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Reichster Mann der Welt Georg Schaeffler – warum eigentlich nicht?

Quelle: Schaeffler Ag

Er ist nicht weise wie Buffett, nicht gerissen wie Slim und auch kein Visionär wie Bezos. Trotzdem gehört der 51-jährige Herzogenauracher mit seinem aktuell von Forbes auf 20 Milliarden Dollar geschätzten Vermögen zum erweiterten Spitzenfeld der Milliardäre.

Aber kann er sich bis zur Nummer 1 hochhangeln? Ja, das ist möglich!

Diese Marke gilt es zu schlagen

Wenn wir uns die aktuellen Top 5 der berühmten The World’s Billionaires-Liste von Forbes anschauen, sehen wir höchst unterschiedliche Männer:

Zunächst ist da Bill Gates, dessen auf 75 Mrd. Dollar geschätztes Vermögen vor allem vom Kurs der Microsoft (WKN:870747)-Aktie abhängt. Danach kommt schon der schweigsame Spanier und Inditex (WKN:A11873)-Gründer Amancio Ortega. Warren Buffett reiht sich als Dritter ein, gefolgt vom Mexikaner Carlos Slim mit seinem weltumspannenden Telekom-Imperium. Die Internet-Generation führt als Fünfter Jeff Bezos von Amazon.com (WKN:906866) mit 45 Mrd. an.

Wie Forbes eindrücklich darstellt, schwanken diese Vermögen erheblich. Allein am 12. August verlor Carlos Slim 718 Mio. Dollar. Keinesfalls zementiert ist auch der Erhalt des Werts von Microsoft, Amazon oder der Zara-Modekette. Lediglich bei Berkshire Hathaway (WKN:A0YJQ2) bin ich überzeugt, dass die aktuell 61 Mrd. in einigen Jahren noch mindestens so viel wert sein werden.

Zu beachten ist allerdings das fortgeschrittene Alter: Ortega, Buffett und Slim bringen es zusammen auf bald 250 Jahre und mindestens 12 Nachkommen. Ihre Vermögen werden sich daher in einigen Jahren aufteilen, sodass Georg Schaeffler schon allein deshalb eines Tages an ihnen vorbeiziehen könnte.

Was auch immer passiert, gut 60 Milliarden müssen es wohl schon sein, um zumindest einen Moment lang die Spitzenposition übernehmen zu können.

Das ist Georg Schaeffler

Viel ist leider nicht über den Konzernerben bekannt. Anscheinend ist der öffentlichkeitsscheue Wirtschaftsanwalt mit viel Amerika-Erfahrung aber ein gutes Gegengewicht zu seiner impulsiven Mutter Maria-Elisabeth, die bekanntlich im Jahr 2008 das Lebenswerk von Georg Schaeffler Senior fast in den Bankrott geritten hat, als die ungleich größere Continental AG (WKN:543900) übernommen werden sollte.

Genau in dieser kritischen Phase stieß Georg Junior hinzu und half mit, das lecke Schiff wieder auf Vordermann zu bringen und die ungeduldigen Banken bei der Stange zu halten. Da glücklicherweise Continental einen spektakulären Turnaround hinlegte, wurde aus einer völligen Fehlinvestition letztlich doch noch ein hochprofitables Geschäft.

Heute gehört der Familien-Holding 46 % von Conti und 75,1 % an der Schaeffler AG (WKN:SHA015). Das macht aktuell zusammen (Schluss 12.8.) etwa 25 Mrd. Euro, wovon 7 Mrd. auf Schaeffler-Stammaktien entfallen, soweit wir diese mit den börsennotierten stimmrechtslosen Vorzügen gleichsetzen.

Abzuziehen sind die Schulden der Holding, die sich seit der Platzierung von 94,4 Mio. Aktien im April noch auf etwa 2,5 Mrd. belaufen. Bei einem Dollarkurs von 1,11 komme ich so auf 25 Mrd. Dollar Vermögen. Schätzungsweise haben die Forbes-Leute für die Marktkapitalisierung von Schaeffler nur die Vorzüge betrachtet, was die Differenz von 5 Mrd. ziemlich genau erklären würde.

Eine Chance, die Nummer 1 zu werden, hat der Doppel-Aufsichtsrat, wenn er über die kommenden Jahre 150 % zulegt – dann hätte er 62,5 Mrd. Dollar auf der hohen Kante.

So könnte es mit der Spitzenposition klappen

Praktischerweise entsprechen die Schaeffler-Dividenden derzeit etwa dem Zinsaufwand der Holding, weshalb die Conti-Dividenden für die Tilgung eingesetzt werden können. Wenn im November 2022 die letzte Anleihe ausläuft, ist die Holding voraussichtlich schuldenfrei, sodass wir uns ganz auf den Wert der Aktienpakete fokussieren können.

Trotz ordentlicher Geschäftsentwicklung liegen die aktuellen Kurse jeweils ein gutes Stück unter den Höchstständen. Schon unter normalen Umständen wäre ein Zuwachs von 100 % bis zum Jahr 2020 nicht illusorisch, denn das würde einen durchaus üblichen Zuwachs von 20 % über 4 Jahre bedeuten — Aktionäre von Berkshire Hathaway kennen fast nichts anderes.

Um noch eine Schippe draufzulegen, muss allerdings noch mehr passieren. Helfen würde möglicherweise eine Euroaufwertung oder ein erneuter hochriskanter Deal mit viel billigem Fremdkapital.

Vor allem Continental hat aber auch gezeigt, dass eine Kurs-Vervielfachung in kurzer Zeit möglich ist. Die Hannoveraner haben über die letzten Jahre massiv in ihre IT- und Elektronik-Kompetenz investiert. Beispielsweise mit der Silicon-Valley-Tochter Continental ITS entwickelt der Konzern eine digitale Plattform für das intelligente Verkehrsmanagement.

Sollte sich abzeichnen, dass sich so etwas als weltweiter Standard etabliert und Google-artige Geldzuflüsse generiert, könnte der Conti-Kurs in die Höhe schießen. Diverse Konzern-Technologien haben ebenfalls das Potenzial, dem Konzern einen Schub zu verleihen.

Fazit

Die Chance ist da, aber es wäre übertrieben zu behaupten, dass der Weg zum reichsten Mann der Welt für Georg Schaeffler vorgezeichnet wäre. Ob die beiden Holding-Beteiligungen sich wirklich so gut schlagen werden wie im obigen Szenario dargestellt, ist längst nicht ausgemacht. Außerdem ist damit zu rechnen, dass andere Superreiche sich noch besser entwickeln oder – was wir unbedingt hoffen – dass Warren Buffett noch viele gute Jahre bevorstehen.

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Ralf Anders hält keine Wertpapiere genannter Unternehmen. The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von Amazon.com und Berkshire Hathaway (B-Aktien). The Motley Fool besitzt Aktien von Microsoft.

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