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Warum ich GoPro-Aktionär bin

Foto: Pixabay, farioff

Nachdem die Aktie von GoPro (WKN:A1XE7G) einige Monate nach ihrem IPO im Jahr 2014 auf ein Allzeithoch von 86,97 USD geklettert ist, stürzte sie wieder ein, als das Umsatzwachstum zurückging. Den Großteil des vergangenen Jahres wurde die Aktie unter ihrem Ausgabepreis von 24 US-Dollar gehandelt. Das Unternehmen schrieb in den vergangenen drei Quartalen rote Zahlen – und das scheint die Befürchtungen zu bestätigen, dass der Actionkamera-Markt, und insbesondere GoPro, beschränktem Wachstumspotenzial gegenübersteht.

Ich teile diese Bedenken nicht und habe mir vor einigen Monaten Aktien dieses Unternehmens zugelegt, da ich glaube, dass sich GoPro aufgrund neuer Produkteinführungen, verbesserten Produktmanagements und des Potenzials eines attraktiven Übernahmekandidaten auf dem richtigen Weg befindet, Ende des Jahres wieder schwarze Zahlen zu schreiben.

Auf gutem Weg, Gewinne einzufahren

Im zweiten Quartal fiel GoPros Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 47,4 % auf 220,8 Mio. US-Dollar — der bereinigte Verlust je Aktie betrug 0,52 US-Dollar. Positiv zu verbuchen war der Umsatzzuwachs von 20 %, der einem Anstieg der verkauften Einheiten von 8 % und einer Erhöhung des durchschnittlichen Verkaufspreises um 11 % zu verdanken war. Ende des zweiten Quartals gab das Unternehmen eine Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2016 von 1,35 – 1,5 Mrd. US-Dollar aus und sagte, dass es im vierten Quartal 2016 wieder einen Reingewinn verbuchen werde. Zwar gab das Unternehmen keine genaue Prognose für seinen Jahresüberschuss ab, wenn man jedoch bedenkt, dass das Unternehmen im zweiten Quartal einen Verlust von 91,7 Mio. US-Dollar vermeldete, würde ich mich momentan über jeglichen Gewinn freuen. Welchen Jahresüberschuss GoPro im vierten Quartal einfahren wird, hängt stark von dem Erfolg der zwei neuen Produkte ab, die das Unternehmen Ende des Jahres auf den Markt bringen möchte.

 Neue Produkteinführungen

Bildquelle: GOPRO

Bildquelle: GOPRO

GoPro hofft, mit der neuen HERO5 Actionkamera und der Karma-Drone seinen Umsatz im dritten und vierten Quartal anzukurbeln. Seit der Einführung der HERO4 im September 2014 sind fast zwei Jahre vergangen und nun bekommt das Aushängeschild des Unternehmens mit der Einführung der HERO5 Ende dieses Jahres endlich ein Upgrade – gerade rechtzeitig zur Weihnachtssaison. Offizielle Details zur HERO5 wurden zwar noch nicht enthüllt, jedoch sagte CEO Nick Woodman während der Telefonkonferenz im Rahmen der Bekanntgabe der zweiten Quartalszahlen, dass die neue Kamera „das angenehmste und am stärksten vernetzte Nutzererlebnis, das wir je kreiert haben, bieten wird.“ Wenn die neue Kamera deutliche Verbesserungen gegenüber älteren Modellen aufweisen kann, könnte sie neue Kunden anlocken und GoPro-Benutzer dazu bewegen, ihre alten Geräte upzugraden; und dann würde der Umsatz die derzeitige Prognose deutlich übertreffen.

Genauso wie zur HERO5 hat GoPro auch zu seinem neuen Produkt, der Karma-Drohne, nur wenige Details preisgegeben. In einem Interview mit Engadget Anfang dieser Woche deutete Woodman an, dass die Karma-Drohne rückwärtskompatibel sein wird. Dies würde bedeuten, dass die Drohne auch mit älteren GoPro-Modellen verwendet werden könnte. Deshalb glaube ich, dass die Karma-Drohne über keine eingebaute Kamera verfügen, sondern eine separate GoPro-Kamera zur Bedienung benötigen wird. Ist dies der Fall, könnte es zwei Vorteile mit sich bringen. Erstens wird die Drohne vermutlich ohne integrierter Kamera weniger kosten. Zweitens könnten so neue Kunden dazu ermuntert werden, sich neben der Drohne noch eine Kamera zuzulegen. So könnte das Unternehmen einen deutlich höheren Umsatz erzielen, als wenn es einfach nur eine höherpreisige Drohne mit eingebauter Kamera auf den Markt bringen würde. Wenn Kunden in der Lage sind, Kameras aufzurüsten, anstatt sich eine komplett neue Drohne zu kaufen, könnte das GoPro auch auf lange Sicht gesehen höhere Erträge einbringen.

