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Warum Bayers Angebot für Monsanto schlecht für alle Beteiligten ist

Bayer hat eine kontroverse Übernahme des Giganten Monsanto in Gang gebracht. Foto: Pixabay, stux

Bayer (WKN:BAY001) hat sich mit seinem ungefragtem Übernahmeangebot für Monsanto (WKN:578919) für einen Ansatz, der alle Risiken ignoriert, entschieden. Das Unternehmen hat 62 Milliarden US-Dollar für das Agrochemie-Unternehmen geboten – oder 122 US-Dollar pro Anteil. Dieser Vorschlag markiert für Bayer einen radikalen Wandel weg von seinem Fokus auf Gesundheit hinein in die spaltende Welt der genetisch modifizierten Organismen.

Dieser Wandel wird wahrscheinlich auch seinen Anteilseignern nicht gefallen.

Analysten sind bezüglich des Werts des Deals skeptisch, selbst wenn die Motivation hinter dem Angebot sinnvoll sein sollte – was noch nicht ausreichend geklärt ist. Obwohl Bayer im April in seiner Telefonkonferenz über die Gewinne gegenüber seinen Investoren andeutete, dass es sein Saatgutgeschäft ausbauen wolle, denken viele, dass die Höhe des Angebots die Finanzen des Unternehmens zu sehr ausreizen und sein A-Kreditrating aufs Spiel setzen würde. Ein Analyst sagt, dass dieses erste Angebot für Bayer bereits an der oberen Grenze des Angemessenen liege, aber wahrscheinlich noch weiter erhöht werden müsse, was Zweifel über seine Nützlichkeit aufkommen lässt.

Da ist vielleicht etwas dran. Während Bayer sagt, dass die 122 US-Dollar pro Anteil eine Prämie in Höhe von 37 % auf Monsantos Aktienpreis vor den Spekulationen über eine Fusion darstellen, ist der Aktienkurs des Agrochemie-Unternehmens im Vorjahresvergleich um 25 % gefallen. Auf diesen Preis bietet Bayer tatsächlich keine Prämie.

Natürlich hat Monsanto in dieser Zeit Rückschläge erlitten, darunter die gescheiterte Akquisition des Schweizer Chemie-Unternehmen Syngenta (WKN:580854), welches anschließend dem Kauf durch China National Chemical zustimmte. Es hat Rohstoffhändler wie Archer-Daniels Midland, Bunge und Cargill mit seiner Entscheidung, genmodifizierte Sojabohnen auf ausländischen Märkten ohne den vorherigen Erhalt von Erlaubnissen zu verkaufen, erzürnt. Es stritt mit argentinischen Bauern über die Lizenzgebühren für Sojabohnen und mit der indischen Regierung über Preiskontrollen für seine Baumwollsamen. Außerdem hat es seine Gewinnprognose für das aktuelle Quartal und das Gesamtjahr reduziert.

Bayer sagt, es werde die Fusion mit einer Kombination aus Schulden und Eigenkapital finanzieren, wobei das Eigenkapital 25 % des Werts durch eine Kapitalerhöhung decken solle. Es erwarte außerdem, dass der Deal in dem ersten Gesamtjahr nach Abschluss der Akquisition zu einem Anstieg des Gewinns je Aktie um einen mittleren einstelligen Bereich führen werde. In den darauffolgenden Jahren geht Bayer von einem Anstieg der Gewinne im zweistelligen Bereich aus und nach drei Jahren sollen 1,5 Milliarden US-Dollar Gewinnbeitrag durch „Synergien“ entstehen.

Viele bezweifeln jedoch, dass der Deal überhaupt zustande kommen wird und obwohl Monsantos Aktien seit der Ankündigung des Vorschlags gestiegen sind, werden sie immer noch weit unter dem Angebotspreis gehandelt. Anteile an Bayer sind jedoch gefallen, seitdem die Gerüchte aufgekommen sind.

Das könnte daran liegen, dass Bayers Anteilseigner das Aufbauen eines Imperiums durch den neuen CEO Werner Baumann nicht unterstützen, der diese Position erst sein drei Wochen innehat. Reuters berichtete, dass Henderson Global Investors die Fusion als eine „sofortige Wertzerstörung“ bezeichnete, während ein Analyst sagte, er hätte Schwierigkeiten damit, auch nur einen Investoren zu finden, der den Plan unterstütze.

Monsanto ins Boot zu holen wird auch Menschen, die gegen genmodifizierte Organismen protestieren, gegen Bayer aufbringen, die regelmäßig Demonstrationen gegen das Unternehmen organisieren. Es gibt Berichte darüber, dass Bayer den Namen Monsanto wahrscheinlich ablegen möchte, um die Verbindung zwischen sich und dem unbeliebten Unternehmen zu verstecken.

Der Deal müsste erst durch ein Labyrinth an Behörden gehen, um zugelassen zu werden. Es gibt zwar keine großen Überlappungen zwischen den Geschäften der beiden Unternehmen, aber die Welle an Konsolidierungen in der Agrochemie-Branche, in der Syngenta durch ChemChina gekauft wurde und Dow Chemical und DuPont fusionieren wollen, bedeutet, dass eine Verbindung von Bayer und Monsanto dazu führen würde, dass 83 % der US-Produktion von Maissaatgut und 70 % des globalen Markts für Pestizide von diesen drei Unternehmen beherrscht werden würden. Aus diesem Grund werden Handelsaufsichtsbehörden diese drei Deals wahrscheinlich genauer im Hinblick auf ihren Einfluss auf den Wettbewerb untersuchen.

Das große Thema von Bayers Angebot für Monsanto scheint zu sein, dass es in dieser Form niemanden glücklich machen würde.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien. 

Dieser Artikel wurde von Rich Duprey auf Englisch verfasst und am 24.5.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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