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Schafft Bombardier endlich die Wende?

Foto: Bombardier

Während des letzten Jahres war ich Bombardier (WKN:866671) gegenüber sehr kritisch eingestellt und habe Investoren gemahnt, sich nicht von der Euphorie anstecken zu lassen, nur weil die Aktie seit Januar um 50 % gestiegen ist. Wenn die Leute aber kaufen mussten, dann habe ich vorgeschlagen, zu warten, bis verschiedene Bedingungen erfüllt sind.

Zuerst musste Bombardier beweisen, dass es seine Zugsparte unter Kontrolle hat. Dort gab es große Verzögerungen bei einem Straßenfahrzeug für Toronto. Der Auslieferungstermin ist bereits verstrichen und eine Fertigstellung ist noch lange nicht in Sicht. Außerdem musste Bombardier London verlassen, da es nicht in der Lage war, die automatische Zugkontrolle für die U-Bahn zu verbessern.

Allerdings gibt es noch andere Unternehmen, die der Zugsparte von Bombardier vertrauen.

Das Unternehmen hat vor Kurzem einen Vertrag mit Abellio Rail Südwest aus Deutschland unterzeichnet. Darin geht es um den Verkauf von 43 TALENT 2 Zügen für 244 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen erwartet, dass diese Züge 2019 den Betrieb aufnehmen. Die letzten Züge sollen Juni 2020 ausgeliefert werden. Ich habe etwas Sorge, dass Bombardier auch hier nicht pünktlich ist. Allerdings war die Zugsparte immer effizient, wenn man die oberen Beispiele weglässt.

Zweitens muss Bombardier ein Flugzeug verkaufen. Es ist leicht, Absichtserklärungen zu erhalten. Davon hat Bombardier mehr als genug und dadurch ist auch der Preis nach oben gegangen.

Chorus Aviation kündigte an, dass es fünf CRJ900 Regionaljets kaufen will und dass es eine Option auf weitere fünf hat. Bombardier hat zudem zugestimmt, dass es vier CRJ900 an Trident Jet Ltd für 184 Millionen US-Dollar verkauft. Dann gibt es noch die großen Fluggesellschaften. Air Canada hat eine Bestellung für 45 CSeries Jets aufgegeben, Delta Air Lines bestellte 75 Jets und hat eine Option für 50 weitere und WestJet Airlines gab eine Bestellung für neun Q400 Turboprops auf.

Das ist alles gut und schön, aber Bombardier erhält nicht einen Cent, bis die Flugzeuge ausgeliefert wurden. Da das Unternehmen ständig Verspätungen hat, sollten Investoren vorsichtig sein, in Hoffnung zu investieren und nicht in Fundamentalwerte.

Zum Glück hatten Bombardier und Swiss International Air Lines einen ersten Flug mit CEOs von hochkarätigen Fluggesellschaften, um das Flugzeug zu testen. Und es lief gut. Die Erwartung ist, dass das Flugzeug in den kommenden Wochen ausgeliefert wird. Das heißt, Bombardier bekommt Geld.

Solltest du also kaufen?

Bombardier hat Risiken. Es hat Schulden in Höhe von 90 Milliarden US-Dollar. In der Bilanz stehen hingegen nur 3,2 Milliarden an Bankguthaben. Durch die Flugzeuge hat es noch keinen Umsatz gemacht. Es gibt zudem ernsthafte Bedenken, dass das Unternehmen eine Kapitalerhöhung durchführt, bevor es profitabel wird. Dies könnte die Anteile der Aktionäre verwässern.

Wenn die CSeries abhebt und die Zugsparte neue Verträge abschließt, dann glaube ich, dass Bombardier eine Kaufgelegenheit wird. Aber ich verbinde diese Empfehlung mit einer Warnung: Es ist immer noch ein riskantes Unternehmen und es ist noch nicht über den Berg. Es könnte immer noch scheitern. Allerdings denke ich nicht, dass es ganz sterben wird, da die Regierung darin investiert hat.

Ist Bombardier es wert zu kaufen?

Wenn du in ein Unternehmen wie Bombardier investierst, dann solltest du besser die Zahlen verstehen und was sie dir sagen. Im Spezialbericht "15 Bilanzkennzahlen, die dich zu einem besseren Anleger machen" von The Motley Fool hat Analyst Bernd Schmid, 15 der wichtigsten Bilanzkennzahlen identifiziert, die du benötigst um herauszufinden, ob Bombardier wirklich gut aufgestellt ist oder ob das Unternehmen dabei ist, sich in Schwierigkeiten zu bringen. Klick einfach hier, um diesen kostenlosen Bericht zu erhalten.

Dieser Artikel wurde von Jacob Donnelly auf Englisch verfasst und am 25.06.2016 auf Fool.ca veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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