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Wie Gazprom und Volkswagen von einer neuen Seeschiff-Vorschrift profitieren

Foto: Pixabay

Den luftverpestenden Seeschiffen geht es bald an den Kragen. Neue Umweltvorschriften zwingen Reeder zu hohen Investitionen, wenn die Betriebskosten nicht explodieren sollen. Davon profitieren unter anderem Gazprom (WKN:903276) und die Volkswagen (WKN:766403)-Gruppe.

Darum geht es

Während die Abgasgrenzwerte im Straßenverkehr so streng wurden, dass der ein oder andere Autokonzern sich gezwungen sah, zu schummeln, durften Schiffe auf hoher See bislang hemmungslos Schadstoffe in die Luft pusten, zum Leidwesen der Anwohner im Hinterland der großen Seehäfen. Damit soll bald Schluss sein.

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Der Umweltausschuss der Internationalen Schifffahrtsorganisation IMO hat beschlossen, dass der Grenzwert für Schwefel drastisch reduziert werden soll. Damit kann billiges Schweröl kaum noch wirtschaftlich verwendet werden. Entsprechend müssen sich Reeder überlegen, wie sie darauf reagieren: Aufrüsten, umrüsten oder auf schwefelarmen Kraftstoff setzen?

Jede Alternative hat Vor- und Nachteile. Der Verband Deutscher Reeder geht jedenfalls davon aus, dass vor allem alternative Kraftstoffe damit Auftrieb bekommen.

So profitiert Gazprom davon

Gazprom ist vor allem für seine Pipelines bekannt, durch die ein guter Teil der europäischen Gasversorgung gepumpt wird. Die Russen sind aber auch beim Thema LNG aktiv. Aufgrund der politischen Spannungen mit der EU ist es sicherlich eine gute Strategie, zu diversifizieren und weitere Märkte in Übersee anzusprechen.

Gemeinsam mit Royal Dutch Shell (WKN:A0D94M) wird aktuell ein großes LNG-Projekt an der Baltischen See hochgezogen, das ab Ende 2021 jährlich bis zu 15 Mio. Tonnen Gas produzieren soll. Zudem wurde unter anderem mit der japanischen Mitsui & Co (WKN:853656) und der französischen ENGIE (WKN:A0ER6Q) eine technische Zusammenarbeit vereinbart, um eine effiziente Logistik für den Kraftstoff aufzubauen.

Gazprom profitiert also im besten Fall doppelt: Zum einen verbessern sich die Absatzchancen und zum anderen dürfte die zusätzliche Nachfrage die Preise stabilisieren.

Deshalb gehört auch Volkswagen zu den Gewinnern

Es mag auf den ersten Blick vielleicht überraschend wirken. Was hat ein Autokonzern mit der Seefahrt zu tun? Aber zum Wolfsburger Imperium gehört eben auch die MAN-Gruppe — und die profitiert gleich auf mehreren Ebenen davon.

Zunächst ist MAN klarer Weltmarktführer bei Schiffsmotoren. Viele Schiffe werden umgerüstet werden müssen, falls ihre Eigentümer sich nicht für den teuren schwefelarmen Flüssigkraftstoff entscheiden. Das geschieht entweder mit aufwendigen zusätzlichen Anlagen zur Abgasreinigung oder es wird gleich auf LNG umgestiegen. Für beides hat MAN bereits Lösungen im Portfolio.

Passenderweise hat VW auch bereits zwei Flüssiggas-Frachter in Auftrag gegeben, mit denen ab 2019 jeweils bis zu 4.500 Autos auf einmal schadstoffarm über den Atlantik geschippert werden können. Diese werden selbstverständlich mit Antrieben von MAN Diesel & Turbo ausgestattet.

Das ist aber noch nicht alles. Wenn in der Schifffahrt zukünftig mehr LNG eingesetzt wird, dann werden auch mehr Terminals benötigt, um die Schiffe auftanken zu können. Hierfür wurde 2015 eine entsprechende Technologie vom schwedischen Spezialisten Cryo AB hinzugekauft. Heute ist MAN Cryo ein weltweit führender Anbieter von kryotechnischer Ausrüstung für die LNG-Infrastruktur. Zudem hat MAN Kompressoren und Turbinen im Angebot, die für die Verflüssigung von Erdgas ausgelegt sind.

Auch eine weitere VW-Tochter profitiert: Je besser die LNG-Versorgung, desto eher kommt für Speditionen auch der produktive Einsatz von LNG-LKWs in Frage. In den Niederlanden findet Scania beispielsweise bereits heute gute Bedingungen für ihre, auf den tiefgekühlten Brennstoff angepasste, Nutzfahrzeuge vor. Dank geringerer Konkurrenz lassen sich damit voraussichtlich ordentliche Margen erwirtschaften.

Und sonst?

Zu den großen Profiteuren der neuen Vorschriften gehören sicherlich auch die großen Gaskonzerne wie Linde (WKN:648300) und Air Liquide (WKN:850133). Sie liefern nicht nur umfangreiche Technologien für die LNG-Infrastruktur, sondern haben auch bei der Alternative der Schwerölaufbereitung ein gutes Wörtchen mitzureden. Dafür wird nämlich jede Menge Wasserstoff benötigt, den diese Unternehmen direkt vor Ort produzieren und liefern können.

Ähnlich ist auch der Engineering-Arm von thyssenkrupp (WKN:750000) aufgestellt, der sowohl Elektrolyse-Anlagen als auch die Leitung von LNG-Projekte im Angebot hat und mit Praxair (WKN:884364) für die Industriegaslieferung kooperiert.

Zuletzt ist auch noch an Servicegesellschaften wie Bilfinger (WKN:590900) zu denken, welche Raffinerien bei der Aufrüstung und Wartung unterstützen, sowie auch umfassende Flüssiggas-Kompetenzen aufgebaut haben, von der Kältedämmung von LNG-Anlagen bis zum kompletten Engineering von LNG-Terminals.

Ausblick

Es dauert zwar noch ein paar Jahre, bis die neue Vorschrift in Kraft tritt, aber sie wirft bereits ihren Schatten voraus. Wie das Beispiel VW zeigt, werden bereits jetzt Milliarden-Investitionen angestoßen und die passende Technologie wird mit Hochdruck vorangetrieben. Schiffe, Terminals, Raffinerien und Tankstellen müssen gebaut, umgerüstet und erweitert werden.

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Ralf Anders hält keine Wertpapiere genannter Unternehmen. The Motley Fool empfiehlt Linde.

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