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Bergbau-Aktien: Warum die Herrlichkeit bald vorbei sein wird

Foto: Pixabay, byrev

Erst vor sechs Monaten noch waren Bergbau-Aktien am leiden: viele Investoren erwarteten nichts anderes als den Bankrott, nicht zuletzt, weil der Rohstoff-Markt insgesamt alles andere als rosig aussah und man sich Sorgen um die riesigen Berge an Schulden machte.

Seitdem aber hat der Bergbau eine beeindruckende Rallye hingelegt, und die Bullenstimmung führt dazu, dass die Aktienpreise noch einmal angezogen haben. Die beiden größten Bergbauunternehmen Kanadas gelten als die größten Profiteure dieser Entwicklung. Teck Resources (WKN:858265) hat seinen Wert verdoppeln können, während First Quantum Minerals (WKN:904604) immerhin einen beeindruckenden Anstieg von 75 % verzeichnen konnte.

Obwohl das eine tolle Geschichte ist und die Rallye immer weiter an Fahrt aufnimmt, gibt es doch Anzeichen, dass die Freude wohl ein wenig übertrieben ist und den Investoren ein böser Kater bevorstehen wird.

Und jetzt?

Ein Anzeichen dafür, dass man schon bald auf den Boden der Tatsache zurückkommen wird: Die Bergbau-Branche hat deutlich besser performt als der Rest der Rohstoff-Industrie. Bis vor kurzem hat der Bergbau grandios performt, der S&P TSX Global Mining Index konnte 69 % steigen, während der Markt für Kupfer und Zink in derselben Zeit gerade mal 11 % zugelegt hat. Dann hast du noch Koks, das für die Stahlgewinnung benötigt wird – und das befindet sich schon seit einiger Zeit in einer Baisse.

Dennoch hält die Bulleinstimmung an. Die Bergbaupreise basieren auf höheren Preisen für Rohstoffe, und das dürfte in der nächsten Zeit eigentlich nicht passieren.

Einer der Gründe: China. Das Land ist nach wie vor der größte Abnehmer für Rohstoffe, und der Markt dort bleibt unsicher. Die Zeiten, in denen die Wirtschaft zweistellige Wachstumszahlen zeigte, sind vorbei. Ebenso vorbei sind die Zeiten, in denen man Rohstoffe ins Land gepumpt hat, weil die Infrastruktur ausgebaut werden musste.

Wenn man bedenkt, dass Peking außerdem hat verlauten lassen, das Land auf mehr Nachhaltigkeit auszurichten und nicht mehr im Übermaß produzieren zu wollen, dann dürften die Zeiten der uneingeschränkten Nachfrage tatsächlich vorüber sein.

Ein weiteres Problem: Überkapazität. Das Angebot übersteigt bei den meisten Rohstoffen bei weitem die Nachfrage. Es hilft natürlich auch nicht, dass Bergbauunternehmen wie BHP Billiton und Rio Tinto darauf versessen sind, so schnell wie möglich die Produktion hochzufahren um den Marktanteil zu vergrößern, geringe Preise hin oder her.

Diese Faktoren verdeutlichen, dass der Markt eigentlich alles andere als darauf ausgerichtet ist, die Rally weiter zu befeuern. Die scheint sich nämlich überlebt zu haben. Weiterhin wird es wohl so kommen, dass bei einem Rebound die Preisanstiege viel geringer sein werden als noch zuvor.

Wenn man also diese Informationen nimmt und dazu bedenkt, dass Unternehmen wie etwa Teck und First Quantum zu irrsinnigen Bewertungen gehandelt werden, dann ist diese Rallye tatsächlich nicht aufrechtzuerhalten.

Was bedeutet das alles?

Die derzeitige Bewertung von Bergbau-Aktien ist eigentlich nicht zu rechtfertigen. Die Rohstoffpreise stehen tief, allein deswegen dürften die Einnahmen gering bleiben. Wenn überhaupt, dann ist die derzeitige Bewertung ein Indiz dafür, dass die Preise für Bergbau-Aktien nicht mehr mit der Logik des Marktes zusammenhängen, was bedeutet, dass eine Korrektur wohl bald schon stattfinden dürfte.

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The Motley Fool besitzt keine der angegebenen Aktien.

Dieser Artikel von Matt Smith erschien am 5.7.2016 auf Fool.ca. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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