. Interessant an diesem speziellen Ereignis war aber: Die Angriffe kamen aus dem IoT. Das heißt, es wurden nicht nur Computer verwendet, sondern das extrem hohe Datenvolumen wurde mit Hilfe von IoT Geräten erzeugt. Ein Zeit Online-Artikel titelte damals sehr treffend: „Der Angriff, der aus dem Kühlschrank kam“.

Angesichts eines solchen Vorfalls stellt sich die Frage, ob Industrieunternehmen die gesamte Steuerung ihrer Produktion tatsächlich mit dem IoT verbinden und dabei das Risiko gigantischer Schäden durch Hacker-Angriffe eingehen wollen. Ich denke, dass hier für lange Zeit autonome Systeme mit kontrollierten Zugangspunkten die realistischere Lösung sein werden.

Ganz allgemein wird es für jeden Benutzer des IoT irgendwo eine Grenze geben, wie hoch der potentielle Schaden durch bösartig herbeigeführte oder auch unbeabsichtigte Fehlfunktionen sein darf, verglichen mit dem Grad der Vernetzung. Was mich zu meinem nächsten Punkt bringt.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind schwierig

Wenn Alles mit Allem verbunden ist und Entscheidungen durch Maschinen getroffen werden, dann ist auf der anderen Seite niemand verantwortlich für das „Große und Ganze“. Dadurch wird nicht nur die Behebung technischer Fehler zum Alptraum, sondern auch rechtliche Fragen laufen schnell aus dem Ruder.

Nehmen wir an, du hast deinem Kühlschrank erlaubt, bei Bedarf Milch zu bestellen. Nehmen wir weiter an, du bekommst eines Tages statt einer Tüte Milch zwanzig Tüten geliefert. Was war die Ursache? Eine Fehlfunktion deines „intelligenten“ Kühlschranks? Ein Problem bei deinem Lieferanten? Ein Übertragungsfehler deines Internet-Anbieters? Oder vielleicht ein Virus in deinem Heimnetzwerk? Ich fürchte, du wirst entweder die zwanzig Tüten Milch bezahlen, oder dich auf einen völlig unabsehbaren, kostspieligen Rechtsstreit (mit wem auch immer) einlassen müssen.

Auch wenn dieses Beispiel noch recht harmlos klingt, bekommt die rechtliche Frage schon bei Unfällen mit ferngesteuerten, selbstfahrenden Autos eine größere Dimension.

Fazit

Das IoT beinhaltet eine enorme technische Komplexität, Sicherheitsrisiken und ungeklärte rechtliche Fragen. Es wird noch etliche Jahre dauern, diese Probleme auch nur annähernd zu überwinden.

In der Zwischenzeit sind Insellösungen ein wahrscheinliches Szenario, d.h. Unternehmen oder Konsortien, die autonome Netzwerke aufbauen ohne den Anspruch, dabei mit dem Rest der Welt kompatibel zu sein.

Manche Unternehmen werden damit sicher erfolgreicher sein als andere. Trotz des Megatrends IoT bleibt dir daher als Investor, auch in diesem Bereich, wohl keine andere Möglichkeit, als die Qualität jedes einzelnen Unternehmens individuell genau zu prüfen.

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Ralf Hendriks besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Netflix. The Motley Fool empfiehlt Twitter.

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