Verbessertes Produktmanagement

GoPros größte Fehler im Jahr 2015 resultierten aus schwachem Produktmanagement bei der günstigeren HERO-Produktlinie und der Einführung der HERO4 Session. Die Bruttomargen waren 2015 stark von einem weiteren Anstieg der Herstellungskoten in Höhe von 57 Mio. US-Dollar betroffen. Diese zusätzliche Belastung war die Folge eines überhöhten Bestellobligos, überschüssigen Inventars und überholter Produktion, die auf die Entscheidung des Unternehmens zurückzuführen war, seine HERO-Produktlinie einzustellen.

Das war nicht das einzige Mal, dass das Unternehmen 2015 aufgrund schwachen Produktmanagements mit höheren Aufwendungen zu kämpfen hatte. Die HERO4 Session, die im Juli 2015 in die Regale kam, blieb hinter den Umsatzerwartungen zurück und sorgte bei Kunden für Verwirrung, da sie genau so viel kostete wie die HERO4 Silver – eine Kamera mit viel mehr Funktionen und besserer Videoqualität. Der Einführungspreis betrug in den USA 399 US-Dollar – später sah sich GoPro gezwungen, den Preis auf 199 US-Dollar zu halbieren, um den Umsatz anzukurbeln und seine Lagerbestände abzubauen. Die Preissenkung resultierte 2015 in Einnahmeeinbußen in Höhe von 40 Mio. US-Dollar. Das Management scheint aus dieser Lektion gelernt zu haben und fokussiert sich nun auf eine bessere Bestandsverwaltung und einen einfacheren Produkt-Mix mit nur drei Kameras. In Folge dessen reduzierte sich das Inventar des Unternehmens um 52,2 % in der ersten Hälfte dieses Jahres auf 89,9 Mio. US-Dollar.

BILDQUELLE: GOPRO.

BILDQUELLE: GOPRO.

Mögliches Übernahmeziel

Obwohl man keine Investition aufgrund von Übernahme-Gerüchten tätigen sollte, ist anzumerken, dass GoPro einige Eigenschaften hat, die es zum ansprechenden Übernahme-Ziel machen. Als das Unternehmen noch profitabel war und sein Umsatz rasant anstieg, galt GoPro noch als viel attraktiveres Übernahme-Ziel, jedoch steht das Unternehmen auch heute noch ohne langfristige Verbindlichkeiten und – trotz jüngster Verluste – mit beachtlichen Cash-Reserven und kurzfristigen Anlagen in Höhe von 279,20 Mio. US-Dollar finanziell auf gesunden Beinen.

Bisher galt Apple (WKN: 865985) als potenzieller Übernehmer, da es einen ähnlichen Fokus auf Hardware, Virtual Reality und Bild-/Videobearbeitungs-Software wie GoPro hat. Apple CEO Tim Cook hat neulich seine Absicht bekundet, Apples Cash-Reserven in Höhe von 231 Mrd. US-Dollar aggressiver dazu zu benutzen, um Akquisitionen voranzutreiben. Angesichts GoPros aktueller Marktkapitalisierung von 2,4 Mrd. US-Dollar würde es sich selbst nur geringfügig auf Apples Cash-Bestände auswirken, wenn es den Actionkamera-Hersteller mit einem hohen Aufschlag übernehmen würde.

Nachdem GoPro in den vergangenen drei Quartalen herbe Verluste eingefahren hat, ist es immer noch ein langer Weg, bis diese Sorgen völlig vom Tisch sind; aber das Unternehmen scheint auf dem richtigen Weg zu sein. Letzen Endes werden die Umsatzzahlen der HERO5 und der Karma-Drohne den größten Einfluss auf GoPros Erfolg im Jahr 2016 haben – und darüber entscheiden, ob das Unternehmen im vierten Quartal schwarze Zahlen schreiben wird. Sicherlich ist die Aktie eine riskantere Investition, aber wenn es das Management schafft, das Unternehmen wieder auf die richtige Bahn zu lenken, könnten sich Anleger auf saftige Gewinne freuen.

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The Motley Fool empfiehlt und hält Aktien von Apple und GoPro. The Motley Fool hält folgende Optionen: Long Januar 2018 $90 Calls auf Apple und Short Januar 2018 $95 Calls auf Apple.

Dieser Artikel wurde von Tyler Ben Estep auf Englisch verfasst und am 22.08.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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