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Fintech in XXL und kaum beachtet: Diebold Nixdorf

Foto: Pixabay

Tech-Startups für die Finanzbranche sind derzeit ein heißes Thema. Es gibt zahlreiche innovative Ideen und viele davon verschwinden auch schnell wieder von der Bildfläche. Aber es gibt ein Unternehmen mit der Erfahrung aus drei Jahrhunderten, das gerade dabei ist, die Branche nachhaltig zu verändern: Diebold Nixdorf (WKN:856244).

Das ist Diebold Nixdorf

Im August wurde die Fusion von Diebold Inc und Wincor Nixdorf (WKN:A0CAYB) abgeschlossen. Das amerikanische Unternehmen wurde 1876 vom deutschen Einwanderer Karl „Charles“ Diebold gegründet. Der Schlossermeister war berühmt für seine feuer- und diebstahlgeschützten Banksafes. Er stellte fast ausschließlich Einwanderer aus Deutschland ein, weshalb man seinen Betrieb auch „Little Germany“ nannte.

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Die 1968 gegründete Wincor Nixdorf geht auf den deutschen Computerpionier Heinz Nixdorf zurück, der mit kompakten Rechnern in den 1970er- und 80er-Jahren große Verkaufserfolge feierte. Die Geschäftsfelder für Kassensysteme und Geldautomaten wurden später unter dem Dach von Siemens (WKN:723610) herausgelöst und als eigenständiges Unternehmen aufgestellt.

Geldautomaten waren daher für Nixdorf in erster Linie besondere Computer, während sie für Diebold eher Banksafes darstellten, welche die Fähigkeit besaßen, Geld auszuspucken. Trotz der unterschiedlichen Herangehensweise haben sie letztlich sehr ähnliche Produkte hergestellt.

In diesem ziemlich konsolidierten Markt gibt es mit der NCR Corp (WKN:919692) nur einen großen Wettbewerber. Daneben sind noch einige asiatische Konkurrenten vertreten.

Diebold Nixdorf ist zwar als amerikanisches Unternehmen registriert, operiert aber auch von Paderborn aus, dem zweiten Hauptsitz. Dort wurde die oberste Management-Ebene für die Sparten Software und Systeme angesiedelt, während das Servicegeschäft in Ohio beheimatet ist.

Darum ist 1+1 hier mehr als 2

Man könnte auf die Idee kommen, dass es bei dieser Fusion wie so oft nur darum ging, die Marktdominanz zu zementieren, etwas Verwaltungskosten zu sparen und die geographische Abdeckung zu stärken. Das alles hat sicherlich eine Rolle gespielt, aber ein Aspekt erscheint mir noch wichtiger: die Fähigkeit, mit gemeinsamer Kraft die Digitalisierung des Bezahlwesens voranzutreiben.

Da Diebold kaum Geschäftsbeziehungen zum Handel hatte und Wincor Nixdorf außerhalb von Europa relativ schwach aufgestellt war, hätte vermutlich keiner der beiden eine ganzheitliche digitale Lösung für Finanzdienstleister, Einzel- und Großhändler durchsetzen können.

Zusammen ergeben sich diesbezüglich jedoch völlig neue Möglichkeiten. Bankautomaten und moderne Kassensysteme sind nicht nur raffinierte technische Geräte. Sie stellen auch eine Plattform dar. Schließlich kann sich jeder Zahlungsdienstleister relativ unkompliziert auf diese Geräte buchen lassen. Deswegen müssen beispielsweise VISA (WKN:A0NC7B) oder Paypal (WKN:A14R7U) keine eigenen Produkte herstellen und Händler brauchen nur ein einziges Gerät für alle bargeldlosen Zahlungsarten.

Bei Diebold Nixdorf wird dieser Ansatz nun noch ein gutes Stück weitergedacht und hier wird es besonders interessant.

So wird der Konzern zum Fintech-Leader

Das, was vielen Fintech-Startups fehlt, haben die Paderborner also bereits: eine Plattform zur Zusammenführung von Dienstleistungen. Darauf aufbauend wurde eine Software-Tochter ausgegründet, die flexibel wie ein Startup agieren soll, aber die Rückendeckung eines starken transatlantischen Konzerns genießt. AEVI bekam gerade kürzlich im Oktober Wachstumskapital von externen Investoren, wobei Diebold Nixdorf weiterhin die Mehrheit daran hält.

Das Ziel von AEVI ist die Schaffung eines offenen Ökosystems, in dem Programmierer qualitativ hochwertige Softwareanwendungen rund um die Themen Handel, Finanzen und Bezahlen einbringen können. AEVI liefert die Grundfunktionalität einer konsolidierten globalen Transaktionsplattform und unterstützt die Entwickler dabei, ein hohes Qualitätsniveau sicherzustellen und die verschiedenen Apps aufeinander abzustimmen.

Kürzlich wurde die erste Phase der so genannten Crowdstorming-Initiative durchgeführt. Das Ziel davon ist, Ideen von außerhalb der Finanzbranche für die Plattform zu gewinnen. „Mit diesem Ansatz haben wir die Möglichkeit, die Zukunft der Finanzdienstleistungen für Endkunden mitzugestalten“, gibt sich Konzern-CEO Andy W. Mattes zuversichtlich.

Damit entstehen nach und nach Bausteine, die angepasst und miteinander kombiniert werden können. Handelsketten, Kreditkartenunternehmen und Finanzdienstleister können so mit vergleichsweise wenig Aufwand individuelle Mehrwertdienste und Kundenbindungsinstrumente zusammenklicken, die aus Nutzersicht wie frisch programmiert wirken.

Wenn es so gelingt, das Angebot der Plattform schnell auszubauen, dann bin ich sicher, dass das hochattraktiv sein wird, weil die Erstellung solcher interaktiver Anwendungen bisher mit recht hohen Kosten verbunden ist.

Außerdem denke ich, dass die Konkurrenzsituation ausgezeichnet ist, weil es kaum ein anderes Unternehmen gibt, das diesbezüglich ähnlich günstig – sozusagen als neutraler Makler – aufgestellt ist.

Digital in die Zukunft

Was mit echter Hardware begann, nämlich massiven Banksafes, das wird nun immer stärker von der Software definiert. Diebold Nixdorf hat sich durch ihre Fusion die Chance eröffnet, zu einem wichtigen Spieler im Fintech-Universum zu werden. Als weltweit präsenter Mittler zwischen Kunden, Händlern, Zahlungsdienstleistern und Banken hat das deutsch-amerikanische Unternehmen hierfür eine ausgezeichnete Ausgangsposition.

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Ralf Anders hält keine Wertpapiere genannter Unternehmen. The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von PayPal Holdings und Visa. The Motley Fool empfiehlt NCR.

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