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Fresenius liebt seine Schulden und das solltest du auch

Foto: Wikimedia Commons, Public Domain

Das Reich der gemeinnützigen Else Kröner-Fresenius-Stiftung geht mal wieder in die Vollen. Innerhalb von wenigen Monaten wurden Milliarden in Übernahmen gesteckt. Damit wächst der beachtliche Schuldenberg von Fresenius (WKN:578560) weiter an. Ich finde das gut.

Die Übernahmen

Jeder der drei großen Tochterkonzerne durfte in den letzten Monaten mal zugreifen:

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Im September 2016 akquirierte Helios in Spanien für die rekordverdächtige Summe von 5,76 Milliarden Euro Quirónsalud, einen Klinikbetreiber, der überall im Land Niederlassungen betreibt, wo Deutsche gerne Urlaub machen. Insgesamt sind es 107 Krankenhäuser und Gesundheitszentren mit 6.522 Betten und 374 OP-Sälen. Im Februar war die Dialyse-Sparte Fresenius Medical Care (WKN:578580) dran, welche die Mehrheit an der Cura Group in Australien übernahm. Diese machte mit 19 Tageskliniken zuletzt knapp 90 Mio. Euro Umsatz.

Die Generika-Sparte Kabi investiert aktuell gleich in zwei Objekte, darunter zum einen der US-Konkurrent Akorn (WKN:888920) für 4,75 Mrd. US-Dollar und zum anderen das noch junge Biosimilars-Geschäft der hessischen Landsleute von Merck (WKN:659990).

Insgesamt wurden also über wenige Monate gut 10 Mrd. Euro investiert. Kein Wunder, dass die Finanzierungsaktivitäten ähnlich bunt sind:

  • Im Oktober Erweiterung einer Kreditvereinbarung um 1,2 Mrd. Euro
  • Im Dezember Schuldscheindarlehen über 1 Mrd. Euro
  • Im Januar Anleihen im Volumen von 2,6 Mrd. Euro
  • Im Februar eine innovative unverzinste Wandelanleihe über 500 Mio. Euro
  • Ausgabe neuer Aktien zur teilweisen Finanzierung von Quirónsalud

Die Finanzverbindlichkeiten in der Bilanz von Fresenius beliefen sich bereits zum Jahreswechsel auf etwa 13 Mrd. Euro, eine Summe, die sich jetzt nochmal um ein gutes Stück erhöhen wird. Denn kurzfristig ist die Nutzung weiterer auf Euro und US-Dollar lautender Fremdkapitalinstrumente in Milliardenhöhe geplant. Man könnte auf die Idee kommen, dass es sich hierbei um einen unverantwortliche Expansion handelt.

Darum sind diese Schulden gut

Zumindest die Rating-Agenturen, welche regelmäßig die Kreditwürdigkeit unter die Lupe nehmen, sind jedenfalls nicht gänzlich von dem Kurs überzeugt. Fresenius beeilte sich zwar kürzlich mitzuteilen, dass die Bewertung sich im Zuge der Übernahmen nicht ändern würde. Allerdings war die Einschätzung bereits zuvor nur eine Stufe oberhalb des spekulativen Bereichs. Fresenius bewegt sich also aus deren Sicht im Grenzbereich der Seriosität.

Mit den standardisierten Bewertungsmethoden der Agenturen ist es angesichts der Schuldenlast nicht verwunderlich, dass sie zu diesem Ergebnis kommen. Aber ich denke, dass der stiftungsgeführte Konzern zwar manchmal fast übermütig wirkt, aber eigentlich die langfristig solide Ausrichtung seiner Strategie in seine DNA eingepflanzt hat. Die Geschäftsbereiche rund um die Gesundheit bringen alle stabile Erträge und die meisten der Übernahmen tragen schon bald nach ihrer Integration ihren Teil bei.

Das wissen auch Anleihenkäufer. Deshalb kann sich Fresenius derzeit längerfristig für unter 2 % Zinsen finanzieren. Bis 5 Jahre sogar zu weniger als 1 %. Das heißt, wenn die in den Konzern integrierten Geschäfte über die kommenden Jahre nur einigermaßen profitabel arbeiten, dann wird der Gesamtgewinn steigen. Da höher verzinste Altschulden Schritt für Schritt abgelöst werden, bleibt der Schuldendienst relativ stabil. Im letzten Jahr verbesserte sich das Zinsergebnis sogar leicht auf minus 582 Mio. Euro.

Warum also sollte Fresenius seine Überschüsse zur Bank tragen, wenn das Management in den profitablen Ausbau des operativen Geschäfts investieren kann? An das Tilgen kann man immer noch denken, wenn die Zinsen eines Tages wieder steigen sollten. Die Geldzuflüsse sind ja so hoch, dass man jederzeit von Fremd- auf Innenfinanzierung umstellen könnte.

Eine andere Verwendungsmöglichkeit bestünde in einer drastischen Dividendenerhöhung. Ich glaube jedoch, die Aktionäre fahren mit den moderaten, aber Jahr für Jahr zuverlässig ansteigenden Ausschüttungen ganz gut.

Ausblick

Fresenius schöpft die Möglichkeiten dieser anhaltenden Niedrigzinsphase voll aus und wird auch in Zukunft eine der großen Wachstumsstorys im DAX bleiben. Das relevante Konzernergebnis soll laut dem Management bis 2020 auf rund zweieinhalb Mrd. Euro steigen. In der Folge soll sich das Gewinnwachstum noch beschleunigen, wenn etwa das neue Biosimilars-Geschäft erste Erträge abwirft.

Bei einer Ausschüttungsquote von nicht einmal 25 % sollte es leicht fallen, auch über die kommenden Jahre Dividendenerhöhungen anzubieten. Ob mittelfristig noch größere Kursgewinne möglich sind, ist schwer zu sagen, aber die langfristige Aussicht auf solide steigende Rückflüsse dürfte weiterhin für viele Anleger attraktiv sein.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt Fresenius.

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