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Handelskonflikt mit den USA: Uniper, RWE und Linde haben die Lösung

Dem US-Präsidenten sind die Exportüberschüsse der deutschen Wirtschaft bekanntlich ein Dorn im Auge. Aber im Hauruck-Verfahren wird sich das Problem kaum lösen lassen. Ein wenig bekannter Boom könnte jedoch für Abhilfe sorgen: LNG. Uniper (WKN:UNSE01), RWE (WKN:703712) und Linde (WKN:648300) sind an vorderster Front dabei.

Darum gibt es keine einfache Lösung

Das Exportmodell der amerikanischen Wirtschaft unterscheidet sich fundamental vom deutschen. Während wir gerne zuhause Maschinen zusammenbauen und dann Monteure und Ingenieure rund um die Welt schicken, welche sie beim Kunden zum Laufen bringen, exportieren die Amerikaner vor allem Ideen, die sie sich auf die ein oder andere Weise vergüten lassen, also Konzepte gegen Cashflows.

Ich denke da beispielsweise an die Franchisenehmer von McDonalds, das Lizenzsystem von Coca-Cola, die Berater von McKinsey oder die Filme aus Hollywood. Selbst Apple trägt nichts zur Exportstatistik bei, im Gegenteil: Der Großteil der Wertschöpfung findet in Asien statt. Trotzdem fahren die USA damit eigentlich ziemlich gut und neue Handelsbarrieren zur Verringerung des Defizits würden wohl kaum zur Wohlstandsmehrung taugen.

Aber wenn Deutschland trotzdem dazu gedrängt wird, mehr Güter aus den USA zu beziehen, um den zollgünstigen Marktzugang dort nicht zu verlieren, dann wird es kompliziert. In letzter Zeit wurde ja viel diskutiert, dass Deutschland im Rahmen der NATO-Verpflichtungen mehr Kriegsgerät anschaffen soll. Aber dass die Bundeswehr jetzt plötzlich auf amerikanische statt auf deutsche und europäische Zulieferer setzt, ist kaum anzunehmen.

Egal ob Tomahawk-Marschflugkörper, Biotechnologie oder Erdnusspaste: Eine signifikante Ausweitung der US-Exporte von verarbeiteten Gütern nach Deutschland erscheint unter den aktuellen Bedingungen auf absehbare Zeit kaum in größerem Umfang realisierbar. Aber was wäre, wenn Deutschland in größeren Mengen Flüssigerdgas (kurz LNG) aus den USA beziehen würde?

Warum LNG jetzt riesig wird

Eines der großen Projekte der Europäischen Union besteht darin, die Bezugsquellen von Erdgas zu diversifizieren. Deswegen entsteht jetzt an vielen Häfen Europas die entsprechende Infrastruktur, um den tiefgekühlten Brennstoff aufnehmen und speichern zu können. Auf der anderen Seite des Atlantiks sind die USA zum weltgrößten Erdgasproduzenten aufgestiegen. Seit den ersten LNG-Exporten vom Südstaat Louisiana nach Europa im Mai 2016 sind diese stark angestiegen.

Nun wurde Anfang April entschieden, dass auch in Deutschland ein erstes nationales Terminal entstehen soll und zwar in Brunsbüttel. Das dürfte dem Verbrauch von LNG einen riesigen Schub verleihen. Dank verschärfter Abgasnormen steigt die Nachfrage nach der relativ preiswerten und sauber verbrennenden Alternative, die direkt von Lastwagen, Bussen und Schiffen als Kraftstoff eingesetzt werden kann, ständig an. In den Niederlanden mit ihrer „LNG-Drehscheibe“ am Hafen von Rotterdam hat bereits ein richtiger Boom eingesetzt, der von dort aus bis weit in das europäische Hinterland rund um die Rhein-Main-Donau-Region ausgedehnt werden soll.

Kein Wunder, ist die treibende Kraft hinter dem Brunsbüttel-Projekt die holländische Gasunie, ein Wettbewerber von RWE und Uniper. Aber auch die deutschen Energie- und Gasriesen haben sich längst beim Thema Flüssigerdgas positioniert.

Hier kommen Uniper, RWE und Linde ins Spiel

Wie bei allen investitionsintensiven Märkten, bedarf es auch hier viel koordinierter Anstrengungen. Verbraucher und Anbieter müssen gemeinsam wachsen, wenn sich die hohen anfänglichen Ausgaben lohnen sollen. Zunächst liegt der Fokus deshalb auf Fähren, Reedern, Verkehrsbetrieben und Speditionen mit festen Routen, denn diese können an fest definierten Punkten für ausreichende Nutzungsfrequenz sorgen.

Als Partner dieser ersten Nutzergruppen bietet sich zum einen LIQVIS an, eine Tochtergesellschaft von Uniper, in die das Energieunternehmen große Hoffnungen setzt. Zum anderen Nauticor, ein frisch umbenannter Geschäftsbereich von Linde, der jetzt durchstarten will. Beide engagieren sich dafür, die notwendige Lieferkette vom Bohrloch bis zum Tankstutzen zu organisieren. Erstere an Land und Zweitere zunächst in der Ostseeregion.

Darüber hinaus ist bei RWE in Deutschland die Sparte „Supply & Trading“ für das Thema LNG zuständig. Sie meldete im Januar, dass sie mit dem Duisburger Hafen kooperiert, um ein Nutzungskonzept für LNG als Kraftstoff umzusetzen. So wie es aussieht, geht es jetzt Schlag auf Schlag.

Viele Fliegen mit einer Klappe

Der vielleicht einfachste und sinnvollste Weg, um mehr Güter aus den USA zu beziehen, könnte im beschleunigten Ausbau der LNG-Infrastruktur bestehen. Davon würde nicht nur die Umwelt profitieren, sondern auch die transatlantischen Beziehungen, wenn entsprechende Liefervereinbarungen eingegangen werden. Das würde helfen, das exorbitante Defizit von zuletzt 64 Mrd. US-Dollar zumindest ein Stück abzubauen.

Weil zudem LNG eine der günstigsten Optionen für die Erfüllung zukünftiger Abgasvorschriften ist und zahlreiche deutsche Firmen eine führende Position bei entsprechender Technik einnehmen, wären die langfristigen Auswirkungen für die inländische Wirtschaft sicherlich positiv. Vor allem Uniper und Linde mit ihren Töchtern LIQVIS und Nauticor sehe ich dabei als treibende Kräfte, aber auch RWE und andere Spezialisten und Konzerne besitzen eine ausgezeichnete Ausgangsposition.

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Ralf Anders besitzt Aktien von Uniper. The Motley Fool empfiehlt Linde.

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