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ThyssenKrupp verbucht fallende Gewinne, doch das Schlimmste scheint überstanden zu sein

Foto: Pixabay, zephylwer0

ThyssenKrupp (WKN:750000) hat die Zahlen für das dritte Geschäftsquartal und die ersten neun Monate des Geschäftsjahres, das bis zum 30.09.2016 läuft, bekannt gegeben. Die Zahlen sehen wie erwartet alles andere als gut aus, doch zumindest wurde der Ausblick für das Gesamtjahr bestätigt.

Umsatz und Gewinn fallen weiter

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres ist der Umsatz gegenüber dem Vorjahr im gesamten Konzern um 9 % gefallen. Insgesamt fiel der Umsatz von 32,2 Milliarden Euro in den ersten neun Monaten des letzten Geschäftsjahres auf 29,3 Milliarden Euro in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres.

In den einzelnen Geschäftsbereichen sah es ebenfalls nicht gut aus. Der einzige Lichtblick ist die Aufzugssparte. Dort konnte der Umsatz immerhin um 5 % von 5,2 Milliarden Euro auf 5,5 Milliarden gesteigert werden. Jedoch reichte das nicht aus, um den allgemeinen Trend der anderen Konzernbereiche zu stoppen, oder auch nur abzufedern.

Mit dem Gewinn ging es vom bereits schwachen Niveau des Vorjahres weiter bergab. Das den Aktionären zurechenbare Konzernergebnis ist von 279 Millionen Euro im Vorjahr auf nur noch 115 Millionen Euro gefallen. Beeindruckend ist dabei allerdings, dass von den 115 Millionen Euro Gewinn 124 Millionen Euro im dritten Geschäftsquartal, also im Zeitraum von April bis Juni, erwirtschaftet wurden. Die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres waren unprofitabel. Erst im dritten Geschäftsquartal hat sich der Trend zum Besseren gewendet und das starke Quartal hat den Verlust mehr als ausgeglichen.

Für das letzte Quartal des Geschäftsjahres verbreitet das Management daher ein wenig Optimismus. Für das gesamte Geschäftsjahr soll der Gewinn auf dem Niveau des Vorjahres von 268 Millionen Euro liegen. Das bedeutet, dass im letzten Geschäftsquartal ein Gewinn in der Größenordnung von etwa 150 Millionen Euro erwirtschaftet werden muss und sich der aktuelle positive Trend voraussichtlich fortsetzen wird.

Weiter erhöhte Verschuldungsquote

Anders als der Gewinn hat sich die Kapitalausstattung des Konzerns nicht verbessert. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Nettofinanzverschuldung von 4,4 Milliarden Euro auf 4,8 Milliarden Euro erhöht. Gleichzeitig ist das Eigenkapital von 3,5 Milliarden Euro auf nur noch 2,7 Milliarden Euro gefallen. Damit lag die Nettofinanzverschuldung am 30.06. bei sehr hohen 175 % des Eigenkapitals. Thyssen bleibt damit nicht viel Spielraum für große Investitionen. Veräußerungen von Konzernbereichen halte ich sogar für wahrscheinlicher, um den Schuldenberg schneller abbauen zu können.

Fazit: Die Lage scheint sich zu verbessern, doch das Unternehmen hat noch eine ganze Reihe an Problemen zu bewältigen

Das Ergebnis des abgelaufenen Quartals und die Prognose für das Gesamtjahr zeigen, dass der Konzern durchaus Fortschritte auf dem Weg zu dauerhafter Profitabilität macht. Jedoch ist es noch ein langer Weg, bis den Aktionären wieder eine akzeptable Rendite auf ihr eingesetztes Kapital geboten werden kann. Darüber hinaus kämpft das Unternehmen mit einer hohen Verschuldung. Insgesamt ist die Aktie angesichts der enormen Probleme, die es noch zu bewältigen gilt, für mich nicht interessant.

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Dennis Zeipert besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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