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Facebook vs. Apple: Wessen VR-Philosophie wird gewinnen?

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Einer der vielversprechendsten Trends, von dem beängstigend viel revolutionäres Potenzial ausgeht, ist die sogenannte Virtual Reality oder auch Augmented Reality (VR/AR). Wir könnten noch gar nicht abschätzen, wie genau diese Technologien voranschreiten und unsere Leben beeinflussen, aber Unternehmen bereiten sich schon lange mit Nachdruck darauf vor.

So wurde Facebook (WKN:A1JWVX) mit einem Mal zum Vorzeigeunternehmen beim Thema VR, als man 2014 für 2 Milliarden US-Dollar gekauft hat. Vor einer Woche hat Facebook ein Verfahren gegen ZeniMax verloren, die behaupteten, dass Oculus vertrauliche Informationen von ihnen gestohlen hätten. Das Gericht entschied, dass Facebook 500 Millionen Dollar zahlen müsse – ZeniMax wollte ursprünglich 6 Milliarden haben. Diese Entscheidung wird Facebook anfechten, aber die Akquise dürfte sich damit letztlich auf rund 2,5 Milliarden belaufen.

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Einst, vor Facebook, hatte Google (WKN:A14Y6H) den Vorzeigenimbus inne. Das AR-Projekt Google Glass allerdings scheiterte spektakulär. Jetzt ist Apple (WKN:865985) an der Reihe, diesen Thron zu besteigen, selbst wenn sie noch nichts offiziell vorgestellt haben. Wir wissen allerdings, dass CEO Tim Cook viel interessierter an AR als an VR ist, weil er vermutet, dass der Mainstream sich viel stärker dafür interessieren dürfte und es mehr Anknüpfungspunkte geben wird.

Das alles ist noch sehr im Frühstadium Aber wessen Projekt wird am Ende Erfolg haben?

VR ist anspruchsvoller mit längerer Entwicklungsdauer

Facebooks CEO Mark Zuckerberg glaubt fest daran, dass VR die nächste Plattform sein wird, die eine ganz neue Lebensrealität einläuten kann. Aber das wird nicht von heute auf morgen passieren. Im Gegenteil. VR ist derzeit noch eine kleine Nische im Videospielsegment, es erfordert, dass man komplette Welten erschafft, in denen Nutzer umherwandeln können. Das wiederum setzt voraus, dass man Software entwickelt und die Tech-Seite stärkt – High-End-Geräte kosten oft über 1.000 Dollar.

Zuckerberg geht davon aus, dass VR ein stärkeres Medienformat wird und eine ganze Reihe unterschiedlicher sozialer Erlebnisse schaffen kann. Er stellt sich eine Zukunft vor, in der man den Doktor in der VR besuchen kann oder mit Freunden von überall auf der Welt sich in einem VR-Raum trifft. Das wird wohl mindestens ein Jahrzehnt dauern, aber Facebook meint es ernst. Zuckerberg ist AR nicht abgeneigt, denkt aber, dass AR nach VR kommen wird. Zumindest sagte er es so im letzten Jahr auf der F8-Konferenz:

In den nächsten 10 Jahren wird die Form der Geräte immer kleiner und kleiner werden. Letztlich werden wir herkömmlich aussehende Brillen haben, die VR und AR beherrschen. AR gibt einem dann die Möglichkeit, die Welt so zu sehen wie sie ist und darüber hinaus noch digitale Objekte zu projezieren.

Business Insider berichtete, dass Facebook hunderte Vorführ-Events in großen Handelsketten zurückgezogen hätte. Grund: Oft vergingen Tage, bis sich wieder ein Kunde den Ständen genähert und sich vom Personal etwas hätte erklären lassen. VR ist wohl echt noch ein bisschen zu sehr Zukunftsmusik für Otto Normalverbraucher.

AR ist leichter und eher umsetzbar

Natürlich gibt Apple mal wieder nicht Aufschluss über seine Pläne. Allerdings gab es übereinstimmende Gerüchte, dass das Unternehmen mit AR-Brillen herumexperimentiere und Fachpersonal einstelle, und zwar bereits seit 2015.

Es ist anzunehmen, dass AR schon bald einen großen Einfluss haben wird. Die Software ist nicht ganz so schwierig zu coden, benötigt nicht ganz so viel Rechnerleistung. Man kann es sich so vorstellen: Das, was gerade auf dem Smartphone passiert, wird vor einen hinprojeziert. Man kann das Smartphone selber als AR-Bildschirm verwenden, viele Apps bieten das schon jetzt an.

Sollte aber Apple direkt eine AR-Integration in iOS vorlegen oder Brillen auf den Markt bringen, dürfte das dazu führen, dass AR bald in den Händen von einer riesigen Zahl an Menschen ist. Schon früher hat man es geschafft, für zuvor nischige Produkte einen großen Absatzmarkt zu entwickeln. AR ist für den Durchschnittsnutzer auch viel greifbarer.

Hier noch ein Zitat von Cook aus dem vergangenen September zum Thema AR:

Ich sehe es so, dass AR von den beiden Möglichkeiten die größere ist. Vielleicht sogar um Längen größer. Es gibt Menschen die Möglichkeit, im echten Leben miteinander zu kommunizieren, aber auch virtuell unterwegs zu sein. Damit kann man unendlich rumspielen. Das ist ein sehr großes, spannendes Feld.

Cook denkt, dass VR eher eine isolierende Sache ist, weil man eben diese großen Brillengeräte auf dem Gesicht tragen muss. (Lustig also, dass Facebook als soziales Netzwerk auf diese eher unsoziale Technologie setzt.)

Persönlich stimme ich mit Cook überein – AR hat derzeit wohl die viel größeren Möglichkeiten als VR.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Google, Apple und Facebook.

Dieser Artikel von Evan Niu erschien am 8.2.2017 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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