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Hannover Messe 2017 ganz digital: So sticht Microsoft Siemens aus

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Die Computermesse CeBIT wird immer industrielastiger und die Hannover Messe immer digitaler. Bereits im Vorjahr wurde im Beisein von Barack Obama der Beginn des Industrie-4.0-Zeitalters ausgerufen. Seither nimmt das Thema immer mehr Fahrt auf. Ohne Cloud-Plattform lässt sich heutzutage scheinbar kein Zahnrad mehr an den Mann bringen. Aber während Siemens (WKN:723610) versucht, seine beanspruchte Vorherrschaft gegenüber der Konkurrenz zu verteidigen, zeichnet sich ein klarer Gewinner aus einer anderen Ecke ab: Microsoft (WKN:870747).

Siemens geht in die Vollen

Siemens gliedert eine Hardware-Sparte nach der anderen aus und die digitalen Aktivitäten gewinnen immer mehr an Gewicht. Das zeigt sich auch am diesjährigen Messestand der Münchener. „Entdecke den Wert des digitalen Unternehmens“ heißt das Motto. Industriesoftware rund um die Energieverteilung und Industrieautomatisierung soll Interessenten anlocken. Dabei spielt die Cloud-Plattform MindSphere eine zentrale Rolle.

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Auf dem Messestand wird der Konzern sogar ein Großmodell einer pharmazeutischen Produktionsanlage samt digitalem Zwilling zeigen. Daneben werden softwaregestützte Lösungen für weitere Anwenderbranchen präsentiert, einschließlich dem 3D-Druck.

Der große Vorteil von Siemens ist, dass sie unter einem Dach alle Software-Komponenten vereint und so vielfältige digitale und cloudbasierte Geschäftsmodelle entwickeln kann. MindSphere setzt auf SAPs HANA-Technik auf und wird als offenes Betriebssystem des Internets der Dinge positioniert. Ein wachsendes Partnernetzwerk mit Branchengrößen wie Atos oder Accenture sorgt für einen zügigen Ausbau des Lösungsspektrums.

Für mich besteht kein Zweifel, dass Siemens derzeit weltweit die Nase vorn hat, wenn es um Industrie 4.0 geht. Aber die Konkurrenz schläft natürlich auch nicht, weshalb der klare Gewinner nicht Siemens heißt.

Alles Microsoft

Schneider Electric (WKN:860180) zeigt seine bereits seit längerem etablierte EcoStruxure-Plattform, welche sowohl bei Energie- als auch bei Automatisierungslösungen zum Einsatz kommt. Dabei geht es vor allem um die intelligente Datenanalyse zur Steigerung der Effizienz. Bei ABB (WKN:919730) heißt die entsprechende integrierte digitale Plattform Ability. Von besonderem Interesse dürfte dort in diesem Jahr der Neuzugang B&R sein (siehe Artikel vom 07.04.). Die Österreicher bringen einen modularen Software-Baukasten für die Maschinenebene ein, der sicherlich schon bald in Ability voll integriert wird.

Die im Jahr 2015 geschaffene Einheit GE Digital von General Electric (WKN:851144) hat natürlich auch einen großen Auftritt. Neben digitalen Lösungen für alle Sparten und viele Branchen steht dort vor allem die Predix getaufte Plattform im Mittelpunkt. Wie der Name andeutet, geht es dabei insbesondere um die vorausschauende Wartung auf Basis von intelligenten Datenauswertungen. Ein zugehöriger App Store bietet maßgeschneiderte Anwendungen für jeden Zweck.

Interessant ist, dass praktisch alle Siemens-Konkurrenten auf eine strategische Partnerschaft mit Microsoft setzen. Auch Rockwell Automation tritt als Platinum Partner der Redmonder auf. Emerson hat im Oktober seine entsprechende cloudbasierte Anlagenarchitektur namens PlantWeb samt zahlreicher spezifischer Apps vorgestellt.

Alle diese Plattformen laufen auf Microsofts Azure-Cloud-Infrastruktur und werden dabei zusätzlich mit Tools und Anwendungen von Microsoft integriert. Aber auch Siemens wird im Laufe des Jahres die MindSphere-Plattform auf Azure verfügbar machen, um so noch flexibler auf Kundenwünsche reagieren zu können. Scheinbar kann niemand den Lockrufen des Windows-Konzerns widerstehen.

Die Ausnahme: Schaeffler

Schaeffler setzt mit seinem Smart Ecosystem 4.0 hingegen auf IBM. Dabei werden sensorisierte Lager, Komponenten und Systeme, sowie cloudbasierte Dienste kombiniert, wodurch auch neue Geschäftsmodelle geschaffen werden sollen. Eine Stärke ist dabei die automatische Diagnose samt Handlungsempfehlung.

Mir ist noch nicht ganz klar, was die Zukunft an weiterer Funktionalität bringt, aber insgesamt handelt es sich bei solchen Ansätzen wohl eher um spezifische Anwendungsfälle, denn um eine vollwertige offene Plattform. Eine echte Konkurrenz für die viel universeller aufgestellten Systeme von Siemens, GE und Co. sehe ich hier kaum. Deutlich ist jedoch, dass es zumindest einen großen Gewinner geben wird, je mehr sich der Ansatz von Industrie 4.0 durchsetzt.

Die leise Macht im Hintergrund

In Kürze werden in Hannover wieder zahlreiche lärmende Demonstrationsanlagen im Mittelpunkt stehen, um zu zeigen, wie weit fortgeschritten die Automatisierungstechnik ist. Dabei gehört es zum guten Ton der großen Hersteller, beim Thema Digitalisierung ein Wörtchen mitreden zu können.

Ob der Mehrwert dieser Plattformen wirklich so groß sein wird, wie beworben und wie rentabel die Geschäftsmodelle sein werden, steht noch in den Sternen. Aber dass Microsoft ein großer Gewinner des industriellen Internets der Dinge sein wird, dürfte bereits jetzt klar sein. Den Amerikanern ist es gelungen, innerhalb kürzester Zeit praktisch alle wichtigen Wettbewerber der Automatisierungsbranche auf ihre Systeme zu ziehen.

Wenn die Angebote Erfolg haben und mehr Betriebe Vertrauen in öffentliche Cloud-Infrastrukturen schöpfen, dann laufen möglicherweise schon bald Sensordaten eines Großteils der deutschen und weltweiten Industrie in den Rechenzentren von Microsoft zusammen.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. Teresa Kersten ist Angestellte von LinkedIn und Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. LinkedIn ist Teil von Microsoft. The Motley Fool besitzt Aktien von General Electric. The Motley Fool empfiehlt Accenture und Emerson Electric.

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