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Wie Tesla sein Solar-Geschäft in den Griff kriegen kann

Foto: Pixabay, Blickpixel

Die Übernahme von SolarCity durch Tesla (WKN:A1CX3T) wurde als eine Möglichkeit beworben, das Elektroauto-Unternehmen in ein vertikal integriertes Energieunternehmen zu verwandeln. Man kann einfach in einen Tesla-Store gehen und mit einem Elektroauto herauskommen. Dieses Elektroauto läuft dann mit Strom, den man mit seiner Dachanlage durch Solarenergie erzeugt hat, und der den ganzen Tag in den unternehmenseigenen Energiespeichern gespeichert wurde.

Die Realität im Jahr 2017 sieht aber so aus, dass das Geschäftsmodell von SolarCity gerade eingeht. Die Stromabnahme-Verträge, die SolarCity in der Vergangenheit so beliebt gemacht haben, wurden durch Darlehen und durch sofortige Zahlungen ersetzt. Diese sind nämlich für kleinere Installateure besser. Zusätzlich wird es immer schwieriger, ein Geschäft zu machen, da in diesem Industriezweig ein starker Wettbewerb herrscht. Das alte SolarCity ist auch nicht mehr das, was es einmal war.

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Das Interessante daran ist aber, dass die neuen Solarprodukte von SolarCity jetzt von Tesla fertiggestellt werden. Solarpaneele mit hohem Wirkungsgrad und das neue Solardach, die im Werk in Buffalo, New York, hergestellt werden sollen, pflastern Teslas Weg in die Zukunft. Zusammen mit der Powerwall soll damit eine ganzheitliche Energielösung geschaffen werden. Aber die Installationen und der Vertrieb der Solarprodukte sind Tesla inzwischen zur Last geworden.

Das Solardach von Tesla ist ein wichtiges Produkt, das 2017 kommen soll. Bildquelle: Tesla.

Das Solardach von Tesla ist ein wichtiges Produkt, das 2017 kommen soll. Bildquelle: Tesla.

Tesla sollte tausende von Arbeitsplätzen streichen

Das klingt jetzt dramatisch, aber keine Sorge. Es gibt immer noch jede Menge Leute, die die Solaranlage für Tesla installieren können. Es ist vielleicht nur nicht besonders sinnvoll, wenn sie direkt für Tesla arbeiten.

Als SolarCity sein Solargeschäft ausgebaut hatte, floss ein Großteil der Arbeit in den Vertrieb, der die Solaranlagen verkaufen sollte. Zusätzliche Mittel flossen in die Installationsteams, die diese Anlagen aufbauen sollten. Nach diesem großen Modell wurde überall in den Vereinigten Staaten bis Ende 2015 gearbeitet. Laut GTM Research wuchsen die drei großen Solarunternehmen in den USA im Jahr 2016 nur um 10 %, während alle anderen Installationsbetriebe um 53 % wachsen konnten. Das sieht man besonders daran, dass die Installationen von Tesla und SolarCity in Q4 2015 noch 253 MegaWatt betragen hatten. Dieser Wert fiel in Q4 2016 auf 201 MW.

Bildquelle: GTM Research.

Das ist aber nicht notwendigerweise ein Problem, weil Tesla den Verkaufsprozess gerne automatisieren oder in die Tesla-Stores verlagern würde. Daher ist es sinnvoll, wenn weniger Leute von Tesla im Vertrieb tätig sind.

In Bezug auf die Installation könnte Tesla die Arbeit an seine Partner auslagern, die dann die eigentliche Arbeit vor Ort machen könnten. Dann bräuchte Tesla das Team auch nicht selbst unter Vertrag zu halten. Wenn man sich aber selbst um die Installation kümmern möchte, dann würde das höhere operative Kosten für Tesla bedeuten. Schließlich muss man Arbeiter einstellen und die entsprechende Ausrüstung erst einmal ankaufen. Zusätzlich muss man für diese Arbeiter immer wieder Aufträge aufsetzen. Wenn man diese Arbeit auslagern würde, dann hätte Tesla mit weniger Risiken zu kämpfen und vielleicht auch geringere Kosten.

