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Dialog Semiconductor-Aktie nach den Halbjahreszahlen am Scheideweg

Foto: Pixabay, TobiasD

Dialog Semiconductor (WKN:927200) hat einige wilde Monate hinter sich gebracht und sucht nun einen Weg zu neuer Wachstumsdynamik. Der Halbjahresbericht deutet erste Erfolge an, zeigt aber auch, wo aktuell noch die Probleme stecken. Verschaffen wir uns jedoch zunächst einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen.

Gemischtes Bild aus den Segmenten

Obwohl im mit 75 % Umsatzanteil klar wichtigsten Segment Mobile Systems chinesische Neukunden akquiriert werden konnten, sank der Umsatz im 1. Halbjahr deutlich um 29 %. Offenbar macht es einen großen Unterschied, ob Energiemanagement-Bauteile für die Oberklasse oder für preiswerte Smartphones mit MediaTek (WKN:764514)-Chipsatz ausgeliefert werden. Trotzdem besteht natürlich die Hoffnung, dass über die schiere Masse letztlich auch für Dialog genug abfallen wird, um in diesem Segment wieder in die Wachstumsspur zu kommen, selbst wenn das Geschäft mit dem bisherigen Hauptkunden Apple (WKN:865985) wohl 2015 seinen Zenit überschritten hat.

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Ähnlich zwiespältig das Ergebnis beim im letzten Jahr noch zweitwichtigsten Segment Connectivity. Der Hoffnungsträger Bluetooth Smart konnte zwar starke Zuwächse verzeichnen, aber insgesamt ergab sich trotzdem ein Rückgang, weil mit der alten DECT-Technik für mobile Festnetztelefonie kein Pfifferling mehr zu gewinnen ist.

Wie erwartet richtig gut entwickelt sich hingegen das Geschäft mit halbleiterbasierten Leistungswandlern für Schnellladegeräte. Trotz erfreulicher Steigerung um 37 % macht dieses Geschäft allerdings erst ein Zehntel des Gesamtumsatzes aus. Es liegt noch ein langer Weg vor Dialog, um daraus ein echtes zweites Standbein zu schaffen.

Neue Chancen durch Innovationen

Wenn man das außergewöhnlich starke Jahr seit dem 4. Quartal 2014 ignoriert, befindet sich Dialog durchaus noch im Wachstumstrend bei einer Umsatzsteigerung von über 10 % gegenüber dem 1. Halbjahr 2014. Trotzdem bleibt die Kritik, dass Dialog sich zu lange auf den einen großen Hauptkunden verlassen hat. Danach stürzte man sich in das letztlich ergebnislose Abenteuer mit Atmel (WKN:882557) und versucht nun mit Nachdruck, auf eigene Faust zu diversifizieren.

Die verlorene Zeit muss jetzt erst mal aufgeholt werden. Viele der Hoffnung tragenden Wachstumsplattformen befinden sich noch in einer frühen Phase und tragen zunächst nur wenig zum Gesamtumsatz bei. Die entscheidende Frage ist daher, ob es gelingt, sich in diesen neuen Bereichen eine starke Marktposition zu erarbeiten.

Am weitesten fortgeschritten ist die Schnellladetechnik, wo Dialog einen behaupteten Marktanteil von 70 % erfolgreich verteidigt und seit neuestem auch einen der großen koreanischen Hersteller beliefert. Bei den anderen begibt sich Dialog hingegen in ein schwieriges Wettbewerbsumfeld, egal ob Smart Home, Wearables, LED-Leuchtmittel oder vernetzte Sensorik. Viele der innovativen und hochintegrierten Lösungen befinden sich auch noch in der Evaluierungsphase und liefern daher erst im Laufe des Jahres 2017 oder sogar noch später einen spürbaren Beitrag.

Gut gefällt mir, dass die Entwicklungsanstrengungen trotz des Umsatzrückgangs verstärkt werden. Mit etwas Verspätung werden so die Prioritäten nun richtig gesetzt und damit die Chancen erhöht, als ein Gewinner hervorzugehen. Kooperationen mit starken Partnern wie Bosch oder dem Technologie-Distributor AVNet (WKN:850355) tragen ebenfalls hierzu bei.

Optimierung der Kapitalstruktur

Ausgezeichnetes Timing bewies das Management jedenfalls beim aktuellen Aktienrückkaufprogramm. Über den Sommer wurden Aktien zum Durchschnittspreis von 27,64 Euro eingesammelt, ein Kursniveau im Bereich von 10 % unter dem gleitenden 200-Tage-Durchschnitt (Stand 1.8.).

Noch im März 2015 wurde über die Ablösung einer Wandelanleihe eine Kapitalerhöhung zu einem Kurs von knapp 30 Euro hereingenommen. Seither ist das Unternehmen praktisch schuldenfrei und weist ein positives Finanzergebnis aus. Dieser Umstand macht Dialog zusätzlich für mögliche Aufkäufer attraktiv. Die japanische Softbank (WKN:891624) legt aktuell für die größere, aber ähnliche aufgestellte ARM Holdings (WKN:913698) aus dem benachbarten Cambridge über 24 Mrd. Pfund hin.

Fazit

Drei Treiber stützen den Kurs der Dialog-Aktie: die verbesserte Kapitalstruktur durch das gut getimte Rückkaufprogramm, berechtigte Übernahmefantasie sowie die Chance auf eine erfolgreiche Diversifizierung und neues Wachstum. Während erstere sofortige Wirkung zeigen sollten, könnte es bei letzterem allerdings noch etwas dauern. Es ist durchaus damit zu rechnen, dass die Londoner über die kommenden Quartale in dem ein oder anderen neuen Geschäftsfeld Rückschläge einstecken müssen. Nicht jede Initiative wird ein Volltreffer werden.

Allerdings sind die Chancen so vielfältig, dass bis Ende 2017 insgesamt beachtliche Erfolge bei der Diversifizierungsstrategie sichtbar werden sollten. Gelingt es außerdem, das wichtige Segment Mobile Systems zumindest zu stabilisieren, steht Kursgewinnen aus meiner Sicht wohl nichts mehr im Wege. Wenn du ganz sicher gehen willst, wartest du noch mal ein oder zwei Quartale ab, bis hierüber mehr Klarheit herrscht. Mutige mit langem Anlagehorizont können bereits jetzt zu Kursen von rund 30 Euro zugreifen.

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Ralf Anders hält keine Wertpapiere genannter Unternehmen. The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von Apple. The Motley Fool hat die folgenden Optionen: long Januar 2018 $90 Calls auf Apple und short Januar 2018 $95 Calls auf Apple.

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