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Gold- und Silberaktien brechen ein, sehen aber fundamental sehr gut aus

Foto: Franco Nevada Corporation

Das Jahr war bisher allgemein sehr turbulent, aber die Aktien von Gold- und Silberminen konnten überraschen, da sie die bisher die beste Performance abgeliefert haben. Mit Ausnahme von nur einem Goldminenunternehmen haben alle der 40 größten Gold- und Silberminen mindestens 25 % im Jahresvergleich gewonnen.

Gold- und Silber vor dem Einbruch

Aber im Moment ist es gerade ungünstig, um in Minen zu investieren. Pro Unze fiel der Goldpreis um 20 US-Dollar auf 1.228 US-Dollar, während Silber wieder einmal um 1 % auf 16,19 US-Dollar fiel und das alles an nur einem Tag.

Der aktuelle Druck auf die Metalle kann darauf zurückgeführt werden, dass im Juni von der Federal Reserve eine weitere Zinserhöhung erwartet wird. Nachdem die Leitzinsen im letzten Jahr zum ersten Mal in fast zehn Jahren wieder erhöht wurden, hatte die Fed geplant, die Zinsen 2016 viermal zu erhöhen, verwarf diese Idee aber wieder nachdem das BIP-Wachstum von Q4 die Erwartungen nicht erfüllen konnte. Die Mineninvestoren hatten darauf gewettet, dass die Fed eine weitere Erhöhung bis Ende des Jahres verschieben würde, aber neue Signale der Fed deuten an, dass eine Erhöhung der Zinssätze schon für den nächsten Termin im Juni zur Debatte steht.

Höhere Zinsen werden mit hoher Wahrscheinlichkeit die Renditen von Unternehmensanleihen und den Dollarkurs erhöhen. Das sind zwei Dinge, die gegen den Goldpreis arbeiten – und der Silberpreis tendiert dazu, dem Goldpreis zu folgen. Wenn die Zinsen steigen, dann steigt auch der Reiz von Vermögenswerten mit Zinsen, was wiederum schlecht für physisches Gold ist, da es keine Dividenden zahlt.

Diese Sorge macht sich im Edelmetallsektor breit. Die folgenden Minenunternehmen sind sogar aufgrund der Preisschwäche eingebrochen:

·       Kinross Gold (WKN:A0DM94): um 11 % gefallen.
·       Richmont Mines (WKN:873817): um 13 % gefallen.
·       Harmony Gold (WKN:864439): um 10 % gefallen.
·       Endeavour Silver (WKN:A0DJ0N): um 10 % gefallen.
·       Great Panther Silver  (WKN:0YH8Q): um 11% gefallen.

Wie schon gesagt, aktuell ist das keine guten Zeit für Mineninvestoren.

Physisches Gold und Silber könnten noch höher steigen

Es gibt aber auch Gründe zu der Annahme, dass das nur ein temporärer Rückschlag ist sowohl aus makroökonomischer als auch fundamentaler Perspektive.

Im ersten Quartal zum Beispiel wuchs das amerikanische BIP nur um 0,5 %, was eine Schwäche andeutete, da das BIP von Q4 2015 noch bei 0,7 % stand. Die Verbraucher geben einfach nichts aus, obwohl die Zinsen konstant niedrig sind und das ist besorgniserregend. Meiner Meinung nach hat die Fed gar keinen Spielraum für aggressive Zinserhöhungen, da das BIP so wenig wächst und die Inflation so niedrig ist.

Zusätzlich plant die Federal Reserve die monatlichen Wirtschaftsdaten abzuwarten, um zu bestimmen, ob eine Anhebung der Zinsen angebracht ist. Es gibt keine Garantie, dass diese Daten positiv ausfallen und ich erwarte, dass es nicht lange dauern wird, bis die Fed wieder zu ihrem vorsichtigen Kurs zurückkehrt.

Angebot und Nachfrage arbeiten auch für Gold und Silber. Die Zentralbanken kaufen mehr physisches Gold und das stetige Wachstum in der Solarindustrie, wo Silber aufgrund seiner Hitzebeständigkeit und elektrischen Leitfähigkeit gebraucht wird, sollte den Silberpreis nach oben treiben.

Natürlich sehen wir auch fundamentale Verbesserungen bei der Effizienz bei fast allen Gold- und Silberproduzenten und das macht sie besonders attraktiv. Die Minen produzieren inzwischen deutlich intelligenter und konzentrieren sich auf bessere Qualität mit höherem Gehalt anstatt nur die Quantität zu erhöhen.