Das wäre aber kein neuer Ansatz. Ein Großteil des Baugewerbes arbeitet nach diesem Modell, egal ob man ein Eigenheime baut oder eine neue Küche einbaut. Da die kleinen Installationsbetriebe schon jetzt Tesla Marktanteile abjagen, wäre es sinnvoll, die eigenen Risiken durch die Auslagerung zu beschränken.

Die Powerwall könnte der Mittelpunkt einer neuen Strategie von Tesla sein. Bildquelle: Tesla.

Eine vorgefertigte Lösung

Wenn Tesla den Schritt zu diesem neuen Geschäftsmodell vollziehen möchte, dann muss das Unternehmen auch eine Lösung schaffen, die für die Installationsbetriebe leicht aufzubauen ist. Das ist bereits der Fall, da die Powerwall und die Solarpaneele ja von Tesla selbst hergestellt werden. Schon bald wird Tesla mehr Dienstleistungen im Solarbereich inklusive Energiespeicher als jedes andere Unternehmen anbieten können. Daher könnte Tesla auch mehrere Lösungen liefern, von denen andere Unternehmen nur träumen können.

Die Gigafactory 2, das Solarwerk in Buffalo, wird schon bald Solarpaneele herstellen. Tesla besitzt nun auch das Unternehmen, das die Halterungen herstellt. Diese Produkte könnten schon einmal zusammengebaut werden und dann an kleinere Lieferanten weiterverkauft werden. Selbst die Powerwall würde in dieses Modell passen und Tesla könnte damit eine Dienstleistung bieten, die die Powerwall zu einem sehr guten Geschäft machen würde.

Das Solardach könnte eine Erweiterung dieses Modells darstellen. Dieses Produkt könnte man dann auch über die Zulieferer verkaufen, ohne die eigenen Leute dafür ausbilden zu müssen.

Eine solche vorgefertigte Lösung könnte auch zu einem Geschäftsmodell führen, das sehr schnell erweiterbar ist. Das würde wiederum zu mehr Geschäft führen, und das ist ja das Ziel von Elon Musk.

Das Ende der Leasingverträge

Wenn Tesla es ernst damit meint und das Solargeschäft in ein Cashflow-Geschäft verwandeln möchte, dann sollte das Unternehmen nicht mehr mit Leasingverträgen oder mit Stromabnahme-Verträgen arbeiten. Damit müsste man zwar dem Modell den Rücken kehren, das SolarCity so beliebt gemacht hat, diese Leasingverträge verlieren aber sehr schnell an Marktanteilen. Zusätzlich ist das kein Produkt, das Tesla in der Bilanz sehen möchte.

Leasingverträge sind im Laufe der Zeit einfach unattraktiv geworden, da die Kreditkosten für SolarCity auch gestiegen sind. Ohne niedrige Zinsen bieten diese Verträge keinen Vorteil gegenüber einem Darlehen mehr. Zusätzlich sind die Zinsen für Darlehen auch niedrig und daher gibt es keinen Grund, diese Leasingverträge weiterhin im Portfolio zu lassen.

Wenn Tesla die Installation auslagern würde, dann könnte man die Finanzierung der Solaranlagen auch an Drittanbieter-Banken auslagern, die sich bereits im Markt breit machen und bei jedem Verkauf Anzahlungen bekommen. Auf diese Art und Weise könnten das Management wie auch die Investoren das Solargeschäft aufgrund der Margen und des Cashflows beurteilen anstatt anhand anderer zweifelhafter Kennzahlen.

Tesla wäre besser beraten, wenn sich das Solargeschäft besser fokussieren würde

Wenn Elon Musk ein erfolgreiches Geschäft aufbauen will, das auch noch langfristig Bestand hat, sollte er das Risiko aus der Gleichung herausnehmen, indem er die Installation auslagert und sich die hohen Vertriebskosten spart. Das Unternehmen sollte sich darauf konzentrieren, großartige Produkte herzustellen und den Zulieferern Dienste zu verkaufen, die diese auch brauchen. Das wäre schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Den Investoren würde das sicher gefallen.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Tesla.

Dieser Artikel wurde von Travis Hoium auf Englisch verfasst und wurde am 11.03.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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