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Nestlé und die Sorgen um das Wachstum

Egal, wie groß ein Unternehmen bereits ist – die Investoren möchten starkes Wachstum sehen. Der Lebensmittelriese Nestlé (WKN:A0Q4DC) ist schon derart groß, dass weiteres Wachstum bei Umsatz und Gewinn fast nicht mehr möglich ist. Das heißt aber nicht, dass die Aktionäre nicht nach anderen Möglichkeiten verlangen, um neue Märkte anzuzapfen. Am Donnerstag wurden die Ergebnisse für das Gesamtjahr 2016 verkündet. Die Investoren wollten Beweise dafür sehen, dass das Lebensmittelunternehmen moderate Wachstumsraten erreichen kann. Nach diesem Jahresbericht hatten viele Aktionäre Lust auf mehr.

Werfen wir einen genaueren Blick auf Nestlé, um zu sehen, wie seine Zukunft aussehen könnte.

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Das Unternehmen sucht nach mehr Wachstumsmöglichkeiten

Die Gesamtjahresergebnisse boten den Investoren nicht alles, was diese gerne gesehen hätten. Die Umsätze in Höhe von 89,5 Milliarden Schweizer Franken markierten nur ein Wachstum von 0,8 % im Jahresvergleich, und das war auch nur die Hälfte der Wachstumsrate, die die Beobachter erwartet hatten. Der Nettogewinn von 8,88 Milliarden CHF markiert einen Rückschritt von 6 % verglichen mit 2015. Der bereinigte Gewinn pro Aktie von 3,4 CHF befand sich ebenfalls etwas unter der Konsensschätzung der Investoren.

Wenn wir uns die Zahlen einmal genauer ansehen, dann steht Nestlé immer noch vor dem Problem, dass der Schweizer Franken gerade so stark ist. Das Unternehmen sagte, dass der Wechselkurs 1,6 Prozentpunkte des Umsatzwachstums verschlungen hätte. Zusätzlich ist ihm auch noch ein großer Teil der des Gewinns pro Aktie zum Opfer gefallen. Daher sind die währungsbereinigten Zahlen auch höher. Eine Steuerbereinigung wirkte sich auch auf die GAAP-Ergebnisse aus. Das organische Umsatzwachstum fiel mit 3,2 % etwas gesünder aus, konnte jedoch nur ein reales internes Wachstum von 2,4 % erzeugen.

Aus geographischer Sicht lief es für Nestlé in den Schwellenländern deutlich besser. Diese konnten ein organisches Wachstum von 5,3 % erzielen verglichen mit nur 1,7 % in der entwickelten Welt. In Amerika wurde das schnellste Wachstum verzeichnet. Grund dafür waren starke Ergebnisse in Nordamerika und ein hohes einstelliges organisches Wachstum in Brasilien. Im Gegensatz dazu litt das Unternehmen im Nahen Osten und Nordafrika unter den intensiven Wettbewerbsbedingungen und den niedrigen Rohstoffpreisen. Somit konnte Nestlé seine Preissetzungsmacht nicht ausspielen. Die Bedingungen waren aber in Russland und in einem großen Teil von Osteuropa etwas günstiger. Die schlechte Performance in China zog die Ergebnisse in Asien, Ozeanien und Subsahara-Afrika nach unten. Das gute Wachstum in anderen Regionen war allerdings ermutigend.

Der neue CEO Mark Schneider gab eine einfache Zusammenfassung der Situation von Nestlé: „Unser organisches Wachstum 2016 befand sich am oberen Ende des Industriedurchschnitts, aber am unteren Ende unserer eigenen Erwartungen.“ Der CEO merkte auch an, dass starke Gewinnmargen in diesem schwierigen Umfeld geholfen hatten.

Wie geht es jetzt weiter?

Nestlé erkennt den Bedarf, aggressive Maßnahmen zu ergreifen, um für langfristiges Wachstum zu sorgen. In den Worten von Schneider selbst: „Um künftige Gewinne zu erreichen, planen wir 2017 die Kosten zu senken.“ Das Unternehmen versucht bis 2020 immer noch ein organisches Wachstum im mittleren einstelligen Bereich zu erreichen.

Und wieder musste Nestlé die Erwartungen für das unmittelbare Umsatzwachstum im Zaum halten. Für 2017 erwartet das Unternehmen ein organisches Wachstum von nur 2-4 %. Das Unternehmen glaubt, dass die zugrundeliegenden Gewinne weiter steigen könnten, doch das ist weit von den 6-7% Gewinnwachstum entfernt, die die Investoren dieses Jahr sehen möchten.

Die gute Nachricht für Nestlé kam von der Dividende. Das Unternehmen sagte, man wolle die Dividende auf 2,30 CHF pro Aktie erhöhen, das würde eine Dividende von gut 2 % ergeben. Die Dividendenerhöhung spiegelt das langsame Wachstum der letzten Jahre wider.

Dir Aktionäre von Nestlé waren mit diesen Ergebnissen nicht sonderlich zufrieden und schickten die Aktie nach Verkündigung der Zahlen um mehr als 1 % nach unten. Was die Investoren jetzt sehen wollen, ist weiteres Umsatzwachstum. Das wird auch irgendwann kommen, aber die langfristigen Aktionäre müssen Geduld haben, damit Nestlé sich neu aufstellen kann.

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The Motley Fool empfiehlt Nestlé.

Dieser Artikel wurde von Dan Caplinger auf Englisch verfasst und wurde am 16.02.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.


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