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Kreuze deine Ansichten auf eine Wirtschaft nie mit dem Investieren

Foto: Wikimedia Commons, Raul Heinrich

Die Wirtschaft kühlt ab? Verkaufe deine Aktien. Geht die Wirtschaft ex? Verkaufe sofort! Die Wirtschaft sieht ganz gut aus? Lass uns doch Aktien kaufen!

Das sind Dinge, die ein Investor nicht tun sollte. Aber du musst mich allein ja nicht beim Wort nehmen. Du kannst auch Seth Klarman fragen.

Sein Ansehen in der breiten Öffentlichkeit ist nicht mal annähernd so hoch wie das von Warren Buffett, aber Klarman ist eine echte Investmentlegende, zu Recht. Laut dem Bloomberg Artikel von Januar 2015 führte Klarman zum damaligen Zeitpunkt sein Investmentunternehmen Baupost Group über die drei vorhergehenden Jahrzehnte zu einer jährlichen Rendite von 17 %.

Ich stieß vor kurzem auf ein altes Interview von Klarman mit Barron‘s, einer amerikanischen Investitionszeitung, aus dem Jahre 1991. In diesem Interview sagte Klarman (mit Betonung von mir):

„Es gibt eine Sache, die ich hervorheben möchte: wir können wie jedes menschliche Wesen über unsere Sichtweise auf die Wirtschaft und dem Markt diskutieren. Zu Gunsten unserer Kunden tendieren wir aber nicht dazu, basierend auf diesen Ansichten zu handeln. Unsere Investmentstrategie ist von unten nach oben zu investieren, Aktie für Aktie, basierend auf dem Verhältnis zwischen Preis und Wert.

Und obwohl wir vielleicht auf der Makroebene das Gefühl haben, dass die Dinge gerade nicht gut laufen (was wir tatsächlich stark glauben), werden wir ohne Rücksicht auf dieses Gefühl das Geld investieren, falls wir günstige Gelegenheiten dazu finden. Also falls sich morgen eine ganze Menge Gelegenheiten ergeben, werden wir all unser Kapital investieren.“

Klarman weist auf einen guten Punkt hin, bei dem ich denke, dass viele Investoren ihn nicht erkennen: Die Aktienperformance kann stark von der Wirtschaft abweichen.

Zum Beispiel sank im Jahre 2009 die Wirtschaftsleistung Singapurs um 0,6 %. Aber der lokale Richtwert für den Aktienmarkt, der Straits Times Index, nahm um 64,5 % zu. Ein sehr gut möglicher Grund dafür wäre, dass der Index bereits Anfang 2009 einen sehr niedrigen Stand hatte – sein historisches KGV zu diesem Zeitpunkt war gerade mal bei 6,2, was sogar niedriger ist, als der Tiefpunkt von 11, der während der Finanzkrise in Asien zu sehen war.

So ähnlich ist es mit einzelnen Aktien. Vicom Limited (WKN:A0J2K2) hatte ein KGV von gerade mal 8,4 zu Beginn von 2009. Seine Aktien beendeten das Jahr mit einem Zuwachs von 47 %. Keppel Corporation Limited (WKN:A0ML07) ist ein weiteres Beispiel. Seine Aktien waren Anfang 2009 gerade mal mit dem 5,7-fachen seiner mageren Erträge bewertet und sie beendeten das Jahr mit einem 90 %-igen Preisanstieg. Ich könnte so weitermachen, aber du verstehst was ich meine.

Wie Klarman schon sagte, es ist okay sich ein Bild von der makroökonomischen Umgebung zu machen. Aber dieses Bild sollte die eigenen Investments nicht beeinträchtigen. Am Ende des Tages ist die Beziehung zwischen dem Aktienpreis und dessen Wert das, was am meisten zählt.

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Dieser Artikel wurde von Chong Ser Jing auf Englisch verfasst und wurde am 25.05.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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