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Die Amis sagen: Kauft europäische Aktien!

Foto: Getty Images

Josh Brown aka „The Reformed Broker“ ist ein bekannter amerikanischer Blogger, Börsenkommentator und Investmentberater. Und jetzt spricht er über europäische Aktien.

Viele sogenannte „Börsenkommentatoren“ geben so einiges von sich, was ich aber nicht alles hier auf Fool.de erwähne. Warum also gerade dieses Mal? Weil die Logik dahinter ziemlich gut ist.

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Du kannst das Original hier (in Englisch) nachlesen. Ich fasse das Ganze hier schnell für dich zusammen:

  • Zwischen 1970 in 2009 hatten amerikanische und europäische Aktien im Großen und Ganzen dieselbe Jahresrendite.
  • Zwischen 2009 und heute legten die europäischen Aktien eine bedeutende Underperformance auf dem Börsenparkett hin. Damit ist die Gesamtrendite zwischen 1970 und heute für europäische Aktien deutlich schlechter.
  • Diese geringeren Renditen bedeuten aber, dass europäische Aktien aktuell deutlich günstiger sind als amerikanische.

Brown fährt fort, dass die Investoren entweder glauben können, dass sich etwas geändert hat – was die amerikanischen Aktien allgemein zu einer besseren Investition macht – oder man kann annehmen, dass sich dieses Verhältnis amerikanischer und europäischer Aktien umdrehen wird. Dann sollten sich europäische Aktien besser entwickeln.

(Hinweis: Ich glaube Letzteres.)

Wenn du The Motley Fool gefolgt bist, dann wirst du dich vielleicht daran erinnern, dass ich schon einmal German StarCapital, eine großartige Seite, auf der weltweite Aktienbewertungen erklärt werden, erwähnt habe.

Browns Schlussfolgerungen sind bezüglich StarCapital daher keine Überraschung. Das Unternehmen listet Länder nach ihren Fundamentaldaten. Dabei wird das attraktivste Land als erstes gelistet. Die Vereinigten Staaten belegen den 35. Platz, Deutschland den 16., Spanien den 7., Österreich den 6. und Italien den 4. Platz.

Was das bedeutet … und was es nicht bedeutet

Bevor du jetzt zu deinem Broker rennst und alle deine amerikanischen Aktien verkaufst … warte bitte einen Moment!

Ein wichtiger Teil der Argumentation von Brown besteht darin, dass die amerikanischen Investoren 80 % in amerikanische Aktien investieren, obwohl diese nur 50 % der weltweiten Marktkapitalisierung ausmachen (na ja, laut Angaben der Weltbank sind es sogar nur 42,2 %).

Darüber hinaus investieren die restlichen 20 % der amerikanischen Investoren wahrscheinlich nicht allein in europäischen Aktien. Das bedeutet, dass die amerikanischen Investoren einfach viel zu wenige europäische Aktien haben.

Okay, zurück nach Europa …

Seinen amerikanischen Kunden schlägt Brown vor, sich aus zwei Gründen für europäische Aktien zu entscheiden: Erstens, weil sie momentan bessere Renditeaussichten zu bieten scheinen und zweitens, weil die amerikanischen Investoren grundsätzlich viel zu wenig in Europa investieren.

Wie zuvor schon erwähnt, bevor du deine amerikanischen Aktien verkaufst … sieh dir einmal an, wie deine Investitionen geographisch aufgeteilt sind. Laut Weltbank beträgt die Marktkapitalisierung der deutschen Aktien 1,7 Billionen. Das ist zwar jede Menge, doch das sind nur 2,6 % des Weltmarktes. Die Schweiz liegt bei 2,2 % und Österreich bei nur 0,2 %.

Wie Browns Daten bezeugen, tendieren die meisten Investoren dazu, sich eher auf die Heimat zu konzentrieren und dort zu viel zu investieren. Stell dir einmal vor, ein Deutscher würde 70 % in Aktien aus der DACH-Region investieren. Das wären 70 % in einer Region, die nur 5 % der Gesamtkapitalisierung der Börsen dieser Welt ausmacht. Wenn diese massive Übergewichtung absichtlich vonstattengeht, dann ist das eine Sache, die meisten machen das aber unbewusst.

Der Vorteil des Aktienpickers

Doch das ist nur das große Ganze, es ist die einfachste Form der Diversifikation. Aber wenn dein Investitionsansatz darin besteht, jede Menge günstige Indexfonds zu kaufen (nebenbei bemerkt ein großartiger Ansatz!), dann solltest du dir die geographische Zuteilung deiner Aktien einmal genauer ansehen.

Das bedeutet:

  • Wie sieht deine globale Diversifizierung im Vergleich zur globalen Verteilung der Marktkapitalisierung aus?
  • Vielleicht möchtest du dich aufgrund der attraktiveren aktuellen Bewertungen ein wenig mehr in Richtung Europa orientieren?

Wenn du also ein Aktienpicker bist und dir auf der Suche nach den besten Möglichkeiten tausende von öffentlich gehandelten Unternehmen ansiehst, die du zu attraktiven Preisen bekommst, dann ist das vielleicht nicht ganz so leicht anwendbar für dich.

Da ich ja zu dieser Sorte von Aktienpickern zähle, ist es mir persönlich nicht so wichtig, in welcher geographischen Region sich ein Unternehmen befindet. Ich möchte natürlich diversifizieren, aber wenn ich jede Menge großartige Unternehmen zu attraktiven Preisen in einer Region finde und in einer anderen keine … na ja, dann kaufe ich eben da, wo es gerade die Schnäppchen gibt.

Aber selbst in diesem Fall ist es gut noch einmal zu erwähnen, wie groß die Welt doch ist. Und wenn wir nach den besten Investmentmöglichkeiten suchen, dann sollten wir nicht vergessen, nicht nur vor der Haustür danach zu suchen.

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