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Warum ich statt der Commerzbank-Aktie lieber Banco Santander-Aktien kaufen würde

Foto: The Motley Fool, Matt Koppenheffer

Die Commerzbank (WKN:CBK100) ist bereits seit der Finanzkrise ein ständiges Sorgenkind. Das größte Problem der Bank ist der harte Wettbewerb im deutschen Bankenmarkt, der das Ergebnis und damit die Eigenkapitalrendite belastet.

Niedrige Eigenkapitalrendite bei der Commerzbank

Im vergangenen Jahr lag der Wert für die Eigenkapitalrendite nach Steuern bei lediglich 4,2 %. Wird die Belastung durch die Bad Bank, in der die zum Verkauf stehenden Beteiligungen und Kredite gebündelt sind, herausgerechnet, steigt der Wert wenigstens auf 9,4 %. Einige Konkurrenten erreichen jedoch bessere Werte. Die spanische Banco Santander (WKN:858872) beispielsweise, eine der größten Banken in der Eurozone, erreichte eine Eigenkapitalrendite von 11,0 % im vergangenen Jahr.

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Doch warum ist das so wichtig?

Die Verzinsung des Eigenkapitals ist eine extrem wichtige Kennzahl. Gehen wir einmal davon aus, dass die Commerzbank eine Eigenkapitalrendite von 11 % erreichen würde wie die Banco Santander. In dem Fall hätte der Gewinn um das 2,6-Fache höher gelegen. Und das mit dem gleichen eingesetzten Kapital. Statt eines Gewinns von 0,88 Euro hätten wir nun einen Wert von 2,30 Euro je Aktie. Das würde es der Bank erlauben erheblich schneller Eigenkapital aufzubauen, das in schlechten Zeiten als Puffer dient und würde gleichzeitig eine deutlich höhere Dividendenzahlung erlauben.

Hohe Kosten im Vergleich zur Konkurrenz

Ähnliches gilt für die Kosten/Ertrag-Situation der Bank. Im Vergleich zur internationalen Konkurrenz muss die Commerzbank zu viel Geld aufwenden, um einen Euro an Umsatz zu generieren. Konkret mussten im letzten Jahr 73,3 Cent für jeden Euro an Umsatz aufgewendet werden. Ursache dafür sind wahrscheinlich eine Kombination aus hohen Kosten für ein dichtes Filialnetz, hohen Verwaltungskosten und einem insgesamt niedrigen Umsatz je Kunde.

Wieder lässt sich der Wert sehr gut mit der Santander vergleichen. Diese erreichte im vergangenen Jahr eine Kosten/Ertrag-Relation von 47,6 %, musste also lediglich 47,6 Cent aufwenden, um einen Euro an Umsatz zu generieren. Die Santander hätte also mit demselben finanziellen Aufwand einen um 50 % höheren Ertrag erzielen können.

Nicht so günstig bewertet wie es aussieht

Angesichts dessen halte ich die Commerzbank selbst auf dem aktuellen Kursniveau von nur 5,84 Euro je Aktie (27.06.) keineswegs für ein Schnäppchen – auch wenn es auf den ersten Blick so wirkt, nachdem die Aktie innerhalb der letzten 12 Monate bereits mehr als 40 % an Wert verloren hat:

Commerzbank Santander
Kurs-Gewinn-Verhältnis 6,6 8,2
Kurs-Buchwert-Verhältnis 0,27  0,81
 Dividendenrendite   3,4 %  4,9 %

 

Die Kennzahlen zeigen zwar alle, dass die Commerzbank rein quantitativ betrachtet deutlich günstiger bewertet ist. Beispielsweise weist sie beim aktuellen Kurs, basierend auf dem Gewinn des letzten Jahres, ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 6,6 von 0,88 Euro auf und ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von nur 0,27, bezogen auf den Net-Asset-Value von 21,78 Euro je Aktie am 31.03.2016.

Die Santander hingegen wird beim aktuellen Kurs von 3,29 Euro (27.06.) mit dem 8,2-Fachen des letzten Jahresgewinns von 0,40 Euro bewertet. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis liegt, bezogen auf den Buchwert am Ende des ersten Quartals von 4,07 Euro, bei einem Wert von 0,81.

Angesichts dessen, dass die Eigenkapitalrendite der Santander mehr als doppelt so hoch liegt, halte ich aber selbst das aktuell niedrige Kursniveau der Commerzbank bereits für ungerechtfertigt.

Gleichzeitig bietet die Commerzbank die deutlich niedrigere Dividendenrendite. Die Dividende für das Jahr 2015, die erste Zahlung seit 2008, lag bei 0,2 Euro je Aktie. Das ergibt, bezogen auf den aktuellen Kurs, eine Rendite von 3,4 %. Die Santander hat im vergangenen Jahr dagegen 0,16 Euro je Aktie gezahlt. Auf den aktuellen Kurs bezogen ergibt das eine ordentliche Rendite von 4,9 %.

Fazit: Die Commerzbank hat noch viel Arbeit vor sich

Der Commerzbank steht noch eine ganze Menge Arbeit bevor, um zur internationalen Konkurrenz aufschließen zu können, oder auch ihre Marktanteile im Heimatmarkt gegen die internationale Konkurrenz zu verteidigen. Die Kosten sind zu hoch, die Rendite zu gering. Langfristig sehe ich keine Erholung des Aktienkurses, wenn die Bank nicht intensiv an ihren Kostenstrukturen arbeitet. Die Banco Santander ist aufgrund ihrer verhältnismäßig hohen Eigenkapitalrendite und der insgesamt effizienteren Kostenstruktur für mich die deutlich bessere Wahl.

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Dennis Zeipert besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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