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Daimler eilt von Rekord zu Rekord – doch die Gewinnzahlen verraten nur die halbe Wahrheit

Foto: Wikimedia Commons

Absatzrekord hier, Gewinnsprung dort. Für die deutschen Automobilkonzerne wie Daimler (WKN:710000) und BMW (WKN:519000) könnten die Geschäfte derzeit wohl kaum besser laufen. Zu verdanken hat man das wohl vor allem der Kauflust der Chinesen und dem sich weiter erholenden europäischen Absatzmarkt.

Modellfeuerwerk treibt Absatz und Gewinn in neue Höhen

Doch natürlich gibt es auch konkretere Gründe für die Absatzrekorde. Denn würde es nur daran liegen, dass der Gesamtmarkt wächst, könnte man annehmen, dass sich die Hersteller alle mehr oder weniger gleich, oder zumindest ähnlich entwickeln. Das ist aber nicht der Fall. So hat insbesondere Daimler in den letzten Jahren die Modellpalette massiv erweitert und damit den Absatz gesteigert. Insbesondere im Bereich der SUVs hatte man noch Nachholbedarf.

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SUVs sind das derzeit wohl erfolgreichste Marktsegment, waren aber im Portfolio so manches Herstellers eher unterrepräsentiert. Die neuen Modelle haben den Absatz deutlich in die Höhe getrieben und mit dem steigenden Absatz kamen auch steigende Gewinne. Mit dieser Strategie konnte man zuletzt sogar den Konkurrenten BMW überholen und die Marktführerschaft unter den Premiumherstellern zurückerobern.

Die immer neuen Rekordzahlen verschleiern jedoch den gewaltigen finanziellen Aufwand, der dahinter steckt. Das Automobilgeschäft ist traditionell extrem kapitalintensiv und volatil. Diese beiden Faktoren sind wohl zwei der wichtigsten Gründe dafür, dass Automobilkonzerne allgemein mit verhältnismäßig geringen Kurs-Gewinn-Verhältnissen gehandelt werden.

Absatzsteigerungen benötigen enorme Investitionen

Denn jede Kapazitätserweiterung kostet extrem viel Geld. Gleichzeitig müssen alte Maschinen erneuert werden. Insgesamt belaufen sich die jährlichen Investitionskosten auf mehrere Milliarden Euro, selbst wenn kein Absatzwachstum eingeplant wird! Kommt dann noch nennenswertes Wachstum dazu, was im schlimmsten Fall weitere Produktionsstätten notwendig macht, schnellen die Investitionskosten weiter in die Höhe.

So kommt es beispielsweise zustande, dass bei Daimler trotz eines beeindruckenden Ergebnisses von fast neun Milliarden Euro im Automobilgeschäft „nur“ etwa 3,9 Milliarden Euro am Ende auch tatsächlich zur Verfügung stehen.

Bezieht man diese 3,9 Milliarden Euro nun auf den Marktwert des Unternehmens von wenig mehr als 70 Milliarden Euro, sieht die vermeintlich geringe Bewertung schon anders aus. Denn obwohl das Kurs-Gewinn-Verhältnis deutlich unter 10 liegt, liegt das Verhältnis vom Marktwert zum verfügbaren Cashflow von 3,9 Milliarden Euro bei 19. Diese 3,9 Milliarden Euro werden nebenbei bereits nahezu komplett als Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet.

Die gute Nachricht ist, dass der geringe Cashflow wahrscheinlich nicht von Dauer sein wird. Denn der Fahrzeugabsatz wird nicht bis in alle Ewigkeit in diesem Tempo weiter wachsen können. Mit geringerem Wachstum wird gleichzeitig auch der Investitionsbedarf sinken, was dazu führt, dass voraussichtlich wieder mehr Geld übrig bleibt.

Hohe Investitionen relativieren die Aussagekraft der Nettogewinne

Zusammengefasst heißt das, dass im Falle der Autohersteller der Gewinn nicht unbedingt die gleiche Aussagekraft besitzt wie beispielsweise im Falle eines Softwareherstellers, bei dem der Investitionsbedarf wesentlich geringer ist. Allein um wettbewerbsfähig zu bleiben sind für Autohersteller enorme Investitionen notwendig, da die Fertigungslinien auf dem neuesten Stand gehalten werden müssen. Das bedeutet, dass neue Produktionsanlagen angeschafft werden müssen. Diese Investitionen tauchen aber erst mit erheblicher zeitlicher Verzögerung in Form von Abschreibungen auf den Wert der Anlagen in der Gewinn-und Verlustrechnung auf, weshalb der Gewinn allein häufig relativ wenig aussagekräftig ist.

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Dennis Zeipert besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt BMW und Daimler.

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