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4 Dinge, die das Management von Schlumberger Investoren wissen lassen möchte

Foto: Pixabay, lalabell68

Jeder Investor, der gerne optimal über den globalen Ölmarkt informiert sein möchte, sollte sich die Konferenzschaltungen von Schlumberger (WKN:853390) anhören. Schlumberger verfügt nicht nur über eine globale Präsenz, die dem Unternehmen fundierte Kenntnisse über den Markt verschafft, sondern auch über ein Management, das stets bereit ist, seine Ansichten mit Aktionären zu teilen. Zwar ähnelte sich ein Großteil der Themen bei der Bekanntgabe der jüngsten Quartalsergebnisse mit den Kernpunkten vorangegangener Quartale, jedoch gab es auch einige entscheidende neue Aspekte.

Nachfolgend sind einige Ausschnitte aus Schlumberges jüngster Telefonkonferenz, die aufzeigen, wie das Management die heutige Marktsituation einschätzt. Außerdem nehmen die Aussagen des Unternehmens vermutlich darauf Einfluss, wie potenzielle Öl- und Gas-Investoren nun über die derzeitigen Entwicklungen denken werden.

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Versprechen scheinen so langsam eingelöst zu werden

Eine der wichtigsten Kennzahlen für Erdöldienstleister – besonders für diejenigen, die wie Schlumberger mit langfristigen Verträgen operieren – ist die Book-to-Bill-Ratio. Diese Ratio ist ein einfacher Weg, zu verstehen, wie viele neue Aufträge im Verhältnis zur derzeitigen Geschäftsaktivität bei einem Unternehmen eingehen. Idealerweise sollte die Book-to-Bill-Ratio bei 1,0 oder höher liegen, da dies ein Zeichen dafür ist, dass das Unternehmen das Niveau seiner derzeitigen Geschäftsaktivitäten beibehält und sein Geschäft ausweitet.

In dieser Hinsicht brachte das erste Quartal einige überraschend gute Nachrichten. Dem CFO Siman Ayat zufolge war dies das erste Quartal, in dem Schlumbergers Book-to-Bill-Ratio für seine langzyklischen Geschäfte über 1,0 lag. Sie betrug zwar nur 1,1, aber immerhin. Zum ersten Mal seit Q4-2013 vermeldete Schlumberger eine Book-to-Bill-Ratio von über 1,0.

Betrachten wir das Ganze doch aus einer anderen Perspektive. Der Unternehmensumsatz ist seit dem Höchststand des vorangegangenen Zyklusses um über 50 % gefallen – die Hürde der Book-to-Bill-Ratio von 1,0 ist also in den vergangenen vier Jahren stetig kleiner geworden. Auch wenn Investoren sich darüber freuen können, dass es in der Branche wieder aufwärts geht, wird es noch einige Quartale mit Book-to-Bill-Ratios von über 1,0 dauern, um an ehemalige Umsatzwerte heranzukommen.

Einige Märkte reagieren langsamer als andere

Interessanterweise verzeichnet Schlumberger in einigen Märkten immer noch rückläufige Umsatzzahlen. Mehrere Überseemärkte, in denen das Unternehmen mehr als 70 % seines Umsatzes erwirtschaftet, haben sich noch nicht völlig erholt. Dem CEO Paal Kibsgaard zufolge könnte dies in den kommenden Jahren zu Versorgungsengpässen führen:

Derzeit ist die geographische Region, die 2017 klare Anzeichen wachsender E&P-Investitionen zeigt, Nordamerika. Auch das Investitionsniveau im Nahen Osten und Russland soll dieses Jahr stabil bleiben. In den anderen Ländern der Welt, auf die immer noch mehr als 50 Mio. Barrels der täglichen globalen Ölproduktion fallen, sind wir auf Kurs, auch im dritten aufeinanderfolgenden Jahr deutliche Unterinvestitionen zu verzeichnen. Mittelfristig erhöht dies die Wahrscheinlichkeit eines Versorgungsengpasses, da Reserven nicht in ausreichendem Umfang ersetzt werden.

Eine genauere Betrachtung von zugrundeliegenden Daten zeigt eindeutig, dass die Abbaugeschwindigkeiten von nachgewiesenen entwickelten Reserven in einigen wichtigen OPEC-Nichtmitgliedsstaaten stark zunehmen.

