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3 Erkenntnisse aus Barrick Golds Q4-Ergebnissen

Bildquelle: Barrick Gold.

Barrick Gold (WKN:870450) hat vor kurzem seine Ergebnisse für das vierte Geschäftsquartal 2016 präsentiert. Der bereinigte Gewinn je Aktie belief sich auf 0,22 US-Dollar und übertraf somit die Analystenprognosen von 0,21 US-Dollar hauchdünn. Der Quartalsbericht enthielt aber auch einige weitere höchstinteressante Zahlen, die ich gerne näher beleuchten würde.

Ein neuer Rekord

Barricks jüngste Performance als „durchschnittlich“ zu bezeichnen — da es die Erwartungen der Analysten nur um 0,01 US-Dollar übertroffen hat — wäre unvernünftig. Ein Blick auf Barricks Kapitalzuflussrechnung zeigt, dass sich das Unternehmen außerordentlich gut geschlagen hat. Im vierten Quartal erwirtschaftete Barrick einen Free Cashflow von 385 Mio. US-Dollar (ein nomineller Rückgang im Vergleich zu den 387 Mio. US-Dollar des Vorjahresquartals).

Wenn wir uns allerdings die Ergebnisse für das Gesamtjahr 2016 anschauen, sehen wir, dass Barrick Gold einen Rekord-Free-Cashflow von 1,5 Mrd. US-Dollar generiert hat – ein Anstieg von 221 % gegenüber dem Geschäftsjahr 2015, in dem sich der Free Cashflow auf 0,5 Mrd. US-Dollar belief (nicht mit einberechnet sind Transaktionserlöse in Höhe von 610 Mio. US-Dollar, die zur Schuldenbegleichung verwendet wurden).

Bei der Bekanntgabe der Q4-Ergebnisse schrieb Barricks CFO Catherine Raw diesen Anstieg drei Faktoren zu: „Dem Fokus auf die Qualität der Unze, anstatt auf Quantität, einer effizienteren Herangehensweise beim Kapitalmanagement und den aus dem steigenden Goldpreis resultierenden Vorteilen.“

Erwartungen übertreffend

Zusätzlich zu den Rekord-Cashflows hat es Barrick geschafft, Kosten zu senken. Im vierten Quartal vermeldete Barrick nachhaltige Gesamtförderkosten von 732 US-Dollar je Unze. Wenn wir auf die Gesamtjahresdaten blicken, wird der Erfolg des Unternehmens beim Einsparen seiner Kosten noch ersichtlicher.

Für das Gesamtjahr 2016 wies Barrick nachhaltige Gesamtförderkosten von 730 US-Dollar je Unze aus und lag damit unter seinen eigenen Prognosen. Im Februar gab das Management noch im Rahmen einer Investorenpräsentation eine Gesamtjahresprognose für die nachhaltigen Förderkosten von 775-825 US-Dollar je Unze aus.

Diese Kosten sollen dem Management zufolge 2017 sogar noch weiter gesenkt werden als ursprünglich angenommen. Der Kosteneinschnitt ist zumindest teilweise der Digitalisierung der Cortez-Mine in Nevada und der damit einhergehenden Effizienzsteigerung zu verdanken. Während Barrick die Gesamtförderkosten für das Geschäftsjahr 2017 bei der Präsentation im Februar noch auf 740-790 US-Dollar schätzte, wurde diese Prognose während der Bekanntgabe der jüngsten Q4-Ergebnisse revidiert. Die neuen Schätzungen liegen bei 720-770 US-Dollar je Unze.

Erwartungen erfüllend

Im vierten Quartal konnte Barrick seine Verbindlichkeiten um 600 Mio. US-Dollar senken und so das Ziel für das Gesamtjahr 2016 – den Schuldenberg um 2 Mrd. US-Dollar abzubauen – erfüllen. Das Unternehmen rechnet damit, in den Geschäftsjahren 2017 und 2018 seine Verbindlichkeiten von 8 Mrd. US-Dollar um weitere 3 Mrd. US-Dollar zu erleichtern. Die solidere Bilanz hat Barrick im Jahr 2016 Zinseinsparungen von 100 Mio. US-Dollar beschert. Über die vergangenen zwei Jahre betrachtet belaufen sich diese Einsparungen sogar auf 235 Mio. US-Dollar.

Die effektive Schuldenreduzierungsstrategie des Unternehmens bringt Investoren noch weitere Gründe zur Freude. Da unter anderem bis 2019 nur Verbindlichkeiten in Höhe von 200 Mio. US-Dollar und in etwa 5 Mrd. US-Dollar erst nach 2032 fällig werden, glaubt das Management, dass Barrick finanziell sehr stark positioniert ist. Dieses Selbstvertrauen spiegelt sich in der Ankündigung des Managements wider, die Dividende um 50 % auf 0,03 US-Dollar je Aktie zu erhöhen.

Unterm Strich

Sinkende Kosten und ein wachsender Free Cashflow sind nur zwei Gründe, weshalb Barrick nicht nur mit seinen Ergebnissen für das vierte Quartal, sondern auch mit dem Gesamtjahresergebnis 2016 äußerst zufrieden sein kann. Das Unternehmen hat bewiesen, dass seine Strategie – nicht betriebsnotwendige Vermögensgegenstände zu verkaufen und so sein Anlageportfolio zu erleichtern – ein echter Erfolg war.

Der größte Erfolg, den Barrick im Geschäftsjahr 2016 verbuchen konnte, war sicherlich die Fähigkeit des Goldförderers, auch bei einem Goldpreis von unter 1.000 US-Dollar je Unze Break-Even auf Cashflow-Basis zu erreichen.

Auch 2017 soll dieses Ziel wieder erreicht werden. In anderen Worten: Selbst wenn der Goldpreis, der derzeit bei etwa 1.220 US-Dollar je Unze liegt, unter die 1.000-Dollar-Marke rutscht, verbucht Barrick weiterhin einen positiven Free Cashflow. Somit scheint das Unternehmen bestens positioniert zu sein, um zukünftigen Schwächephasen zu trotzen und saftige Gewinne einzufahren, wenn der Goldpreis wieder steigt.

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The Motley Fool hält keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Scott Levine auf Englisch verfasst und am 21.2.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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