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Boeing nimmt erneut Anlauf, Flugzeuge im Iran zu verkaufen

Foto: Pixabay, nicik220

Seit mehr als einem Jahr versucht Boeing (WKN:850471) in den iranischen Flugzeugmarkt einzudringen. Die starken Spannungen zwischen den USA und Iran haben die Bemühungen allerdings erschwert, die große Nachfrage nach neuen Flugzeugen zu bedienen.

Am Dienstag hat Boeing seine Absichtserklärung mit einer iranischen Fluggesellschaft erneuert. Wenn sich die US-Regierung jedoch nicht in Richtung Aussöhnung mit Iran bewegt, werden sie Vereinbarungen niemals umgesetzt.

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Der iranische Markt wartet

Weltweit verlangsamen sich die Flugzeugbestellungen, nachdem es seit 2011 für mehrere Jahre einen kleinen Bestellrausch gab. Boeing und Airbus (WKN:938914) kämpfen daher hart um jede Bestellung, damit sie ihre ambitionierten Produktionsziele erreichen.

Die weltweiten Bestellungen gehen nach starken Jahren zurück. Foto: Airbus.

Die weltweiten Bestellungen gehen nach starken Jahren zurück. Foto: Airbus.

Die zwei Unternehmen schöpften Hoffnung, als die Weltmächte die wirtschaftlichen Sanktionen gegen Iran aufzuheben begannen. Die Jahrzehnte der Sanktionen haben dazu geführt, dass die iranischen Flugzeuge veraltet sind. Nun wollen die Fluggesellschaften neue, moderne, treibstoffeffiziente Jets von Boeing und Airbus kaufen.

Airbus strebte schnell einen Vertrag an, um 118 Flugzeuge an Iran Air zu verkaufen. Am Ende einigte man sich Ende Dezember 2016 auf 100 Flugzeuge. Und nur einen Monat später erhielt Iran Air seinen ersten Airbus A321.

Die iranischen Fluggesellschaften scheinen aber auch gleichermaßen an Boeings Flugzeugen interessiert zu sein. Allerdings hat Boeing Schwierigkeiten, Verträge zu schließen, da politische und regulatorische Hürden dagegenstehen.

Boeing versucht im Iran Geschäfte zu machen

Letzten Juni unterzeichnete Boeing eine Absichtserklärung, 80 Flugzeuge an Iran Air zu verkaufen. Obwohl der Gesamtumfang kleiner ist als die Bestellung bei Airbus, waren darunter 33 Bestellungen der hochprofitablen 777-Familie. Diese Flugzeugkategorie hatte in letzter Zeit mit schwachen Absatzzahlen zu kämpfen.

 

Boeing gab im Dezember bekannt, dass es einen Vertrag mit Iran Air für diese Bestellung geschlossen hat. Allerdings ist diese Bestellung noch nicht in den offiziellen Bestellbüchern von Boeing zu finden. Dies deutet darauf hin, dass noch ein paar Hürden überwunden werden müssen.

Iranische Fluggesellschaften sind bereit, viele Flugzeuge von Boeing zu kaufen. Aber erst muss die Finanzierung geklärt werden.

Das Hauptproblem ist die Finanzierung. Obwohl die Wirtschaftssanktionen gegen den Iran gelockert wurden, bleiben die Finanzsanktionen weiter bestehen. Das US-Bankensystem kann für die Geschäfte mit dem Iran daher nicht genutzt werden. Selbst ausländische Banken sind besorgt, dass sie gegen die US-Sanktionen verstoßen, wenn sie ihre Dienste in dem Land anbieten.

Daher hat die Ankündigung, dass Iran Aseman Airlines 30 737 MAX kaufen will, keine besondere Aussagekraft. Solang die Finanzierungsprobleme nicht gelöst sind, werden die Flugzeuge nicht geliefert. Die “gute” Nachricht ist, dass die erste Lieferung erst für 2022 angesetzt ist. Damit haben Boeing und die Fluggesellschaft genug Zeit, die Finanzierung in Gang zu bringen.

Airbus konnte das Problem umgehen, jedoch mit Schwierigkeiten. Dies gelang, indem die Geschäfte in Euro abgewickelt wurden. Boeing hat diesen Luxus nicht und muss daher den Wettbewerbsnachteil hinnehmen.

Vereinfacht ausgedrückt ist Boeing das Opfer einer schlechten Politik des US-Kongresses, der es Unternehmen aus den USA erschwert, Geschäfte im Iran durchzuführen. Und viele Republikaner wollen den Handel mit Iran noch weiter einschränken. Die Geschäfte von Boeing haben starken Widerstand bei den Gesetztesmachern hervorgerufen, die der Meinung sind, dass die verkauften Flugzeuge für militärische oder terroristische Zwecke genutzt werden könnten.

Wie glaubhaft diese Argumente sind, lassen wir hier außer Acht. Aber es ist deutlich, dass Iran äquivalente Flugzeuge von Airbus erhält. Das Einzige, was die US-Sanktionen bewirken, ist, dass die iranischen Fluggesellschaften eher Airbus statt Boeing kaufen.

Dies könnte sich in Form von Jobverlusten bemerkbar machen. Iran Air will Flugzeuge der 777-Serie kaufen. Und Boeing will diese Flugzeuge dringend verkaufen. Wenn die zwei Parteien keinen Weg finden, die Sanktionen zu umgehen, muss Boeing seine 777-Produktion weiter zurückfahren und in den kommenden Jahren vielleicht sogar Jobs streichen.

Hoffentlich setzen sich im Kongress gemäßigtere Meinungen durch, sodass die Sanktionen abgebaut werden. Die Sanktionen zwingen Iran, in anderen Ländern zu kaufen. Aber aufgrund der langen Feindschaft zwischen den USA und Iran sollten Investoren nicht davon ausgehen, dass iranische Fluggesellschaften sobald Flugzeuge von Boeing kaufen werden.

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The Motley Fool hält keine der oben erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Adam Levine-Weinberg auf Englisch verfasst und am 05.04.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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