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Commerzbank: Vergiss 2016, Augen auf in 2017

Foto: Matt Koppenheffer

Die Aktien des deutschen Bankhauses Commerzbank (WKN: CBK100) gehören im Moment zu den stärksten Zugpferden im DAX. Seit dem Zwischentief vom 24.02.2017 bei 6,97 Euro ging die Fahrt steil bergauf bis auf momentan ca. 8,47 Euro (Schlusskurs 31.03.2017). Eine stolze Entwicklung.

Entsprechend dieses Anstiegs liest man derzeit wieder einiges Positives in Bezug auf das Unternehmen. Aber zu Recht?

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Betrachten wir im Folgenden, was die Zahlen und Aussichten in diesem Zusammenhang aktuell hergeben. Glücklicherweise veröffentlichte die Bank am 23.03.2017 seine frischen Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2016, wir können also aus dem Vollen schöpfen!

Vergiss 2016!

Gleich zu Beginn möchte ich an dieser Stelle schön deine möglicherweise positiven Erwartungen etwas ausbremsen. Das operative Ergebnis der Commerzbank lag nämlich in 2016 bei lediglich knapp 1.399 Millionen Euro nach 1.942 Millionen Euro im Vorjahr. Also ein Rückgang um gut 28 %. Das Konzernergebnis fiel ebenfalls drastisch. Standen im Geschäftsjahr 2015 noch 1.062 Millionen Euro zu Buche, sind es in 2016 nur noch 279 Millionen Euro.

Im Kontext des Konzernergebnisses werden hierbei Abschreibungen auf Goodwill und sonstige immaterielle Vermögensgegenstände in Höhe von 627 Millionen Euro sowie Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 129 Millionen Euro genannt. Aber selbst wenn ich diese Aufwendungen zu dem Konzernergebnis hinzurechne, wurde das letztjährige Konzernergebnis noch immer um 27 Millionen Euro verfehlt. Grund zum Jubeln sieht meiner Meinung nach anders aus. Ich denke, als Interessent oder Investor sollte man 2016 daher eher abhaken.

Und 2017? Augen auf!

Viele dürften ihren Fokus daher auf die weiteren Aussichten des Geldhauses legen. 2017 könnte in diesem Kontext relevant werden, da es das Initiationsjahr der Strategie Commerzbank 4.0 werden soll. Aber was birgt dieses Projekt denn genau?

Bei der Veröffentlichung der Geschäftszahlen gibt es in diesem Zusammenhang Folgendes zu lesen:

„Im September 2016 haben wir unsere Strategie „Commerzbank 4.0“ vorgestellt. Wir wollen unsere Bank für die Zukunft fit und profitabel machen. Dabei verfolgen wir das Ziel, die wettbewerbsfähigste Bank in Deutschland zu werden – für Privat- und Firmenkunden und mit einem modernen und überlegenen Angebot aus digitalen und persönlichen Dienstleistungen. Wir wollen nah am Kunden und schnell und effizient in der Abwicklung sein. Vor allem aber gilt: Wir wollen unsere Bank dauerhaft wetterfest machen und Komplexität reduzieren. Dazu werden wir unser Geschäftsmodell in den nächsten Jahren konsequent fokussieren, digital transformieren und die Effizienz steigern.“

Klingt gut oder? Allerdings wenig konkret, wenn du mich fragst. Es ist ein bisschen lehrbuchmäßiges Wischi-Waschi mit wenig konkreten Maßnahmen und messbaren Zielgrößen. Also lass uns einen weiteren, tieferen Blick in den Geschäftsbericht werfen – der in diesem Zusammenhang einiges enthüllt. Konkreter liest man in diesem Kontext im Weiteren:

„Eine schlanke Infrastruktur mit modernen Filialformaten ist einer der Kernpunkte zur Effizienzsteigerung im Geschäft mit Privat- und Unternehmerkunden. Um eine breite Marktabdeckung bei gleichzeitig kosteneffizienter Bewirtschaftung zu ermöglichen, wird auf eine deutliche Differenzierung der Filialformate gesetzt. „Flagship“-Filialen mit vollem Leistungsangebot für alle Kundensegmente sind eingebettet in ein Netz von City-Filialen mit Fokus auf tägliche Serviceleistungen und standardisierte Produkte.“

sowie:

„Im Rahmen der Strategie wird sich die Commerzbank konsequent auf ihr Kerngeschäft konzentrieren, 80 % ihrer relevanten Prozesse digitalisieren und dadurch signifikante Effizienzgewinne realisieren und bis Ende 2020 ihre Profitabilität nachhaltig erhöhen.“

und:

„Personalabbau ist nicht das Ziel, aber als ein Ergebnis dieses Umbaus
zur „Commerzbank 4.0“ nicht zu vermeiden.“

Zusammengefasst beruht also eine der wesentlichen Säulen dieser Strategie auf weiterem Personalabbau und Filialschließungen, beziehungsweise einer Kürzung des Angebotes in vielen kleineren Filialen. Mutig, für eine Bank die nach wie vor mit dem Slogan Die Bank an Ihrer Seite wirbt und nah am Kunden arbeiten möchte, findest du nicht auch?.

Ein zweiter, wesentlicher Faktor dürfte natürlich auch die Ergebnisentwicklung sein. Hierzu heißt es, dass die Commerzbank für 2017 mit einem Konzernüberschuss in der Höhe des Vorjahres rechnet. Also in etwa 280 Millionen, was, um es noch einmal zu wiederholen, bedeutend niedriger als in 2015 sein wird.

Erinnern wir uns in diesem Kontext auch gleich besser daran, was bei den Geschäftszahlen für 2015 im Ausblick für 2016 genannt wurde. Hier hieß es damals noch Ausblick 2016: leichte Verbesserung des Konzernüberschusses erwartet. Mission an dieser Stelle also deutlich verfehlt, wie du weiter oben bereits gelesen hast. Es ist folglich auch nicht abwegig an dieser Stelle kritisch zu hinterfragen, ob die Einschätzungen in Bezug auf das Konzernergebnis für 2017 realistischer abgegeben worden sind, oder nicht.

Die Commerzbank steht auf dem Prüfstand

Auch wenn der Konzernumbau für viel positiven Wirbel sorgt und die Aktie momentan beflügeln mag, liefern die nackten Zahlen ein tendenziell ernüchterndes Bild. Strategien sind gut, Versprechen sind besser, aber falls die Maßnahmen und die Resultate nicht stimmen, sind auch das letztlich nur Floskeln die sang und klanglos verpuffen könnten.

Warten wir also ab, wie sich das vielversprechend anmutende Projekt Commerzbank 4.0, das bis 2020 datiert ist, letztlich auswirken wird. Interessierte und Investoren sollten kritisch hinterfragen, ob Strategie und Ziele erfolgversprechend angegangen werden und ob ein gewünschter Erfolg hierbei wirklich erreicht werden kann.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt keine der erwähnten Aktien.

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