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Volkswagen folgt GM in Sachen Fahrdienstvermittler

Der Fahrdienstvermittler Gett hat seine größte Präsenz in Europa, aber auch in New York ist es mit einem Luxusautoangebot erfolgreich. Foto: Gett.

Volkswagen (WKN:766403) gab letzten Dienstag bekannt, dass es eine strategische Partnerschaft mit Gett eingegangen ist. Gett ist ein aufstrebender, globaler Fahrdienstvermittler mit einer großen Präsenz in Europa. Im Zuge dieser Partnerschaft investiert VW 300 Millionen US-Dollar in das Unternehmen.

Was Volkswagen und Gett sagten

“Neben unserer Vorreiterrolle im Automobilgeschäft wollen wir bis 2025 der weltweit führende Mobilitätsanbieter werden”, sagte VW CEO Matthias Müller. „In unserer Zukunftsstrategie 2025 ist die Partnerschaft mit Gett der erste Meilenstein für Volkswagen auf dem Weg, integrierte Mobilitätslösungen zu finden, die die Wünsche unserer Kunden und deren Mobilitätsanforderungen erfüllen.“

„Volkswagen und Gett sind eine großartige strategische Partnerschaft“, erklärte Shahar Waiser, Gründer und CEO von Gett. „Die Pay-per-Ride-Branche wächst schnell. In diesem Zusammenhang gibt Gett VW die Technologie, um vom reinen Autohersteller bis zum On-Demand-Mobilitätsanbieter für Kunden und Unternehmen zu expandieren.“

Wie sieht die Partnerschaft aus?

Für Gett ist es ziemlich klar: Der kleine, aber wachsende Uberkonkurrent bekommt einen großen Unterstützer und Geld, um sein Geschäft auszuweiten. Obwohl Gett in den USA noch nicht so bekannt ist, hat es in New York schon eine Niederlassung. Dort arbeitet es als hochpreisige Alternative zu Uber und Lyft. Das Unternehmen sagt, dass sein Dienst gegenwärtig in mehr als 60 Städten angeboten wird. Darunter sind Metropolen wie London, Moskau und New York. Gett ist noch ein kleines Unternehmen mit ungefähr 700 Mitarbeitern weltweit, aber es wächst rasant.

Für VW ist ebenfalls klar, worum es bei dem Geschäft geht. Alle großen Automobilhersteller, inklusive VW, sprechen davon Mobilitätsanbieter zu werden. Der Konkurrent General Motors (WKN:A1C9CM) hatte die Aufmerksamkeit der globalen Automobilbranche, als es mit dem US-Fahrdienstleister Lyft eine strategische Partnerschaft einging und 500 Millionen US-Dollar investierte.

Lyft und GM bereiten einen Taxiservice in einer amerikanischen Stadt vor, der auf die selbstfahrenden Chevrolet Bolts setzt. Das Angebot soll in einem Jahr auf den Markt kommen. Die selbstfahrenden Bolts wurden übrigens kürzlich auf den Straßen von San Francisco gesichtet.

Volkswagen hat gerade mit einem weltweiten Skandal zu kämpfen, nachdem es zugeben musste, Dieselabgastests über Jahre hinweg manipuliert zu haben. Dieser Skandal brachte VW um seinen gesamten Gewinn 2015 und wirbelte das Topmanagement durcheinander. Im Zuge dessen erlangte Müller den Posten des CEOs letzten Herbst.

CEO Matthias Müller versucht mit VW den Dieselskandal hinter sich zu lassen, indem er stärker auf elektrische Autos und Mobilitätstechnologien setzt. Dazu passt die Investition von VW in Gett. Foto Volkswagen.

CEO Matthias Müller versucht mit VW den Dieselskandal hinter sich zu lassen, indem er stärker auf elektrische Autos und Mobilitätstechnologien setzt. Dazu passt die Investition von VW in Gett. Foto Volkswagen.

Auch wenn er noch mit den Nachbeben des Skandals beschäftigt ist, arbeitet Müller daran, dass VW den Skandal überwindet. Dabei verspricht er neue elektrische Autos und schaffte eine neue Tochtergesellschaft, die sich mit der Entwicklung von Mobilitätsdiensten beschäftigt. Mit der Ankündigung vom Diensttag scheint VW einen weiteren Schritt in Richtung persönliche Mobilität zu gehen.

Folgt VW nur dem Beispiel von GM?

Wahrscheinlich, aber das heißt nicht, dass es falsch sein muss. Es hängt davon ab, was VW aus dieser Partnerschaft macht. Hat VW große Pläne oder ist es einfach nur ein „Mee-Too“-Schritt.

Durch die Carsharing-Unternehmen, Fahrdienstvermittler und die disruptiven Innovatoren aus dem Silicon Valley, die elektrische und selbstfahrende Autos entwickeln, ist klar geworden, dass die Automobilbranche in den kommenden Jahrzehnten große Umbrüche erfahren wird.

Ich vermute, dass nicht alle der heutigen Automobilhersteller diese Änderungen überleben. Aber es müssen trotzdem immer Autos hergestellt werden, und manche Hersteller wird es dabei sehr gut gehen. Mary Barra, CEO von GM, und ihr Team arbeiten hart daran, sicherzustellen, dass GM zu denen gehört, die von den Änderungen profitieren. Und so handeln auch VW und andere große Konkurrenten wie Toyota.

Ich bin mir sicher, dass Matthias Müller weiß, dass VW es sich nicht leisten kann, nicht nachzuziehen. Aber obwohl die Pläne von GM mit Lyft kurz nach der Investition deutlich wurden, sind die Absichten von VW hinsichtlich Gett noch unklar. Bis sich dies ändert, ist es schwer zu sagen, ob es ein guter Schritt war oder nicht.

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The Motley Fool empfiehlt General Motors.

Dieser Artikel wurde von John Rosevear auf Englisch verfasst und am 25.05.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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