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Warum die DAX-Beteiligungen des norwegischen Staatsfonds besonders vielversprechend sind

Quelle: pixabay, user gustavmelin0

Der norwegische Staatsfonds ist weltweit der größte seiner Art. Rein rechnerisch gehören ihm 1,3 % aller weltweit gehandelten Aktien, 2,4 % aller europäischen Aktien und 4,1 % des deutschen Leitindex DAX (November 2015).

Wirklich beeindruckend, wie ich finde. Darum habe ich mir diesen Mega-Fonds einmal genauer angeschaut und insbesondere einen Blick auf die im DAX gelisteten Beteiligungen geworfen.

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Warum dieser Fonds so interessant für langfristig denkende Investoren ist

Kurz gesagt: Er hat das gleiche Ziel wie wir: den langfristigen Erfolg seiner Beteiligungen. Das zeigt die Aussage eines Fondsmanagers, der für die Norweger tätig ist:

„Man investiert, als ob man das ganze Unternehmen kaufen und bis ans Ende der Tage investiert bleiben will.“

Eine Aussage, mit der ich mich zu 100 % identifizieren kann. Deshalb habe ich einmal einen Blick auf die größten DAX-Beteiligungen des norwegischen Staatsfonds geworfen.

Wert der Beteiligung Anteil am Unternehmen
Daimler (WKN:710000)  1,9 Milliarden Euro                  3,0 %
BASF (WKN:BASF11)  1,9 Milliarden Euro                  3,0 %
Linde (WKN:648300)  1,6 Milliarden Euro                  6,6 %
BMW (WKN:519000)  1,4 Milliarden Euro                  3,0 %
Vonovia (WKN:A1ML7J)  1,2 Milliarden Euro                  8,9 %
E.ON (WKN:ENAG99)  0,5 Milliarden Euro                  2,9 %

Quelle: Finanzen100.de, 07.06.2016

Da der Fonds – genau wie wir Fools – einen sehr langfristigen Anlagehorizont hat, sind grundsätzlich alle sechs Unternehmen einen genaueren Blick wert. Trotzdem solltest du ihm nicht einfach blind folgen und dir ein eigenes Bild vom potenziellen Anlageziel machen. Bei zwei der aufgelisteten Konzerne habe ich das getan.

Vonovia SE

Vonovia ist mit rund 370.000 Einheiten Deutschlands größte Immobiliengesellschaft. Besonders bemerkenswert finde ich, dass dem Staatsfonds 8,9 % von Vonovia gehören, bei keinem anderen DAX-Unternehmen ist die Beteiligung höher.

Der Fonds ist dafür bekannt, besonders gerne in die Immobilienbranche zu investieren, weshalb das Engagement bei Vonovia wenig überraschend ist. Trotzdem sollte man sich selbst ein Bild vom Unternehmen machen, bevor man investiert. Und bei Vonovia gibt es etwas, dass mir gar nicht gefällt.

Um mit einer vermieteten Immobilie Erfolg zu haben, sollte man zwei Dinge vermeiden: zum einen Leerstand, zum anderen den Ausfall von Mietzahlungen. Die beste Maßnahme, um beides auch in wirtschaftlich schlechten Zeiten zu verhindern, sind Arbeitsplätze für die Mieter in der näheren Umgebung der Wohnung.

Mit 34 % befindet sich ein Großteil der Wohnungen von Vonovia in Nordrhein-Westfalen. Dort sind allerdings 7,7 % der Bevölkerung ohne Job, 1,7 % mehr als im bundesweiten Durchschnitt. Und auch die Stadt mit den meisten Einheiten, Dresden, hat mit 7,9 % eine hohe Arbeitslosenquote.

Eine Menge Wohnungen befinden sich also in Regionen, die nicht unbedingt Arbeitsplätze im Überfluss in ihrer Umgebung bieten. In meinen Augen ein dickes Minus. Wenn ich in eine Immobiliengesellschaft investiere, dann muss diese ein deutlich attraktiveres Immobilienportfolio besitzen als Vonovia.

Daher wird diese Aktie trotz der Beteiligung des norwegischen Staatsfonds nicht in meinem Portfolio landen.

Linde

Die Linde AG aus München ist der weltweite Marktführer für Industrie-, Prozess- und Spezialgase. Auch hier sind die Norweger stark investiert, 6,6 % aller Linde-Aktien gehören den Skandinaviern. Und im Gegensatz zu Vonovia kann ich die Beweggründe sehr gut nachvollziehen.

Eine Sache, die der Fonds genau wie ich zu schätzen weiß, sind konstant steigende Dividenden. In den letzten 10 Jahren musste Linde trotz Finanzkrise kein einziges Mal die Dividende senken. Im Gegenteil, meist wurde diese sogar erhöht. So konnten sich Investoren seit 2005 über eine Dividendensteigerung von 246,4 % freuen.

Ein Blick auf ein paar Finanzkennzahlen von Linde lässt vermuten, dass sich dieses Dividendenwachstum auch zukünftig fortsetzen wird.

operative Marge Eigenkapitalquote Payout-Ratio
         23,0 %            43,7 %       55,7 %

Quelle: Unternehmensangaben, Geschäftsjahr 2015

Die operative Marge zeigt, wie profitabel das Geschäft von Linde ist. Auch sind genügend finanzielle Reserven vorhanden, wie ein Blick auf die Eigenkapitalquote verrät. Und mit einer Payout-Ratio, auch Ausschüttungsquote genannt, von 55,7 % befindet man sich in einem Bereich, der weitere Dividendensteigerungen zulässt.

Mein Fazit zum norwegischen Staatsfonds

Aufgrund seiner Ausrichtung halte ich Unternehmen, an denen der norwegische Staatsfonds beteiligt ist, für grundsätzlich vielversprechend. Wie das Beispiel Vonovia zeigt, sollte man diese trotzdem nicht einfach blind nachkaufen. Für das Aufspüren neuer Anlageideen kann ein Blick auf das Portfolio des Fonds allerdings äußerst hilfreich sein.

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Thomas Brantl besitzt Aktien von BMW. The Motley Fool empfiehlt BMW und Linde.

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