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Beiersdorf-Aktie: Trotz hohem KGV nicht teuer!

Beiersdorf (WKN:520000) bringt viele Eigenschaften mit, nach denen langfristig orientierte Anleger suchen: Wettbewerbsvorteile durch starke Marken, viel Eigenkapital, stabile Eigentümerverhältnisse und eine hohe Rentabilität.

Nur eine Sache scheint nicht zu stimmen: der Preis! Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 28,0 ist die Beiersdorf-Aktie auf den ersten Blick nämlich ziemlich teuer (Stand: 25.03.2017).

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Doch bevor man die Aktie aufgrund ihres hohen KGVs in den Tiefen seiner Watchlist versauern lässt, sollte man sich die Bewertung einmal genauer anschauen. Aus welchen drei Blickwinkeln die Beiersdorf-Aktie gar nicht mehr so teuer aussiehst, erfährst du, wenn du weiterliest.

Aktuelles KGV niedriger als in den vergangenen Jahren

Zwar ist ein KGV von 28,0 verglichen mit anderen DAX-Aktien tatsächlich sehr hoch. Schaut man sich aber an, mit welchen Bewertungen die Beiersdorf-Aktie in den vergangenen Jahren gehandelt wurde, ist das aktuelle KGV sogar vergleichsweise niedrig.

Quelle: Geschäftsbericht 2016, finanzen.net

Quelle: Geschäftsbericht 2016, finanzen.net

Nur Ende 2016 war die Beiersdorf-Aktie im betrachteten Zeitraum günstiger als heute. Investoren sind also so überzeugt vom Unternehmen, dass sie derart hohe Bewertungen seit Jahren akzeptieren.

Schwer vorstellbar, dass sich an dieser Markteinschätzung kurzfristig etwas ändern könnte, Börsencrashs, Skandale oder andere unvorhersehbare Dinge einmal ausgeklammert.

Der Blick auf die Entwicklung des KGVs in den letzten Jahren zeigt uns also, dass die Beiersdorf-Aktie seit längerem mit hohen Bewertungen gehandelt wird.

Da der Gewinn schneller gestiegen ist als der Kurs, ist die Aktie für ihre Verhältnisse aktuell sogar relativ günstig – und gar nicht so teuer, wie es beim ersten Blick aufs KGV den Anschein hat.

Wie das hohe Eigenkapital die Bewertung beeinflusst

Wie erwähnt verfügt Beiersdorf über jede Menge Eigenkapital. Gleichzeitig hat man kaum Schulden, was dazu führt, dass das Hamburger Unternehmen 2016 mehr Zinseinnahmen erwirtschaftete als es für den Schuldendienst aufwenden musste.

Eine Tatsache, die man sicher nicht bei vielen Unternehmen finden dürfte! Diesen Umstand sollte man bei der Bewertung der Aktie berücksichtigen. Da jeder Aktionär ein Stück vom Unternehmen besitzt, gehört ihm (oder natürlich ihr) theoretisch auch ein Teil des Geldberges, auf dem Beiersdorf sitzt.

Eigenkapital (in Mio. Euro)  4.677
Anzahl Aktien (in Mio. Stück)    252
Eigenkapital je Aktie (in Euro)  18,56

Quelle: Unternehmensangaben / finanzen100.de

Ziehen wir diese 18,56 Euro nun vom Kurs des 25.03.17 ab, bleiben 69,03 Euro übrig. Mit diesem Wert ergibt sich ein KGV von nur noch 22,1.

Immer noch kein Schnäppchen, für ein Qualitätsunternehmen wäre der Preis aber vertretbar. Denn wie stellte einst Investmentlegende Warren Buffet fest:

Es ist weit besser, ein wundervolles Unternehmen zu einem fairen Preis zu kaufen, als ein faires Unternehmen zu einem wundervollen Preis.

Berücksichtigt man das Eigenkapital von Beiersdorf, sieht das KGV also schon um einiges vernünftiger aus. Angesichts der Qualität, die wie erwähnt im Unternehmen steckt, könnte es sich dabei um einen fairen Preis handeln.

Wachstumsprognosen lassen zukünftiges KGV schmelzen

In den letzten Jahren entwickelte sich der Vorsteuergewinn, kurz EBIT, bei Beiersdorf nur in eine Richtung: Steil nach oben!

Quelle: Geschäftsbericht 2016

Durchschnittlich ist der Gewinn von Beiersdorf seit 2011 jährlich um 20,6 % gestiegen. Nun, dass es in diesem Tempo weitergeht, davon geht selbst der Vorstand von Beiersdorf nicht aus.

Er rechnet damit, dass der Umsatz 2017 um 3–4 % zulegen wird und die EBIT-Marge leicht steigen könnte. Das bedeutet, dass auch der Gewinn um 3–4 % zulegen müsste, wenn die Prognosen eintreffen sollten.

Rechnen wir mit 4 % Gewinnsteigerung  in den nächsten fünf Jahren, ergäbe sich mit dem daraus resultierenden Gewinn ein KGV von 23,3 im Jahr 2022.

Hier gilt das gleiche wie beim zweiten Punkt: Kein Schnäppchen, aber womöglich ein fairer Preis, wenn man bedenkt, dass das prognostizierte Wachstum angesichts der Entwicklung in den vergangenen Jahren als eher konservativ einzustufen ist.

Mein Fazit zur Bewertung der Beiersdorf-Aktie

Ganz klar: Die Beiersdorf-Aktie ist aktuell kein Schnäppchen! Betrachtet man aber die Bewertungen der letzten Jahre, das hohe Eigenkapital und das prognostizierte Wachstum, dann stellen wir fest, dass die Aktie vielleicht gar nicht so überteuert daher kommt, wie es uns das aktuelle KGV glauben machen will.

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Thomas Brantl besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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