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3 schreckliche Investmentfehler, die du vermeiden musst

Foto: Pixabay, stevepb

Wir alle machen Fehler. Besonders beim Investieren kann man nicht unfehlbar agieren. Wenn du aber weißt, welche Fehler man machen kann, kannst du versuchen diese zu vermeiden – und damit erfolgreicher investieren. Und ein Ziel von Fool.de ist es, dir bei Letzterem zu helfen. Deshalb haben wir unsere Autoren gefragt, welcher Fehler für sie der größte ist, den Anleger vermeiden sollten.

Marlon Bonazzi

Auf Notenbanken und Wirtschaftsprognosen achten

Wer die Zeitung aufschlägt, könnte schnell denken, dass reduzierte Wachstumsprognosen oder die Anhebung des Leitzinses um 0,25 Prozentpunkte die wichtigsten Faktoren für Investitionsentscheidungen sind. Das ist aber komplett falsch.

In der Vergangenheit gab es nur geringe und schwer vorherzusagende Effekte von gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen auf den Aktienmarkt. Besonders kurzfristige Änderungen machen meistens keinen Unterschied. Wenn man als Anleger die fünfzigste Schlagzeile über die Zinspolitik der amerikanischen Notenbank sieht, sollte man sich fragen, wer ernsthaft denkt, dass Amazon (WKN: 906866) deshalb in fünf Jahren weniger Umsatz macht. Wer erinnert sich heute noch, wie hoch die Zinsen waren, als Werner von Siemens seine ersten Erfindungen gemacht hat oder wie hoch die Inflationsrate war, als Steve Jobs am Mac tüftelte?

Anleger sollten außerdem verstehen, dass selbst wenn diese wirtschaftlichen Faktoren für ihre Investitionen wichtig wären, sie sowieso niemand akkurat vorhersagen kann. Es gibt eine Vielzahl an Studien, die immer wieder aufs Neue zeigen, wie schlecht selbst hochausgebildete Analysten darin sind, wirtschaftliche Indikatoren vorherzusagen. In der Regel ist es mindestens genauso nützlich, eine Münze zu werfen oder den eigenen Kaffeesatz zu konsultieren.

Wenn du also das nächste Mal über den Kauf einer Aktie nachdenkst, mach dir ausschließlich Gedanken über das Unternehmen selbst und vergiss die ewigen Diskussionen um Zinspolitik und vierteljährliche Wirtschaftsprognosen. Nicht umsonst betont Warren Buffett oft, dass keine einzige seiner Investitionsentscheidungen jemals von gesamtwirtschaftlichen Faktoren beeinflusst worden ist.

Niemand weiß heute mehr, wie hoch die Inflation war, als Warren Buffett zum ersten Mal Aktien von Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2) gekauft hat, aber einige wissen, dass er ein paar US-Dollar für eine Aktie gezahlt hat, die heute über 200.000 US-Dollar wert ist.

Ralf Anders

Gewinne zu früh realisieren, statt laufen zu lassen

An der Börse wird nur reich, wer Gewinne sich entwickeln lässt. Den menschlichen Instinkten läuft dieses einfache Prinzip allerdings oft zuwider. Da hat man über Monate mühsam ein Depot mit ausgesuchten Aktien zusammengestellt und wollte es eigentlich erst mal ruhen lassen.

Aber dann steigt der DAX an zwei Tagen und schon drängen die Gedanken: „So schnell 5 %, das ist doch super… sollte ich nicht die Gewinne sichern?“ Drei Klicks und ein TAN-Code später fliegen die ersten Aktien aus dem Depot.

In der Regel ist das ein großer Fehler. Für einstellige Renditen sollten wir nicht das Risiko einer Aktienanlage in Kauf nehmen.

Schon allein die Transaktionskosten sind immens. Jeweils 1 % beim Kauf und Verkauf an Brokergebühren sowie der Unterschied von Geld- und Briefkurs — das will alles erst mal verdient werden. Zudem wollen wir ja auch vernünftig dafür belohnt werden, dass wir das unternehmerische Risiko tragen.

Deshalb sollten wir immer anstreben, zwischen Kauf und Verkauf zumindest eine zweistellige Rendite aus Kursgewinnen und Dividenden zu erwirtschaften, auch wenn das manchmal etwas länger dauert.

Bei richtig guten Unternehmen kommen irgendwann auch gerne mal drei- oder in Ausnahmefällen sogar vierstellige Gesamtrenditen heraus. Das sollte man im Hinterkopf behalten, wenn man sich über die letztlich fast immer sehr kleinen Sprünge im Tagesgeschäft freut.

Ein vorzeitiger Verkauf ist nur angesagt, wenn sich etwas fundamental an den langfristigen Aussichten ändert oder dir das Unternehmen aus einem bestimmten Grund einfach nicht mehr gefällt — aber nicht, weil die Quartalszahlen ein halbes Prozent über oder unter den Erwartungen der Analysten lagen.

Wer gute Wertpapiere auswählt und den nervösen Finger ruhen lässt, macht zwar der depotführenden Bank weniger Freude, hat aber langfristig mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr Ertrag.

Peter Roegner

Keine Aktie ohne eigene Recherchen kaufen

Nie war es einfacher, nach Anlageideen zu suchen, und Onlinebroker ermöglichen dann den schnellen und günstigen Kauf. Das Internet bietet dir also heutzutage unzählige Möglichkeiten, dich über Aktien zu informieren, doch auch der „sichere“, heiße Tipp des Arbeitskollegen hat noch nicht ausgedient.

Auch auf unserer Seite fool.de kannst du die Meinungen unserer Autoren zu den unterschiedlichsten Aktien lesen. Wo also ist das Problem?

Mal abgesehen davon, dass heiße Tipps meistens eher gefährlich als nützlich sind, so sind die Artikel, die du auf unserer Seite findest, recht allgemein gehalten. Aufgrund der Kürze können sie die besprochenen Unternehmen gar nicht in aller Breite analysieren und deine persönliche Situation können sie schon gar nicht berücksichtigen.

Was du auf unserer Seite oder woanders liest, kann nur der Beginn deiner eigenen Nachforschungen sein. Kannst du die These nachvollziehen, die der Autor aufstellt? Verstehst du das Unternehmen? Passt es zu deinem Depot, zu deinem Anlagestil?

Wenn du Zeit investiert hast, um dich mit einer Gesellschaft vertraut zu machen, so kannst du nicht nur entscheiden, ob die Aktie zu dir passt, du bist auch in der Lage, mit unerwarteten Kursentwicklungen umzugehen. Wenn also deine gekaufte Aktie nicht steigt, sondern fällt, kannst du schon einschätzen, ob es sich nur um eine vorübergehende Schwäche handelt oder um echte, schwerwiegende Probleme. Somit kannst du immer wiederkehrende teure Panikverkäufe vermeiden.

Du solltest daher keine Aktien ohne weitere Recherche nur aufgrund eines Artikels (egal ob von uns oder von anderen), eines Forumseintrags oder des berühmten  „ganz sicheren“ Tipps  kaufen oder auch verkaufen.

So nimmst du die Finanzen eines Unternehmens richtig auseinander

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Marlon Bonazzi hält keine der genannten Aktien. Ralf Anders hält keine der genannten Aktien. Peter Roegner besitzt Aktien von Amazon und Berkshire Hathaway.

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