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Stratasys Quartalsbericht: Ein paar Lichtflecken, aber die Umsätze fallen weiter

Foto: The Motley Fool

Stratasys (WKN:A1J5UR) hat am Donnerstag vor Handelsbeginn die Ergebnisse des zweiten Quartals veröffentlicht. Das führende Unternehmen im Bereich 3D-Druck meldete einen Umsatzrückgang von 5,6 % im Jahresvergleich. Die so wichtigen Umsätze in der Sparte 3D-Druck fielen um 19 %. Der bereinigte Gewinn pro Aktie erhöhte sich um 35 %, der GAAP-Gewinn pro Aktie fiel um 20 %.

Der aktuelle Quartalsbericht war auch der ersten unter dem neuen CEO Ilan Levin, der am 1. Juli das Steuer übernommen hatte. Die Aktie von Stratasys stieg um 7,8 %, hatte aber am späten Vormittag seine Gewinne schon wieder abgegeben und war auf dem Weg in die roten Zahlen. Am Nachmittag hatte die Aktie 4,3 % verloren.

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Der Konkurrent 3D Systems (WKN:888346) hatte seine Ergebnisse am Mittwoch davor veröffentlicht und damit die meisten Gewinnerwartungen übertroffen. Daher stieg die Aktie am selben Tag auch um fast 18 %. Beide Unternehmen haben weiterhin Probleme damit, die Gewinne zu erhöhen, da sich seit dem ersten Quartal 2015 die Absatzzahlen für 3D-Drucker von Unternehmenskunden global verlangsamen.

BILDQUELLE: Stratasys. Dieser detailgetreue Sportschuh wurde in Farbe, mit glatten Oberflächen und einer gummiähnlichen Sohle in einer einzigen Druckoperation mit dem neuen J750 3D-Drucker erzeugt.

BILDQUELLE: Stratasys. Dieser detailgetreue Sportschuh wurde in Farbe, mit glatten Oberflächen und einer gummiähnlichen Sohle in einer einzigen Druckoperation mit dem neuen J750 3D-Drucker erzeugt.

Die Zahlen von Stratasys zweitem Quartal

Kennzahl Q2 2016 Q2 2015 Wachstum im Jahresvergleich
Umsatz 172,1 Millionen USD 182,3 Millionen USD (5,6 %)
GAAP operative Einnahmen (17,1 Millionen USD) (33,5 Millionen USD) 49 %
Bereinigte operative Einnahmen 10,2 Millionen USD 3,7 Millionen USD 176 %
GAAP Nettoeinnahmen (18,5 Millionen USD) (22,9 Millionen USD) 19,20 %
Bereinigte Nettoeinnahmen 6,2 Millionen USD 8 Millionen USD (22,5 %)
GAAP Gewinn pro Aktie -0,36 USD -0,55 USD 34,50 %
Bereinigter Gewinn pro Aktie 0,12 USD 0,15 USD (20%)

DATENQUELLE: Stratasys. GAAP = ALLGEMEIN ANERKANNTE BUCHHALTUNGSRICHTLINIEN

Das Unternehmen generierte einen Cashflow aus dem operativen Geschäft in Höhe von 6,9 Millionen US-Dollar und verfügt im Moment über etwa 253,9 Millionen US-Dollar in Barmitteln.

Die Analysten erwarteten, dass Stratasys einen bereinigten Gewinn pro Aktie von 0,06 US-Dollar bei einem Umsatz von 175 ,78 Millionen US-Dollar erreichen würde. Das Unternehmen verpassten den Umsatz ein bisschen, konnte dafür aber die Erwartungen beim Gewinn pro Aktie verdoppeln. Es kann hilfreich sein, diese Schätzungen im Gedächtnis zu behalten, denn sie helfen einem oft, die Reaktionen des Marktes zu erklären. Die langfristig orientierten Investoren sollten dem nicht allzu viel Aufmerksamkeit schenken, da die Wall Street nur kurzfristig orientiert ist.

Segmentergebnisse

Segment Umsatz Wachstum im Jahresvergleich
Produkte 123,8 Millionen USD (8 %)
Dienste 48,3 Millionen USD (1 %)

DATENQUELLE: Stratasys.

