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Aktientipps: Schlüssel zum Anlageerfolg oder gefährlich?

Foto: Pixabay, markusspiske

Wenn du hier regelmäßig vorbeischaust, dann weißt du, dass du hier vieles findest, damit du eigenständige Anlageentscheidungen treffen kannst. Andererseits weiß auch Warren Buffett schon lange:

Investieren ist einfach, aber nicht leicht.

Da liegt es nahe, mal die Abkürzung zu nehmen und schnell in einen guten (oder sogar „heißen“) Tipp zu investieren. Aber das kann gefährlich sein, selbst wenn die Quelle seriös ist.

Das Internet ist voll von Empfehlungen

Der Besucher von Finanzseiten kann sich vor Links und vermeintlich kostenlosen Angeboten kaum retten. „Hanfaktie mit starkem 3000% Wachstum“ oder „7 Top-Aktien für 2016“ sind nur zwei Schlagzeilen, die ich innerhalb kürzester Zeit gefunden habe. Das muss ja gar nicht zweifelhaft sein, wie es manchmal bei Empfehlungen für sogenannte Pennystocks mit Kursen von wenigen Cent der Fall ist. Aber warum sollen die Initiatoren dieser Anzeigen gerade dich oder mich mit tollen Aktienideen versorgen, die sie eher selbst nutzen könnten?

Können Verwandte oder Freunde helfen?

Gerne geben auch Freunde oder Verwandte gut gemeinte Tipps. Oder Kollegen haben da etwas von einer „todsicheren“ Aktie gehört. Willst du darauf tatsächlich dein eigenes Geld setzen? Selbst wenn dieser Tipp wirklich gut ist, muss er ja nicht automatisch in deine Strategie passen oder deinem Risikoprofil entsprechen.

Aber da sind auch noch professionelle Anleger

Eine sinnvolle Alternative zu den mehr oder weniger gut gemeinten Tipps gibt es allerdings, und viele Anleger, die schon länger dabei sind, nutzen sie gerne: Ich rede von professionellen Investoren.

Dank der Publizitätsvorschriften sind große Fonds verpflichtet, ihre Wertpapierbestände sowie ihre Käufe und Verkäufe vierteljährlich (USA) oder halbjährlich (Deutschland) zu veröffentlichen.

Was liegt also näher, als die Transaktionen eines erfolgreichen Fondsmanagers zu verfolgen und zu kopieren? Erst recht, wenn dieser einen ähnlichen Ansatz verfolgt wie du selbst, zum Beispiel Value Investing oder eine Dividendenstrategie.

Auch hier wieder der Klassiker: Warren Buffett

Der große Erfolg, den Warren Buffett mit seinem Unternehmen Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2) seit Jahrzehnten hat, macht ihn auch hier zum gefühlten Spitzenreiter. Seine Fans erwarten sehnsüchtig die Berichte, um zu sehen, welche Aktien das „Orakel aus Omaha“ im letzten Quartal ge- oder verkauft hat.

Entsprechend füllen die klassischen Berkshire-Positionen wie Coca Cola, Wells Fargo oder American Express die Depots der Buffett-Anhänger, und Nachrichten wie zum Beispiel der Erwerb von Apple-Aktien für eine Milliarde Dollar oder der Verkauf fast aller Anteile von Procter & Gamble bewegen die Kurse.

Auch andere Anleger besitzen schöne Aktien

Andere bekannte Value Investoren sind Seth Klarman und David Einhorn. Die zwei größten Positionen von Klarmans Baupost Group waren Ende März EMC Corp. und Cheniere Energy Inc. Einhorns Fonds Greenlight Capital setzt auf Apple und General Motors.

Aber auch in Deutschland gibt es Fondsmanager, die die Idee des Value Investings verfolgen. Am ehesten kennt man vielleicht Hendrik Leber, der für die Investmentfirma ACATIS mehrere Valuefonds managt. Sein Deutschlandfonds setzte per Ende Juni bevorzugt auf Wüstenrot & Württembergische AG und die Pfeiffer Vacuum Technology AG.

Bei Frank Fischer vom Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen dagegen waren die zwei größten Bestände Stada Arzneimittel AG und Metro AG.

Dann kann es ja mit dem Aktienkaufen losgehen, oder?

Nicht so schnell, würde ich sagen, und Vorsicht an der Bahnsteigkante. Nur, weil ein bekannter Anleger eine Aktie besitzt, bedeutet das nicht, dass sie ohne weitere Prüfung auch in deinem Depot landen sollte.

Zunächst einmal sollte der Fondsmanager über einen längeren Zeitraum unter Beweis gestellt haben, dass er sein Handwerk versteht und keine Eintagsfliege ist, die nur zufällig mal Erfolg hatte.

Bedenken musst du auch, dass die Veröffentlichungen der Fonds erst mit Verspätung erscheinen, etwa drei bis sechs Wochen nach dem Ende des Quartals. Bis dahin kann sich viel geändert haben. Vielleicht hat sich der Fonds sogar ganz von einer Aktie getrennt, die kurz zuvor noch die größte Position war. Dann würdest du mit einem Kauf ja genau das Gegenteil machen.

Darüber hinaus gibt es noch Dinge, die Großinvestoren anders machen müssen als ein Privatanleger. Warren Buffett etwa geht immer große Positionen ein, damit sich Aktiengeschäfte bei dem riesigen Konglomerat Berkshire überhaupt bemerkbar machen. Aktien von kleinen und mittleren Unternehmen, die oft bessere Chancen bieten als die großen Indexaktien, kommen für ihn gar nicht in Frage.

Ein anderes Beispiel könnten regulatorische Vorgaben sein. So gibt es gesetzliche Begrenzungen bei der Größe von einzelnen Aktienpositionen eines Fonds. Damit soll eine ausreichende Streuung der Anlagen sichergestellt werden. Ist nun eine Aktie sehr stark gestiegen, so kann der Manager zum Verkauf gezwungen sein, um in den gesetzlichen Grenzen zu bleiben. In diesem Fall könnte es also falsch sein, das dann in deinem eigenen Depot nachzuahmen.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Du siehst also: Die Veröffentlichungen bekannter Fondsmanager sind eine gute Quelle, um Investmentideen zu sammeln und sich Anregungen zu holen. Das entbindet dich aber nicht davon, dich mit den Unternehmen auseinanderzusetzen und zu prüfen, ob die Aktie zu dir und deinem Depot passt.

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Peter Roegner besitzt Aktien von Berkshire Hathaway und Apple. The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von Apple, Berkshire Hathaway (B-Aktien) und Wells Fargo. The Motley Fool hat die folgenden Optionen: long Januar 2018 $90 Calls auf Apple und short Januar 2018 $95 Calls auf Apple. The Motley Fool empfiehlt American Express, Coca-Cola, General Motors und Procter and Gamble.

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