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Mittwochsbilanz: Erste Erholung nach Brexit-Schock, Finanztitel unter Druck, K+S enttäuscht mit Gewinnwarnung

Foto: Pixabay

Es ist schon erstaunlich: Die Briten halten eine Volksabstimmung über den Austritt aus der Europäischen Union ab, und nach Verkündung des Ergebnisses stellen wir fest, dass niemand – auch nicht die Brexit-Befürworter – mit einem „Leave“-Votum der Inselbewohner gerechnet hat. Mit anderen Worten: Niemand hat eine Idee, wie es weitergehen soll.

Liebhaber des britischen Understatements würden nun vielleicht sagen, dass dies bei Volksvertretern und Marktteilnehmern „leichte Irritationen“ hervorgerufen hat. Tatsächlich gilt: Sowohl politische Entscheider als auch die Börsenakteure sind total verunsichert. Für die Aktienkurse ist das schlecht, denn nichts hassen die Marktteilnehmer mehr als Unsicherheit.

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Deshalb darf getrost bezweifelt werden, dass die leichte Markterholung, die wir seit Dienstag beobachten, von Dauer sein wird…

Was war an der Börse los?

Am Montag schickten die vom Brexit-Votum verunsicherten Marktteilnehmer den DAX (WKN:846900), der bereits in der Vorwoche nach der Bekanntgabe des britischen Abstimmungsergebnisses stark gefallen war, erneut gen Süden. Der deutsche Leitindex verlor 3,0 % auf 9.268 Zähler.

Europaweit drückten die Akteure bei Bankaktien auf die Verkaufstasten. In Frankfurt verlor die Aktie der Deutschen Bank (WKN:514000) 6,2 % und markierte ein neues Rekordtief. Die Anteilscheine der Commerzbank (WKN:CBK100) gaben 5,4 % ab und die im MDAX (WKN:847741) gelistete Deutsche Pfandbriefbank (WKN:801900) verbilligte sich um 8,0 %.

Aber es gab auch Gewinner: Die Titel des Immobilienkonzerns Vonovia (WKN:A1ML7J) legten 2,4 % zu und setzten sich damit unangefochten an die DAX-Spitze. Begründet wurde der Kursanstieg mit der Hoffnung auf die Brexit-bedingte Verlagerung von Bankpersonal von London nach Frankfurt. Dies, so die Logik einer Kaufempfehlung einer US-Investmentbank, stärke die Position des Unternehmens.

Ans untere DAX-Ende verschlug es die Aktie der Lufthansa (WKN:823212), die bei Handelsschluss ein Minus von 8,3 % verbuchte. Auch an dieser Kursbewegung war eine US-Investmentbank nicht ganz unbeteiligt. Deren Analysten hatten nämlich ihre Verkaufsempfehlung für die Kranich-Airline bekräftigt und dies mit dem nach dem britischen EU-Austritt zu erwartenden Rückgang der Nachfrage nach Bahn-, Flug- und Pauschalreisen begründet.

Am Dienstag gewannen die Schnäppchenjäger auf dem Frankfurter Parkett die Oberhand. Das Börsenbarometer stieg um 1,9 % auf 9.447 Zähler. Auch anderswo in Europa erholten sich die Kurse etwas und in den USA ging es ebenfalls leicht aufwärts.

An die Spitze der deutschen Standardwerte setzte sich die zuvor arg gebeutelte Aktie von RWE (WKN:703712), die von einer Kaufempfehlung durch eine französische Großbank profitierte und sich um 4,7 % verteuerte. Die Allianz (WKN:840400) gewann 3,2 % und die Deutsche Börse (WKN:581005) verbesserte sich sogar um 4,3 %.

Sehr unerfreulich lief es im MDAX bei K+S (WKN:KSAG88). Der Düngemittelproduzent hatte bereits am Montag die Anleger mit einer Gewinnwarnung enttäuscht und war um rund 12 % eingebrochen. Am Dienstag verloren die Titel weitere 3,6 %.

Am Mittwoch setzte der DAX seinen Erholungskurs fort und stieg um 1,6 %. Besonders gefragt waren E.ON (WKN:ENAG99), RWE und die Deutsche Telekom (WKN:555750), die jeweils mehr als 4 % zulegten.

Wie geht es weiter?

Am Donnerstag (30.06.) verkündet die Agentur für Arbeit die Arbeitslosenzahlen für Juni. Die Europäische Zentralbank (EZB) veröffentlicht ihr Sitzungsprotokoll vom 2. Juni. In den USA wird die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe veröffentlicht.

Da am frühen Morgen des Freitags (01.07.) in Brexit-Land noch nicht viel los ist, können wir uns um kurz vor 4 Uhr ohne britische Ablenkung über den Zustand der Wirtschaft im Reich der Mitte informieren: Der Juni-Wert des Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe wird bekannt gegeben. Am Nachmittag erreicht uns aus den vereinigten Staaten der Wert des US-Indexpendants für den sechsten Monat. Außerdem machen die US-Statistiker Anmerkungen zu den Bauausgaben im Mai.

Wir wünschen den Lesern des Motley Fool eine angenehme Restwoche.

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Winfried Rauter besitzt keine der im Text genannten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der im Text genannten Aktien.

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