Schlumbergers verbesserte Book-to-Bill-Ratio weist in Kombination mit dem heutigen ungesunden Investitionsniveau in der Branche darauf hin, dass Schlumberger sich einen beachtlichen Anteil des derzeitigen beschränkten Arbeitsauftragsvolumens sichern kann. Das Unternehmen hat jüngst einen Vertrag mit BP abgeschlossen, wonach Schlumberger die Unterwasser-Produktionsanlagen des „Mad Dog 2“-Entwicklungsprogramm liefern soll. Dies war in der Branche einer der größten Verträge, die im ersten Quartal des Jahres vergeben wurden.

FOTO: FLICKR ROYAL DUTCH SHELL

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Die Schwachstellen des Portfolios adressieren

Das schwächste Glied in Schlumbergers geographischer Aufstellung ist der nordamerikanische Onshore-Markt. Der größte Konkurrent Halliburton hält darin einen dominanten Marktanteil und Schlumberges derzeitiges Anlageportfolio erzielt derzeit nicht die hohen Renditen, die einige andere Offshore- und internationale Dienstleistungen des Unternehmens einfahren. Um die Renditen dieser Geschäftsbereiche anzuheben, bündelt das Unternehmen nun seine Kräfte mit Weatherford International (WKN:A116P6). Die beiden gründen das sogenannte „OneStim“ Joint Venture. Kibsgaard erklärte dazu Folgendes:

Basierend auf dieser breiten Technologieplattform wird uns das bevorstehende OneStim-JV mit Weatherford die erforderliche Größe hinsichtlich der hydraulischen Leistung und mehrstufiger Fertigungstechnologie geben, um die Effizienz und die Marktdurchdringungsrate in allen unkonventionellen Regionen Nordamerikas anzukurbeln. Alle Zulassungsanträge wurden bereits eingereicht, und während wir auf die erforderlichen Zulassungen warten, um die OneStim-Transaktion abzuschließen, treffen die Integrationsteams alle notwendigen Vorbereitungen, damit der erste Tag des neuen Unternehmens erfolgreich verläuft.

Was macht die OPEC?

Um die Dynamik des globalen Ölmarktes zu verstehen, müssen Investoren das Investitionsniveau der internationalen Ölgesellschafen (IOCs) im Auge behalten — und aufgrund ihres unglaublich großen Produktionsvermögens insbesondere die IOCs aus dem Nahen Osten. Dies ist einer der wertvollsten Aspekte von Schlumbergers Telefonkonferenz, da das Unternehmen als primärer Dienstleister mit den IOCs eng verknüpft ist. Als ein Analyst Kibsgaard fragte, was er in diesen großen Kunden sehe, sagte er, dass viele davon immer noch zögern, größere Summen für neue Projekte in die Hände zu nehmen:

Aber hinsichtlich größerer Projekte stimme ich Ihnen zu, dass wir noch keine gesehen haben. Ich glaube, dass es für die IOC-Kunden entscheidend ist, eine bessere Einschätzung über die mittelfristige Entwicklung des Ölpreises zu bekommen. Und offensichtlich ist der Aufwärtstrend, den wir in den vergangenen Quartalen beobachten konnten, eine gute Sache. Aber ich glaube, dass sie sich auch über das Abwärtspotenzial bewusst sind und gespannt darauf schauen, was die OPEC bis Mai unternehmen wird. Mitte Mai will die OPEC entscheiden, ob sie die Produktionsdrosselung fortsetzen will oder nicht. Ich stimme Ihnen also zu. Ich glaube, dass die steigende Offshore-Aktivität vermutlich sich erst im zweiten Halbjahr und Anfang 2018 entfalten wird. Dennoch ist es für uns als Unternehmen immer noch sehr wichtig, dass die Arbeit zur Bewertung der Projekte, über deren finale Investitionsentscheidung nun abgestimmt wird, gesichert wird. Und aus diesem Grund sind wir beispielsweise sehr glücklich und begeistert, dass wir das „Mad Dog 2“ Projekt an Land ziehen konnten.

Für die kommenden Monate können wir mit einigen wichtigen Antworten darauf rechnen, ob die OPEC das niedrigere Produktionsniveau sowie einige entscheidende Investitionsentscheidungen beibehalten will. Schlumberger zufolge sollten wir in der zweiten Jahreshälfte 2017 einen deutlichen Aufwärtstrend bei Investitionen beobachten, auch wenn die Höhe des Anstiegs ziemlich stark von den mittel- und langfristigen Prognosen für den Ölpreis abhängen wird. Wenn neue Quellen wie Schiefer die Ölproduktion weiterhin beschleunigen und Preise niedrig halten, könnten Investitionen für große Projekte sogar noch weiter in die Zukunft verschoben werden und uns mittelfristig noch dramatischere Lieferengpässe bescheren.

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The Motley Fool hält keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Tyler Crowe auf Englisch verfasst und am 24.4.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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