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EZB entfacht Kursfeuerwerk, DAX erreicht Jahreshoch, Banken im Aufwind

Brexit? Na und. Trump-Wahl? So what. Italien? Egal. In der vergangenen Woche ließen sich die Akteure am Aktienmarkt durch nichts die Stimmung verderben. Die Folge: Diesseits und jenseits des Atlantiks erreichten die Indizes neue Rekordmarken.

Man könnte meinen, jemand habe Hirn vom Himmel geworfen und die Marktteilnehmer damit von Panikreaktionen abgehalten. Aber das ist nicht ganz richtig. Korrekt ist vielmehr, dass die Europäische Zentralbank die Euro-Zone weiter mit billigem Geld beregnet, mit dem sie das zarte Pflänzchen der deutschen Aktienkultur (über)düngt.

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Wie lange das gut geht, kann niemand vorhersagen. Sicher ist jedoch, dass der DAX an vier Handelstagen in Folge kräftig gestiegen ist. Bei den Einzelwerten gilt dies vor allem für Banktitel …

Was war an der Börse los?

Die Mehrzahl der Marktteilnehmer hatte sich bereits in der Vorwoche für das positioniert, was am Wochenende in Italien geschah: Die von Ministerpräsident Matteo Renzi angestrebte Verfassungsreform fiel bei einer Volksabstimmung durch. Deutlicher als gehofft fiel hingegen das Ergebnis der österreichischen Bundespräsidentenwahl aus: Der europafreundliche Kandidat Alexander Van der Bellen siegte mit großer Mehrheit.

Am Montag hakte man deshalb auf dem Frankfurter Parkett das Ergebnis des Italienischen Referendums einfach ab und freute sich stattdessen über die weise Wahlentscheidung der Alpenrepublik-Bewohner. Der DAX legte 1,6 % auf 10.685 Punkte zu. Besonders gut lief es bei der Deutschen Bank (WKN:514000), deren Aktie sich um 3,0 % verteuerte. Eine positive Einschätzung durch die Analysten einer amerikanischen Investmentbank verhalf den Anteilscheinen des Chemiekonzerns BASF (WKN:BASF11) zu einem Kursplus von 2,4 %.

In New York erreichte der Dow Jones derweil ein neues Rekordhoch von 19.275 Punkten, das der Index jedoch wegen des anziehenden Ölpreises nicht halten konnte. Bei der Schlussglocke verblieb beim Stand von 19.216 Zählern ein Aufschlag von 0,2 %.

Am Dienstag setzte der deutsche Leitindex seinen Aufwärtskurs fort, verbesserte sich um weitere 0,9 % und schloss beim Stand von 10.775 Zählern. Den Spitzenplatz der DAX-Tabelle sicherte sich die Deutsche Bank, deren Papiere um rund 8 % anzogen. Der Börsenwert der Commerzbank (WKN:CBK100) erhöhte sich um 6,6 %.

Die Anteilseigner der Energiekonzerne freuten sich über die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, dass die Bundesregierung die Versorger für den nach der Fukushima-Katastrophe beschleunigten Atomausstieg entschädigen muss. Die Aktie von E.ON (WKN:ENAG99) gewann 5,0 % und Papiere von RWE (WKN:703712) zogen um 1,5 % an.

An den US-Börsen hielten sich die Akteure zunächst zurück. In den letzten 30 Handelsminuten zog der S&P 500 jedoch noch einmal deutlich an und beendete die Sitzung nur knapp unter seinem Spitzenstand von Ende November. Der Dow Jones verbesserte sich um 0,2 %.

Auch am Mittwoch hatten die Optimisten das Kommando. Nach dem Italien-Fiasko müsse die Europäische Zentralbank (EZB) den Geldhahn weiter offen lassen und ihr Anleihenkaufprogramm sogar ausweiten, hieß es am Vortag des EZB-Zinsentscheids. Das sei gut für die Aktienkurse, hieß es weiter.

Das Börsenbarometer reagierte entsprechend: Der DAX machte einen Sprung um 2 % auf 10.987 Zähler. Europaweit gefragt waren wieder Banktitel. In Frankfurt stiegen die Kurse der Deutsche Bank und der Commerzbank um 5,4 % bzw. 3,8 %.

Einen noch größeren Satz nach oben machten die Papiere von ThyssenKrupp (WKN:750000), die einen Aufschlag von 6,7 % verbuchten. Ein Medienbericht über einen möglichen Erfolg der Gespräche mit dem indischen Konkurrenten Tata Steel über eine Zusammenlegung der Stahlsparten beider Konzerne hatte zuvor die Gerüchteküche mächtig angeheizt. Davon profitierten auch Aktionäre des im MDAX (WKN:847741) gelisteten Konkurrenten Salzgitter (WKN:620200), deren Anteilscheine 5 % fester aus dem Handel gingen.

Während die deutschen Investmentprofis bereits ihren Feierabend genossen, setzten die Indizes an der Wall Street ihren Rekordkurs fort. Der Dow Jones gewann 1,6 % und der S&P 500 stieg um 1,3 %.

Am Donnerstag bestätigte die EZB auf ihrer Pressekonferenz zum Zinsentscheid, was bereits an den Vortagen allgemein erwartet worden war. Die Leitzinsen im Euro-Raum bleiben unverändert niedrig, und das milliardenschwere Anleihenkaufprogramm wird bis Ende 2017 – wenn auch bei geringerem Volumen – verlängert.

Die Börsianer feierten die EZB-Entscheidung mit weiteren Kurssteigerungen. Der DAX übersprang die 11.000er-Marke und legte 1,8 % auf 11.179 Zähler zu. Bankaktien zählten erneut zu den Lieblingen der Investoren: Die Commerzbank setzte sich mit einem Plus von über 5 % an die Spitze der deutschen Standardwerte und der Kurs der Deutschen Bank stieg um 2,9 %.

Es gab aber auch Verlierer: Bei RWE-Papieren kam es zu Gewinnmitnahmen, die zu einem Minus von 3,9 % führten. E.ON-Anteilscheine verloren 1,8 %.

An den US-Börsen ging es weiter aufwärts. Der Dow Jones schloss mit einem Plus von 0,3 % und überwand zum ersten Mal die Schwelle von 19.600 Punkten. Der S&P 500 erreichte mit einem Aufschlag von 0,2 % ebenfalls ein neues Allzeithoch.

Nach seiner Klettertour legte der DAX am Freitag eine Pause ein. Das deutsche Kursbarometer fiel bis 15:30 Uhr um 0,1 Prozentpünktchen. Bei der Commerzbank (- 1,5 %), der Deutschen Bank (- 2,6 %) und ThyssenKrupp(- 1,9 %), die an den Vortagen besonders profitiert hatten, waren Gewinnmitnahmen zu beobachten.

Wie geht es weiter?

Am Montag (12.12.) legt der Flughafenbetreiber Fraport (WKN:577330) Verkehrszahlen für November vor. Das Bundesfinanzministerium veröffentlicht seinen Monatsbericht.

Am Dienstag (13.12.) informieren uns die deutschen Statistiker über die Entwicklung der Verbraucherpreise im November. Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) äußert sich zu seinen Konjunkturerwartungen für Dezember. In den USA werden Daten zu den Im- und Exportpreisen im November veröffentlicht.

Wir wünschen den Lesern des Motley Fool ein schönes Wochenende.

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Winfried Rauter besitzt keine der im Text genannten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der im Text genannten Aktien.

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