Innerhalb der Produktkategorie fielen die Umsätze bei den 3D-Druckern um 19 %, während die Umsätze bei den Verbrauchsmaterialien um 11 % stiegen. (Stratasys schlüsselt die 3D-Druckerumsätze und MakerBot bei den Unternehmenskunden nicht einzeln auf. Da die Umsätze von MakerBot sich im Jahresvergleich aber kaum verändert haben, können wir annehmen, dass die 3D-Druckerumsätze bei den Unternehmenskunden etwa um 19 % gesunken sind.) Als Vergleich können wir die Ergebnisse von 3D Systems nehmen, wo die 3D-Druckerumsätze um 30 % gefallen sind, während die Materialumsätze um 11 % gestiegen sind.

Wie bei den Verbrauchsmaterialien stiegen auch die Umsätze im Support um 11 %. Diese beiden Umsatzquellen sind sehr attraktiv, da sie wiederkehrend sind und die Materialien Margen über dem Unternehmensdurchschnitt bieten. Diese beiden Einnahmensquellen werden aber von den Verkäufen der 3D-Drucker angetrieben und daher ist der langsamere Absatz so besorgniserregend.

Die 11 % Wachstum bei den Materialien könnten andeuten, dass die Kunden ihre 3D-Drucker mehr benutzen und dass sich die Nachfrage bald wieder erholen könnte. Es ist aber auch möglich, dass ein Teil dieses Anstiegs auf die Verkäufe des J750-Drucker zurückzuführen sind.

MakerBot

Die Produkt- und Serviceeinnahmen von MakerBot fielen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2 %. Die Umsätze von MakerBot erhöhten sich aber im Vergleich zum Vorquartal um 8 %. Das lag an der Neuorganisazion des Geschäfts und dem Trend hin zu Desktop-Modeling-Systemen. Im letzten Quartal waren die Umsätze von MakerBot auch schon sequentiell gestiegen, was andeutet, dass das Schlimmste wohl hinter dieser Sparte liegt.

Die Bruttomarge steigt nach den Kostensenkungen und der Einführung des J750

Das Management führte die Markteinführung des J750 im letzten Quartal und die verbesserte Effizienz im Betrieb dank der Kostensenkungen als den primären Treiber für die Verbesserungen im Jahresvergleich bei der Bruttomarge an. Die GAAP-Bruttomarge stieg von 45,5 % auf 46,2 %, während die bereinigte Bruttomarge von 54,7 % auf 55,9 % stieg.

Der J750 ist der erste Vollfarb-Multimaterial-3D-Drucker weltweit und er kann automatisch mehr als 360.000 Farben von Designsoftware oder fotorealisitischen Modellen erkennen und sechs verschiedene Materialien gleichzeitig ohne Kanisterwechsel laden. Der Drucker ist eine Erweiterung für das renommierte Objet Connex, eine Produktlinie, die vielleicht den größten Wettbewerbsvorteil für das Unternehmen bietet.

3D Systems bietet kein ähnliches Produkt und das Start-up Carbons (früher Carbon3D) scheint mit seiner beeindruckenden Technologie Continuous Liquid Interface Production (CLIP) auch nicht im Stande zu sein, etwas Derartiges zu reproduzieren. Es bleibt abzuwarten, ob und wann HP mit seinem neuen 3D-Drucker etwas Ähnliches zustande bringen wird. Im Mai konnte der HP bei seiner Markteinführung nur ein Material laden und das war nur in schwarz verfügbar.

Ganzjahresausblick revidiert

Stratasys revidierte seinen Ausblick für 2016:

  • Umsätze von 700 bis 730 Millionen US-Dollar
  • GAAP-Nettoverlust von 84 bis 67 Millionen US-Dollar oder (1,60 US-Dollar) bis (1,28 US-Dollar) pro Aktie.
  • Nicht-GAAp-Nettoeinnahmen von 9 bis 23 Millionen US-Dollar oder 0,17 bis 0,43 US-Dollar pro Aktie

Unterm Strich

Wie schon von allen erwartet hatte Stratasys ein hartes Quartal. Es gab ein paar Lichtblicke wie die Reaktion des Marktes auf den J750, die Materialverkäufe und die anhaltenden Verbesserungen bei der Effizienz durch die Kostensenkungen. Trotzdem werden sich die Ergebnisse des Unternehmens nicht deutlich verbessern, bis sich die Verkäufe bei den 3D-Druckern wieder erholen.

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Motley Fool empfiehlt 3D Systems und Stratasys.

Dieser Artikel wurde von Beth McKenna auf Englisch verfasst und wurde am 06.08.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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