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Buffett investiert plötzlich in Airlines! Würde er jetzt auch Lufthansa-Aktien kaufen?

Bisher hat Investmentlegende Warren Buffett Fluggesellschaften gemieden wie der Teufel das Weihwasser. Doch im dritten Quartal dieses Jahres hat sich seine Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway mit Aktien von American Airlines, Delta Air Lines (WKN:A0MQV8), United Continental und Southwest Airline eingedeckt.

Scheinbar sind er und seine Manager der Auffassung, dass die Luftfahrtbranche inzwischen ein lukratives Geschäftsfeld geworden ist. Könnte Berkshire Hathaway somit auch an Europas größter Airline, der Lufthansa (WKN:823212), Gefallen finden?

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Anhand dreier typischer Buffett-Kriterien, der Eigenkapitalquote, der Eigenkapitalrendite und des Cashflows, möchte ich versuchen, dieser Frage auf den Grund zu gehen.

Die Eigenkapitalquote

Die Eigenkapitalquote stellt das Eigenkapital eines Unternehmens im Verhältnis zu seiner Bilanzsumme dar. Je höher der Wert, desto mehr Eigenkapital steht den Schulden gegenüber.

Für Buffett ist eine hohe Eigenkapitalquote immens wichtig. Denn je höher sie ist, desto weniger Schulden hat ein Unternehmen. Und je weniger Schulden man hat, desto weniger Zinsen muss man bezahlen.

Das wiederum erlaubt höhere Investitionen, höhere Ausschüttungen an die Aktionäre und bietet einen Puffer für schlechte Zeiten.

Vergleicht man die Eigenkapitalquote der Lufthansa mit der von Delta Air Lines, eine der US-Airlines, in die Buffett investiert hat, erkennt man, dass die Kranich-Airline sich diesbezüglich nicht verstecken muss.

2013 2014 2015
Delta Air Lines 22,3 % 16,3 % 20,4 %
Lufthansa 21,0 % 13,2 % 18,0 %

Quelle: Unternehmensangaben

Auch wenn Delta Air Lines in jedem der letzten drei Jahre einen Tick mehr Eigenkapital vorzuweisen hatte, glaube ich nicht, dass Buffett deswegen einen Bogen um die Lufthansa machen würde.

Damit sollte sie das erste Buffett-Kriterium erfüllt haben. Lass uns daher gleich mit dem nächsten Punkt weitermachen.

Die Eigenkapitalrendite

Das wäre die Eigenkapitalrendite. Sie drückt aus, mit welchem Zinssatz sich das Eigenkapital eines Unternehmens verzinst.

Für Buffett ist die Eigenkapitalrendite so wichtig, weil sie ausdrückt, wie rentabel ein Unternehmen ist. Je höher sie ist, desto rentabler das Unternehmen.

Auch hier habe ich die Lufthansa wieder mit Delta Air Lines verglichen. Und diesmal haben die Amerikaner die Nase klar vorne.

  2013  2014   2015
Delta Air Lines  21,7 % *  7,5 %  41,7 %
Lufthansa    5,3 %  1,9 %  29,5 %

Quelle: Unternehmensangaben

* ohne steuerliche Sondereffekte

In jedem der letzten drei Geschäftsjahre war Delta Air Lines deutlich rentabler als die Lufthansa. Das kann daran liegen, dass der europäische Markt härter umkämpft ist als der amerikanische. Oder Delta Air Lines ist einfach effizienter als die Kranich-Airline.

Unabhängig von der Ursache glaube ich, dass die Eigenkapitalrenditen der Lufthansa nicht hoch genug sind, um für Warren Buffett interessant zu sein.

Lass uns trotzdem noch einen Blick auf das dritte Kriterium des Altmeisters werfen. Vielleicht kann die Lufthansa ja mit einem außergewöhnlich hohen Cashflow doch noch zum Investment à la Buffett werden.

Der Cashflow

Wie wichtig Cash für Buffett ist, belegt sein folgendes Zitat:

Cash ist für ein Unternehmen, wie Sauerstoff für einen Menschen: Man denkt nicht daran, wenn er vorhanden ist; man kann an nichts anderes mehr denken, wenn er ausgeht.

Eine wunderbare Kennzahl, mit der du prüfen kannst, ob ein Unternehmen genug Cash generiert, um seinen Betrieb am Laufen zu halten, ist der Cashflow. Er zeigt uns, wieviel Geld wirklich aufs Firmenkonto fließt, denn im Gegensatz zum Gewinn werden alle Zahlungsströme in einem bestimmten Zeitraum erfasst.

Auch in diesem wichtigen Punkt kann Delta Air Lines die Lufthansa klar hinter sich lassen.

  2013   2014   2015
Delta Air Lines (in Mio US-Dollar)  1.748  2.484  3.972
Lufthansa (in Mio Euro)  1.308 – 297   834

Quelle: Unternehmensangaben

Die Amerikaner generierten in den vergangenen drei Jahren deutlich mehr Cashflow als die Lufthansa und mussten nicht ein einziges Mal einen negativen Cashflow ausweisen.

Das ermöglicht Delta Air Lines größere Aktienrückkäufe, höhere Dividendenausschüttung und einen effektiveren Schuldenabbau.

Mein Fazit

Die höhere Eigenkapitalrendite und der höhere Cashflow sprechen klar für Delta Air Lines und gegen die Lufthansa. Möglicherweise ist der europäische Markt härter umkämpft als der amerikanische und damit weniger lukrativ.

Vielleicht macht Delta Air Lines aber auch einfach nur einen besseren Job als die Lufthansa.

Unabhängig von der Ursache glaube ich allerdings, dass Buffett aufgrund der niedrigen Eigenkapitalrendite und des niedrigen Cashflows kein Interesse daran haben dürfte, in die Lufthansa zu investieren.

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Thomas Brantl besitzt keine der genannten Aktien. The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von Berkshire Hathaway (B-Anteile).

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