Metallminen sehen fundamental fabelhaft aus

Die aktuellen Verlierer bieten ein perfektes Beispiel von Metallminen, die sich nur auf Kosteneinsparungen konzentriert haben, um von den jüngst gestiegenen Preisen zu profitieren.

Kinross Gold, das auch noch einen Streit in seiner Tasiast-Mine in Mauretanien an der Backe hat, verkündete in Q1, man erwarte nachhaltige Gesamtkosten für das Gesamtjahr von etwa durchschnittlich 940 US-Dollar pro Unze (die Kosten sind ein wichtiges Maß für die Effizienz und helfen den Investoren die wahren Kosten des Betriebs und der Instandhaltung zu bestimmen). Dieser Rückgang verglichen mit den 963 US-Dollar pro Unze für Goldäquivalente, der in Q1 2016 gemeldet wurde, kommt trotz einer Erhöhung der Investitionsausgaben, um die Produktion zu erhöhen und die Kosten in der Tasiast-Mine zu senken. Kinross lässt die übereifrigen Ausgaben hinter sich zurück und konzentriert sich nur noch auf die profitabelsten Projekte.

BILDQUELLE: KINROSS GOLD.

BILDQUELLE: KINROSS GOLD.

Richmont ist ein weiteres sehr gutes Beispiel dafür, wie man sich auf Qualität anstatt auf Quantität konzentrieren sollte. In Q1 konnten Rekordumsätze in Höhe von 52,6 Millionen US-Dollar erzielt werden. Das liegt hauptsächlich an einem Anstieg um 147 % bei der Produktion von Island Gold aufgrund von Erz mit deutlich höherem Goldgehalt. Das Beste dabei ist aber, dass dadurch die Gesamtkosten auf nur 801 US-Dollar pro Unze gefallen sind, das ist ein Rückgang von 12 % im Jahresvergleich. Richmont hat auch von der Schwäche des kanadischen Dollars profitiert, aber wir sehen auch fundamentale Verbesserungen bei der Rückgewinnungsrate und den Ausgaben.

Harmony Gold konnte dank Währungsschwankungen auch ein nettes Gewinnplus verzeichnen – in diesem Fall fiel der südafrikanische Rand. Im zweiten Quartal meldete Harmony einen Gewinn von 4,7 Millionen US-Dollar. Im Vorjahr war es noch ein Verlust von 33,4 Millionen US-Dollar gewesen. Dies konnte durch Produktionsverbesserungen von 2 % im Jahresvergleich und eine Reduktion der nachhaltigen Gesamtkosten um 15 % auf 950 US-Dollar pro Unze erreicht werden. Harmony zahlte auch fast ein Drittel seiner ausstehenden Schulden in Q2 zurück, was für die langfristige Flexibilität sehr wichtig ist.

BILDQUELLE: ENDEAVOUR SILVER.

BILDQUELLE: ENDEAVOUR SILVER.

Kosteneinsparungen werden aber nicht nur von den Goldminenunternehmen vorgenommen. Trotz schwächerer Produktion und einem zweistelligen Anstieg bei den erzielten Silberpreisen in Q1 konnte Endeavour Silver einen leicht höheren Gewinn im Jahresvergleich erzielen, da die Kosten um 17 % auf 11,12 US-Dollar pro Unze fielen. Das lag größtenteils an der Aussetzung der Explorationen und Entwicklungen in Bolanitos und El Cubo und zeigt, dass Endeavour sich damit beschäftigt, intelligenter zu arbeiten und nicht härter.

Selbst das kleine Great Panther Silver hat im Jahresvergleich deutliche Kosteneinsparungen vorgenommen. Die nachhaltigen Gesamtkosten fielen um 38 % auf 13,76 US-Dollar pro Unze. Gleichzeitig konnte die Goldproduktion um 19 % auf fast 5.600 Unzen erhöht werden. Obwohl Great Panther in dem Quartal immer noch Geld verloren hat, könnten die niedrigere Kostenstruktur und der bessere Kapitaleinsatz in den verbleibenden Quartalen dank der aktuellen Edelmetallkurse zu Gewinnen führen.

Im Minensektor kann man nicht einfach irgendein Unternehmen kaufen und Gewinne erwarten, aber die Lage bessert sich. Das bedeutet, man sollte sich Minenunternehmen mit niedrigen Kosten und hoher Effizienz für das eigene Portfolio überlegen.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und wurde am 25.05.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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