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Manz vor dem Zwischenbericht: Kommen jetzt endlich die guten Nachrichten?

Quelle: Manz AG

Die Manz AG (WKN:A0JQ5U) schwebt weiterhin zwischen Angst und Hoffnung und der Aktienkurs befindet sich auf einem schwachen Niveau. Zwischenzeitliche Ausbruchsversuche über die Marke von 40 Euro wurden bald wieder abverkauft. Noch muss das Unternehmen beweisen, dass es sich tatsächlich stabilisiert hat. Nun stehen die Halbjahreszahlen an – alles Wissenswerte hierzu habe ich nachfolgend zusammengefasst.

Was Manz über das letzten Quartal bewegte

Der Solarbereich stand monatelang auf der Kippe: verkaufen, einstampfen und ausgliedern standen zur Disposition. Der frühere Hoffnungsträger führte zu viel Kopfzerbrechen beim Manz-Management. Dann endlich kam die scheinbar befreiende Mitteilung über den Einstieg von Shanghai Electric (WKN:A0M4YX). Der neue Ankerinvestor dominiert seither die Diskussion über den vergleichsweise kleinen Maschinenbauer und ist nun auch im Aufsichtsrat vertreten.

Noch ist mir aber nicht ganz klar, wie das strategische Partnerschaftsabkommen in der Praxis umgesetzt werden wird. Der Chef Dieter Manz sieht auf alle Fälle einen verbesserten Marktzugang in China. Auch die strauchelnde Solarsparte soll so doch noch zum Erfolg geführt werden. Immerhin konnte im Juni eine Beteiligung am neuen Wirkungsgrad-Weltrekord für CIGS-Dünnschicht-Solarzellen gemeldet werden. Das ist doch mal eine gute Grundlage.

Weiterhin gut entwickelt sich das Aufsehen erregende Pilotprojekt mit Adidas (WKN:A1EWWW). Einen kleinen Rückschlag gab es allerdings beim zuvor starken Energiespeicher-Bereich. Ein Großauftrag wird möglicherweise wegfallen und das Jahresergebnis belasten. Neue Informationen hierzu gibt es voraussichtlich am Donnerstag.

Die drohende Stornierung kam zur Unzeit, denn gleichzeitig wurde der Mitarbeiterabbau im Zuge des Restrukturierungsplans abgeschlossen, sodass die Zeichen eigentlich wieder auf Wachstum und Profitabilität standen. Das klappt jetzt allerdings nur, wenn die allgemeine Nachfrage wieder anzieht und Manz seine Marktanteile verteidigen kann.

Der Zustand der Branche ist gut

Immerhin: Wohin man auch schaut, sieht es wieder gut aus im Wettbewerbsumfeld von Manz. Beispielsweise konnten die aus der Insolvenz zurückgekehrten GT Advanced Technologies (WKN:A1JDP0) und Centrotherm beide wieder Vertriebserfolge melden.

Auch die Meyer Burger Technology (WKN:A0YJZX) aus der Schweiz, Muttergesellschaft der früheren Roth+Rau, ist nach einer schwierigen Zeit wieder in die schwarzen Zahlen gekommen und konnte zuletzt mehrere Großaufträge hereinnehmen.

In der Erfolgsspur scheint auch die breit aufgestellte Bühler Gruppe zu sein, die Eigentümerin der technologisch ähnlich aufgestellten Marke Leybold Optics. Beim Giganten Applied Materials (WKN:865177) waren die Investoren zuletzt sehr optimistisch und trieben den Kurs nach oben. Die ebenfalls amerikanische Amtech Systems (WKN:914333) mit Schwerpunkt auf Solar-Lösungen berichtet aktuell von einem stark gestiegenen Auftragsbestand.

Während also die offensichtlich gute Branchen-Konjunktur grundsätzlich positiv zu werten ist, stellt Letzteres aber auch ein Problem für die Aussichten von Manz dar: Modulhersteller setzen bei ihren Investitionen in Produktionsanlagen nämlich kaum auf Dünnschicht, sondern lieber auf die nächste Generation herkömmlicher kristalliner Solarzellen.

Es wird daher einiges an Anstrengungen kosten, um die CIGS-Technologie aus ihrer Nische zu holen. Daran hat sich schon der große Adolf Würth eine blutige Nase geholt, dessen frühere Solar-Fabrik heute als Demonstrationsanlage für Manz dient.

Ausblick: Einige Turbulenzen sind noch zu erwarten

Solange sich aber noch nicht deutlich herauskristallisiert, wie gut die Kooperation mit Shanghai Electric wirklich funktioniert, ist daher noch etwas Vorsicht angebracht. Die Konkurrenz schläft nicht und die meisten davon sind wesentlich größer.

Auch deshalb war es für Manz wichtig, einen starken Partner im Rücken zu haben. Gelingt es mit Hilfe der Chinesen, sich mit diesen Lösungen am Markt durchzusetzen, dann sieht es für die Zukunft von Manz aus meiner Sicht mehr als rosig aus.

Auf alle Fälle macht die Branche inzwischen wieder insgesamt gute Umsätze und Manz reitet mit ihrer starken Technologieposition gleich auf mehreren Wellen, darunter Industrie 4.0, faserverstärkte Leichtbau-Kunststoffe, stationäre Energiespeicher, Elektromobilität und Dünnschicht-Solar.

Kurzfristig ist mit einer Fortsetzung aus Hoffen und Bangen zu rechnen. Gerade beim Solar-Bereich habe ich meine Zweifel, ob das wirklich noch ein großes Ding wird. Wenn wir etwas weiter in die Zukunft blicken, denke ich aber schon, dass Manz auf diversen Gebieten endlich wieder konsistente Erfolge erzielen und insgesamt vernünftige Zahlen vorlegen kann. Dann sollten auch Krisenkurse um die 30 Euro der Vergangenheit angehören.

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Ralf Anders hält keine Wertpapiere genannter Unternehmen. The Motley Fool besitzt keine der im Text genannten Aktien.

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