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4 einfache Gründe, warum Fintechs keine Bedrohung für Deutsche Bank und Commerzbank sind

Die beiden größten deutschen Banken haben es in diesen Tagen nicht leicht. Staatliche Regulierungen und Negativzinsen belasten die Gewinne der Deutschen Bank (WKN:514000) und Commerzbank (WKN:CBK100) und ausgerechnet jetzt müssen auch noch diese Fintechs auftauchen! Aber was genau sind Fintechs eigentlich?

Fintech steht für Finanztechnologie. Darunter versteht man neuartige Anwendungssysteme im Finanzdienstleistungsbereich wie zum Beispiel Kreditvergabe per Smartphone, Internetplattformen zur Finanzierungen von Startups oder Anbieter von Bezahlvorgängen im Netz.

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Man könnte meinen, Fintechs sind eine Gefahr für Banken. Ich glaube allerdings, dass sie keine Bedrohung für die Deutsche Bank und die Commerzbank sind.

Grund 1: Riskantes Geschäftsmodell

Einige Fintechs betreiben Geschäftsmodelle, die, naja, sagen wir mal zumindest fragwürdig sind. Beispiel Kreditech: Die Hamburger vergeben via Internet Mikrokredite im Bereich von ein paar hundert Euro. Der Kreditnehmer wird vor Vergabe im Netz auf Seiten wie Amazon, Facebook oder Google „gecheckt“. Eine Software entscheidet dann anhand dieser Daten, ob der Antragsteller kreditwürdig ist oder nicht.

Ob diese Vorgehensweise auf Dauer mit dem Datenschutz vereinbar ist, kann ich zwar nicht abschätzen. Wenn es hier aber Einschränkungen seitens staatlicher Behörden geben sollte, ist das ganze Geschäftsmodell wertlos. Denn Kreditech müsste Darlehen auf demselben Weg wie eine normale Bank vergeben und wäre damit sicher keine Konkurrenz mehr für diese.

Auch Ferratum (WKN:A1W9NS) vergibt Mikrokredite. Diese werden meist von Personen in Anspruch genommen, die sonst Schwierigkeiten hätten, einen Kredit zu bekommen. Das Problem: Auch wenn es sich nur um geringe Beträge handelt, die Ausfallquote dürfte deutlich höher sein als bei normalen Bankdarlehen.

Da bei Zinsen und Gebühren aber ordentlich hingelangt wird, können Kreditech und Ferratum diese Ausfälle derzeit locker verkraften. Aber, der nächste Wirtschaftsabschwung wird kommen. Viel mehr Kreditnehmer werden dann aufgrund von Arbeitslosigkeit ihre Mikrokredite nicht mehr bedienen können.

Den Beweis, dass Fintechs auch solche Zeiten überstehen, konnten sie bisher noch nicht erbringen. Denn seit 2009 gab es keine Rezession mehr. Im Gegensatz dazu haben Banken wie die Commerzbank bereits unzählige Finanz- und Wirtschaftskrisen überstanden. Die lange Geschichte deutscher Großbanken führt uns auch gleich zum nächsten Punkt.

Grund 2: Starke Marken

Auch wenn die deutschen Banken seit der Finanzkrise ein angekratztes Image haben, sie gehören nach wie vor zu den bekanntesten Unternehmen der Bundesrepublik. Ein Blick auf die starken Platzierungen im Interbrand-Ranking Best German Brands 2015 unterstreicht diesen subjektiven Eindruck.

Rang  Unternehmen
 15. Deutsche Bank
 25. Commerzbank

Quelle: Interbrand

Wenn Menschen Geld anlegen, spielt Vertrauen eine wichtige Rolle. Schließlich wollen sie ihr Geld auch wiederbekommen. Ich glaube, dass eine Bank mit einer bekannten Marke mehr Vertrauen bei den Kunden genießt als ein unbekanntes Fintech.

Deshalb bin ich der Meinung, dass der hohe Bekanntheitsgrad den großen Banken dabei hilft, Anlagevermögen von Kunden für sich zu gewinnen. Ein Vorteil, den Fintechs nicht haben. Warum das so wichtig ist, zeigt uns der nächste Punkt.

Grund 3: Rekapitalisierung

Das Geld für die Vergabe von Krediten, Finanzierungen oder anderen Investitionen muss schließlich irgendwo herkommen. Ohne Kapital kann keine Bank Geld verdienen. Man bezeichnet diesen Teil der Bilanz als Passiva oder als Rekapitalisierung.

Beispiel Commerzbank: Die Rekapitalisierung besteht zu fast 50 % aus Kundeneinlagen. Ein Fintech hat solche Möglichkeiten nicht. Will es Kredite vergeben, muss es das Geld auf anderen Wegen beschaffen, wie zum Beispiel teuren Anleihen.

So muss Ferratum für Anleihen derzeit bis zu 8 % Zinsen bezahlen. Zum Vergleich: Die Deutsche Bank zahlt für Festgeld aktuell gerade mal 0,2 %. Auch wenn neuere Anleihen von Ferratum nicht mehr ganz so teuer sind, der Vergleich zeigt, dass etablierte Banken sich deutlich günstiger refinanzieren können als Fintechs.

Grund 4: Alles aus einer Hand

Einen weiteren Vorteil von Großbanken gegenüber Fintechs sehe ich in ihrem breit gefächertem Angebot. Während Companisto ausschließlich Beteiligungen an Startups anbietet oder Lending Club nur Anleger und Kreditnehmer zusammenbringt, bietet eine große Bank wie die Commerzbank vom Tagesgeldkonto über Kreditkarte bis hin zum Immobilienkredit alles aus einer Hand an.

Der Vorteil für den Kunden: Er hat eine einzige Anlaufstelle für alle Geldangelegenheiten. Auch wenn er bei anderen Bank ein paar Zehntelprozent mehr Zinsen bekommen kann, aus Bequemlichkeit werden die meisten trotzdem das Angebot ihrer Hausbank annehmen. Alles aus einer Hand kann bislang kein Fintech seinen Kunden anbieten.

Mein Fazit

Auch wenn sich Fintechs spannend und vielversprechend anhören, das riskante Geschäftsmodell, die unbekannten Marken, die teure Refinanzierung und das Abdecken jeweils nur eines Geschäftsbereiches lassen mich daran zweifeln, dass Fintechs eine ernsthafte Bedrohung für Großbanken sind.

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Thomas Brantl besitzt Aktien von Amazon. The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von Amazon.com und Facebook.

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