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3 Gründe, warum Adidas nach dem aktuellen Höhenflug kein Kauf mehr ist

Foto: The Motley Fool.

Die Adidas (WKN: A1EWWW) -Aktie ist zweifelsohne ein Outperformer des Jahres 2016. Vom Jahresanfang an stieg der Aktienkurs bis Mitte September um sage und schreibe 70 %.

Doch ist die Aktie trotz der starken bisherigen Entwicklung immer noch ein Kauf oder handelt es sich bei Adidas inzwischen um eine Aktie, die den eingepreisten Erwartungen nicht mehr gerecht werden kann?

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Ich persönlich halte Letzteres für wahrscheinlicher und verrate dir auch warum:

1. Teure Bewertung

Lass uns hierbei zunächst betrachten, was innerhalb des letzten Jahres passiert ist.

Mitte September 2015 hatte die Adidas-Aktie noch einen Kurs von knapp 67 Euro. Heute, Mitte September 2016, steht die Aktie bereits bei stolzen 150 Euro. Meiner Meinung nach rechtfertig die jüngste Entwicklung keinen Anstieg um 120 %.

Denn voraussichtlich werden die Gewinne von Adidas nicht im selben Verhältnis steigen, wie der Kurs. 3,15 Euro Gewinn je Aktie für das Jahr 2015 stehen hier einem erwarteten Gewinn von 4,86 Euro für 2016 gegenüber – also ein beachtlicher, aber geringfügigerer Anstieg von knappen 55 %. Nicht ganz so beeindruckend hoch wie der bisherige Kursanstieg.

Insgesamt ergibt sich hierdurch ein erwartetes Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp 31. Dies ist sowohl im historischen Vergleich der Adidas-Aktie als auch im historischen Vergleich des durchschnittlichen Dax-KGVs mit 19 sehr hoch.

2. Das Jahr 2016: EM-Jahr und Olympia-Jahr als kurzfristige Gewinntreiber

Zu rechtfertigen wäre eine derart hohe Bewertung durch hervorragende Wachstumsaussichten.

Diesbezüglich hat einer meiner Foolishen Kollegen vor knapp einem Monat bereits hier auf die Tatsache verwiesen, dass die langfristigen Aussichten aufgrund starker Konkurrenz wie beispielsweise Nike (WKN:866993) und Under Armour (WKN:A2AF8T) sowie genereller Zweifel der Langlebigkeit der zukünftigen Wachstumsstärke schwer zu beurteilen sind.

Was meiner Meinung nach belastend zu den Aussichten hinzu kommt, ist die Tatsache, dass 2016 ein EM- und Olympia-Jahr ist. Adidas ist bei diesen Events Ausrüster einer Vielzahl der EM-Teams, u.a. auch der deutschen Nationalelf. Und auch die deutschen Olympioniken werden von dem Sportartikelhersteller ausgerüstet.

Dies weckte wohl bei Fans in den betreffenden Ländern Begehrlichkeiten, was Trikots, Fußbälle und anderes Sportmerchandising betrifft, was im Vorfeld für erhöhte Umsätze gesorgt haben dürfte. Meine Vermutung ist, dass hier ein Treiber von lediglich temporären Gewinnen zu suchen ist, was mangels derartiger Großsportevents im Geschäftsjahr 2017 bereits nicht mehr gewährleistet ist.

Und sollte sich diese Vermutung bewahrheiten, könnten wiederum der Gewinn und der Kurs der Aktie einbrechen.

3. Das neue Management

Auch beunruhigt mich bezüglich der weiteren Aussichten der kürzlich eingetretene Managementwechsel.

Mit Herbert Hainer verließ jüngst der Adidas-Chef das Unternehmen, der den Konzern in den letzten Jahren maßgeblich geprägt und ihm zum Erfolg verholfen hat.

In seiner 15-jährigen Dienstzeit schaffte er es, den Umsatz zu verdreifachen, den Gewinn zu verfünffachen und den Aktienkurs zu verachtfachen – wie er selbst nicht müde wurde bei seiner letzten Hauptversammlung zu betonen. Ich denke, die von mir angezeigte Bedeutung Hainers ist angesichts dieser Zahlen aber durchaus gerechtfertigt.

Der neue Chef und frühere Henkel-Chef Kasper Rorsted wird zwar als würdiger Nachfolger gehandelt, allerdings stimmen mich Vorschusslorbeeren grundsätzlich immer eher skeptisch. Denn es ist bei einem Managementwechsel nicht garantiert, dass die Erfolgsstory des Vorgängers weitergeschrieben werden kann. Und Vorschusslorbeeren eignen sich da immer besonders vorzüglich, um enttäuscht zu werden.

Fazit

Die Adidas-Aktie hat in diesem Jahr eine wirklich beeindruckende Kursrallye hingelegt.

Allerdings mehren sich derzeit Anzeichen dafür, dass die Aktie mit zu vielen Erwartungen gehandelt wird. Die fundamentale Bewertung ist sehr hoch und die Wachstumsaussichten rechtfertigen diese Bewertung meiner Meinung nach nicht.

Erschwerend hinzukommen ungewisse Aussichten durch den Managementwechsel sowie ein starker, aber gegebenenfalls nur temporärer Gewinnanstieg für das Jahr 2016 durch die Großsportevents EM 2016 und Olympia 2016.

Daher bin ich als Foolischer Investor derzeit etwas vorsichtig gestimmt.

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Vincent besitzt keine der genannten Aktien. The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von Nike.

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