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Die koreanische Kia führt Elektro-Pioniere Tesla, Renault und BMW vor

Bild: Kia Deutschland

Renault (WKN:893113) wollte frühzeitig Elektroautos bauen, die sich fast jeder leisten kann. Tesla (WKN:A1CX3T) macht seit Jahren in der Presse Furore und BMW (WKN:519000) investiert Unsummen in Aufsehen erregende Elektromodelle – und nun dreht die unscheinbare Kia Motors (WKN:885677) ihnen eine lange Nase.

Die zur koreanischen Hyundai Motor Group (WKN:885647) gehörende Marke liegt in der aktuellen Statistik des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) vor allen anderen. Lass uns daher mal den Fragen nachgehen, wie es dazu kommen konnte und wie dieser Umstand für die Zukunft zu bewerten ist.

Die Zulassungszahlen im Detail

Während die meisten etablierten Hersteller sich auf halbherzige Markteinführungen und mehr oder weniger spektakuläre Konzeptfahrzeuge beschränken, schafft Kia nur wenige Monate nach Einführung der E-Auto-Prämie Tatsachen. Zum Listenpreis von 28.890 Euro ist das Elektromodell Soul EV seit September zu haben und setzte sich direkt an die Spitze der Zulassungsstatistik.

Laut KBA wurden noch im September 418 Fahrzeuge des Modells zugelassen. Das sind 25,5 % der insgesamt 1.641 neuen Elektroautos aller Marken. Tesla kam nur auf 377, BMW auf 291 und der Volumenhersteller Renault sogar nur auf 279. Die drei sehen sich als Pioniere, wenn es um die Einführung der Elektromobilität geht und sollten eigentlich über jahrelangen Entwicklungsvorsprung verfügen.

Das alles half aber nicht, die deutschen Käufer zu überzeugen. Ihre Modelle sind für die meisten potenziellen Kunden entweder zu teuer oder zu schwachbrüstig. Über 97 % der Neuzulassungen sind weiterhin klassische Benziner und Diesel ohne jegliche Elektrifizierung des Antriebsstrangs.

Bereits bei anderen Elektrogeräten sind Koreaner gut darin, einen attraktiven Mix aus Qualität, Ausstattung, Design und Preis anzubieten. Das ist nun anscheinend auch hier besser gelungen als bei der Konkurrenz. In der Oktober-Statistik dürfte sich der Siegeszug zunächst fortsetzen.

Die Elektrostrategie von Kia

Der Soul EV soll auch kein One-Hit-Wonder bleiben. Tatsächlich hat der Hyundai-Kia-Konzern vor, einer der größten Anbieter von elektrifizierten Fahrzeugen weltweit zu werden. In der Pipeline beider Marken sind deshalb zahlreiche Modelle, die noch in diesem Jahrzehnt auf den Markt kommen sollen.

Nachdem die Schwestermarke Hyundai bereits eine Pionierrolle beim Brennstoffzellen-Einsatz eingenommen hat, will Kia um das Jahr 2020 mit einem eigenen Modell folgen. Dabei soll eine weiterentwickelte Technologie eingesetzt werden, die auf den jetzt gewonnenen Erfahrungen aufbaut. Parallel dazu wird das Thema autonomes Fahren mit einer Konzept-Variante des Soul EV erforscht.

All das lässt erwarten, dass auch in Zukunft mit Überraschungen aus Korea zu rechnen ist.

Wie es weitergehen könnte

Natürlich ist der Erfolg des Soul EV nur eine Momentaufnahme. Schon im Frühjahr kann es wieder ganz anders ausschauen. Bis dahin dürften beispielsweise die neuen Elektromodelle von Smart ausgeliefert werden, die von vielen heiß erwartet werden.

Trotzdem ist es ein beeindruckender Erfolg und ich frage mich, warum sich die etablierten einheimischen Hersteller derart vorführen lassen. Sie dominieren praktisch alle Fahrzeugsegmente bei weitem, aber wenn es um moderne Antriebskonzepte geht, dann gehen sie im Mittelfeld unter. Würde man es einfach akzeptieren, wenn sich plötzlich mehr Giuliettas als Golfs verkauften oder mehr Jaguar XE als C-Klassen?

Da die Elektromobilität immer mehr definiert, welcher Hersteller technisch vorne liegt, denke ich, dass der Überraschungserfolg von Kia als weiterer Weckruf wirken wird. Es geht ja auch nicht nur um den deutschen oder europäischen Markt. Entscheidend werden viel mehr Asien und Amerika sein, wo über die nächsten 10 Jahre vielleicht bis zu einer Milliarde Kunden überzeugt werden wollen.

Wenn jetzt nicht bald Erfolge erzielt werden, die sich auch in harten Zulassungszahlen ausdrücken, dann könnte der Konkurrenzkampf für die Europäer verloren gehen. Noch ist das Ergebnis allerdings völlig offen und es wird interessant zu beobachten, wie gut es BMW, Renault & Co. gelingt, wirkungsvoll zu kontern.

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Ralf Anders hält keine Wertpapiere genannter Unternehmen. The Motley Fool besitzt Aktien von Tesla Motors. The Motley Fool empfiehlt Tesla Motors und BMW.

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