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Diese 2 Fragen werden die Bundestagswahl für Aktionäre interessant machen

Foto: Pixabay, blickpixel

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Im September wird der neue Bundestag gewählt. Zwar haben der Brexit und die US-Präsidentenwahl wieder mal bewiesen, dass das alte Sprichwort, dem zufolge politische Börsen kurze Beine haben, richtig ist. Aber der Wahlkampf und die Auswirkungen des Urnengangs sollten dennoch nicht unterschätzt werden.

Die Politik wirkt auf die Wirtschaft ein

Was zunächst wie ein Widerspruch klingt, klärt sich bei genauerem Hinsehen. Tatsächlich haben politische Ereignisse allenfalls kurzfristig direkten Einfluss auf das Geschehen an der Börse. Auf lange Sicht ist das jedoch anders. Denn es kann sehr wohl sein, dass politische Entscheidungen die Geschäfte von Unternehmen beeinflussen. Denken wir nur an RWE und E.ON.

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Aber auch Donald Trump hat im Präsidentenwahlkampf viele Dinge angekündigt, die sich auf die Gewinne amerikanischer Unternehmen auswirken werden – positiv wie negativ. Ob höhere Ausgaben für Infrastruktur, verstärkt teure Fertigung vor Ort oder Protektionismus durch Schutzzölle allerdings tatsächlich umgesetzt werden, bleibt abzuwarten.

Und auch in Deutschland stehen politische Entscheidungen auf der Tagesordnung, die direkt die Wirtschaft und damit auch die Aktien unserer Unternehmen betreffen. Diese Themen werden wir im Wahlkampf wiederfinden und je nachdem, wen die Marktteilnehmer als Wahlsieger erwarten, kann sich das in den Börsenkursen widerspiegeln.

Erste Frage: Wie schlimm steht es um die italienischen Banken?

Ein Thema steht derzeit wenig im Fokus der Öffentlichkeit, doch das kann sich ganz schnell ändern: die Lage der Banken in Italien. Diese ächzen unter notleidenden Krediten in dreistelliger Milliardenhöhe und brauchen dringend frisches Geld. Die gescheiterte Kapitalerhöhung der Krisenbank Monte dei Paschi hat jedoch gezeigt, dass hier kaum jemand investieren möchte.

Also bleibt, wieder einmal, nur der Steuerzahler übrig, obwohl dies eigentlich das letzte Mittel sein sollte. Über die Verflechtung der EU werden wohl auch deutsche Mittel fließen – eine Situation, die die Politiker unbedingt vermeiden wollen, da das beim Wahlvolk wenig Begeisterung auslösen wird. Andererseits möchte auch niemand eine Bankenkrise wie 2008/9 haben.

Diese Unsicherheit kann für erhebliche Turbulenzen an den Märkten sorgen. Und das nicht nur bei Bankaktien.

Zweite Frage: Wie geht es mit der Automobilindustrie weiter?

Im November beschlossen die Grünen auf ihrem Parteitag, mit der Forderung nach einem Verbot der Neuzulassung von Kfz mit Benzin- und Dieselmotoren ab 2030 in den Wahlkampf zu ziehen. Damit provozierten sie natürlich Widerspruch (vor allem aus der Automobilindustrie). Aber was könnte das tatsächlich für Folgen haben?

Die Automobilindustrie ist, gemessen am Umsatz, der mit Abstand bedeutendste Industriezweig Deutschlands. Im Jahr 2015 wurden 404 Mrd. Euro erwirtschaftet. Knapp 800.000 Personen waren in der Automobilindustrie hierzulande beschäftigt. Besonders erfolgreich sind dabei BMW (WKN: 519000) und Daimler (WKN: 710000) mit ihren großen Limousinen. Gerade für diese beiden würde ein Verbot von Verbrennungsmotoren ein herber Schlag sein.

Die Anleger könnten einen Erfolg der Grünen bei der Bundestagswahl und ein anschließendes Verbot allerdings auch anders betrachten: BMW und Daimler, aber auch Volkswagen (WKN: 766403) würden dadurch gezwungen werden, noch mehr in alternative Antriebe zu investieren, etwa Elektromobilität oder Wasserstoffantrieb. Wenn die Unternehmen sich hier verstärkt anstrengen müssten, dann könnte es auch gelingen, den Rückstand etwa auf Tesla (WKN: A1CX3T) zu verkleinern.

Langfristig geht der Trend meiner Ansicht nach ohnehin von Verbrennungsmotoren weg. Ein Wahlergebnis, das zur Verminderung dieser Art von Motoren führt, könnte der deutschen Automobilindustrie einen Schub geben und den Aktionären auf lange Sicht gute Ertragschancen eröffnen. Als zusätzliches Schmankerl könnte das Verbot die Aktienkurse kurzfristig belasten und so Chancen zum günstigeren Einkauf eröffnen.

Und es gibt noch mehr Themen

Neben diesen beiden gibt es noch viele weitere Bereiche, die die Wirtschaft beeinflussen können. Ich denke an eine Steuerpolitik, die vor allem den Mittelstand benachteiligen könnte, die Energiepolitik oder eine Verschlechterung der Besteuerung von Kapitalerträgen.

Aber vor allem sollten wir zwei Sachen nicht aus den Augen verlieren: Erstens wird nach der Wahl nichts so heiß gegessen, wie es vor der Wahl gekocht wird, und zweitens entscheiden am Ende des Tages die Unternehmen durch ihre Entschlüsse und ihr Handeln selbst über ihren Erfolg.

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Peter Roegner besitzt keine der im Text genannten Aktien. The Motley Fool besitzt Aktien von Tesla Motors. The Motley Fool empfiehlt Tesla Motors, BMW und Daimler.

 

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